Beiträge zur Segelanweisung für die Westküste von Nowaja Semlja.
4. Tjagin-Bake auf der Klein Karrmakul-Rhede: 72° 22’ 25,8“ N-Br,
52° 36’ 45“ O-Lg.
2. Kap Britwin: 72° 42‘ 43,3“ N-Br, 52° 24’ 3” O-Lg.
3. Sosnovez-Leuchtthurm: 66° 29‘ 25,1“ N-Br, 0° 11‘ 21“ Ost vom astro-
nomischen Pavillon in Solombala.
Der astronomische Pavillon in Solombala: 64° 34' 18,3“ N-Br.
An allen diesen Punkten wurde auch die magnetische Variation bestimmt,
und zwar wurde gefunden bei Punkt 1. 15° 20‘ Ost, bei Punkt 2. 15° 14’ Ost,
bei 3. 7° 52‘ Ost und bei 4. 7° 11‘ Ost.
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Port des Galets. Insel Reunion.)
Die Insel Reunion liegt im Bereiche des SO-Passats, welcher dort im
Sommer regelmäfsig mit beträchtlicher Stärke weht. In St. Philippe, an der
SO-Spitze der Insel hat er dieselbe Richtung wie auf See, stöfst dann gegen
das hohe Plateau im Innern und theilt sich in zwei Luftströmungen, von welchen
eine der östlichen Küste folgt und westlich von St. Denis von Kap Bernard nach
NW abgelenkt wird, während die andere sich die Südküste entlang bewegt und
vom Kap Nozr zurückgeworfen wird. Infolge dessen ist die Küste zwischen
Kap Bernard und Kap Houssaye, auf welcher St. Paul und Port des Galets Kegen,
während des Sommers vor heftigen Winden geschützt und treten daselbst nur
leichte veränderliche Briesen auf. Hinsichtlich der im Winter dann und wann
vorkommenden Cyklonen hat sie ebenfalls die günstigste Lage. Diese treffen
zuerst die Ostküste von Reunion bei St. Rose, und während ihres Fortschreitens
verlieren die zum gefährlichen Halbkreise der Cyklone gehörigen Winde, welche
die hohen Gebirge der Insel passiren müssen, viel von ihrer Stärke.
Port des Galets hat einen Vorhafen, einen Binnenhafen und zwei Kanäle,
von denen einer die beiden Häfen und der andere den Vorhafen mit dem Meere
verbindet. Der letztere wird von zwei konvergirenden bogenförmigen Molen
eingeschlossen, welche bei der äufseren Mündung des Kanals 100m und am
anderen Ende desselben 225 m von einander entfernt sind. Die Aufsenseite der
nördlichen Mole ist durch zahlreiche Steinblöcke geschützt und die Köpfe beider
Molen sind durch Flügelmauern verstärkt. Gegenwärtig beträgt die Tiefe dieses
Kanals zur Zeit des Niedrigwassers 9m. Die Strömungen an der Küste erhalten
Sand und Geröll fortwährend in Bewegung und bewirken nicht allein An-
schwemmungen am Strande, sondern auch im Kanal an der inneren Seite der
südlichen Mole. Diese Anschwemmungen finden auch während eines Raz de
Maree in beträchtlichem Mafse statt. Man hat in der Sohle des Kanals, dicht
an der südlichen Mole einen Graben ausgehoben, in welchem sich ein grofser
Theil der Anschwemmungsstoffe absetzt. Eine kräftige Baggermaschine entfernt
unablässig das Angeschwemmte und räumt auch im Winter den erwähnten Graben.
Nachdem man den 300 m langen Einfahrkanal passirt hat, gelangt man
zunächst in den Vorhafen. Die Längenaxe desselben hat nahezu eine ostwest-
liche Richtung und bildet mit der des Einfahrkanals einen Winkel von 4°. Der
Vorhafen ist fast quadratförmig, hat eine Sohlenfläche von 4000 qm und bei
Niedrigwasser 8m Tiefe. Von den Wurzeln der Mole aus nimmt die Höhe der
Ufer nach der Böschung im Hintergrunde des Vorhafens beträchtlich zu. Letztere
hat eine Höhe von 9 bis 10m, und infolge dessen sind die Schiffe ziemlich
vom Winde geschützt und daher leichter zu verholen. Läuft man zum ersten
Male in den Hafen ein, so glaubt man wegen der beträchtlichen Höhe der Ufer
demselben sehr nahe zu sein und fürchtet, dafs das Schiff zu schnelle Fahrt hat.
Es ist aber keine Gefahr vorhanden, aufzulaufen, denn der Vorhafen hat eine
Länge von 500m und bis nahe an das Ufer genügende Tiefe. In dem nord-
Notice hydrographique No. 3. 1890.