236 Beiträge zur Segelanweisung für die Westküste von Nowaja Semija.
kann. Das Kap Suchoi Noss westlich vom Matotschkin Schar erscheint als ein
undeutlicher niedriger Streifen, der sich weit ins Meer erstreckt.
Die größte, an der Westküste von Nowaja Semlja, in der Moller-Bucht
and der westlichen Einfahrt in den Matotschkin Schar beobachtete Fluthhöhe
betrug 0,9 m (83°).
Die Mifsweisung wurde 1889 im Matotschkin Schar zu 15° 52‘ Ost, in der
Gribowaja-Bucht zu 15° 17‘ Ost und auf der Klein Karrmakul-Rhede zu 15° 20° Ost
bestimmt. Da im Jahre 1835 im Matotschkin Schar eine Mifsweisung von 12° 0
beobachtet wurde, so beträgt hiernach die jährliche Veränderung 4‘ 20“.
3eim Ankern an der Westküste von Nowaja Semlja mufs man beachten,
Jafs die Ostwinde, aus den Gebirgsschluchten kommend, grofse Stärke haben.
Nach dem Anemometer wurde als gröfßste Windstärke 10 beobachtet; dabei pflegt
Jer Himmel klar zu sein mit Gruppen von Regenwolken, deren Erscheinung nach
Aussage der Küstenbewohner ein sicheres Vorzeichen des Ostwindes ist.
Von den beiden Fahrwassern, welche auf die Klein Karrmakul-Rhede, und
zwar auf die Prijut-Rhede, führen, liegt das nördliche zwischen der Nordhuk von
Karrmakul und der Brandung, welche zwischen diesem Kap und der Insel Basarni
steht, das Hauptfahrwasser aber von Westen ist jetzt durch Aufstellung von zwei
Baken auf der Insel Dalni in der Richtung ıw. N 57° 38° W —8S57°38 O0 vor
den in demselben liegenden Gefahren sicher zu passiren; in der Richtungslinie
sich haltend, folgen die Tiefen von Westen folgendermafsen aufeinander: 2°/4 Sm
von der vordersten Bake sind 27m (15 Fad.); dann nehmen die Tiefen bis zu
einer Entfernung von 2'2 Sm von derselben Bake bis auf 10m (5'/2 Fad.) ab,
werden dann ungleichmäfsig und varliren zwischen 6'% und 15'/% m (32 und
31/, Fad.) auf einer Strecke von 1600 m, im übrigen Theil der Linie nehmen
die Tiefen von 14m (7'/ Fad.) an allmählich zu bis zu 19 m (10%2 Fad.) in der
Nähe der Insel Dalni. Aus dem unebenen Boden, welchem man bei Annäherung
an die Brandung (nordwestlich von der Tjegin-Bake) und an das sich von dem
Nordende der Insel Uhramzow aus erstreckende Riff begegnet, läfst sich ver-
muthen, dafs hier am Westeingange in die Klein Karrmakul-Rhede ein Steinriff
oder verschiedene kleine Steinbänke liegen.
Zum Einsegeln von Westen bringe man die 7jagin-Bake in die Peilung
rw. S 76° O und steuere mit diesem Kurse bis in die Linie der 1889 aufgestellten
Richtungsbaken und in dieser Linie weiter, oder beim Fehlen der letzteren bringe
man die Mitte der Insel Dalnz, oder noch besser den nördlichen Theil derselben,
in die Peilung rw. S57%° O0 und gehe mit diesem Kurse bis zum Meridian der
Tjagin-Bake; weiter benutze man den Plan der Rhede vom Jahre 1888, Die
auf der Insel Dalnz aufgestellten Baken haben folgende Gestalt: die vordere
besteht aus einem Pfahl mit einem Dreieck im Topp, die hintere aus einem Pfahl
mit Querbalken, auf dessen Enden zwei Stützen stehen und zwischen denselben
eine Stange mit einem horizontal liegenden Fals im Topp.
Die Entfernung der Baken von einander beträgt 230 Schritt, und bei ihrer
geringen Höhe sind sie bei klarem Wetter nur 5 Sm weit sichtbar; man beab-
sichtigt jedoch, an Stelle derselben höhere Baken zu errichten.
Der Grund besteht in der Richtungslinie ohne Ausnahme aus Steinen; die
Brandung nordwestlich der Tjagin-Bake geht 340m südlich an dieselbe heran.
Das von der Insel Chramzow nach Norden auslaufende Riff erstreckt sich,
so weit dies nach der über demselben stehenden Brandung bestimmt werden
konnte, bis in die Richtung rw. S 70%4° O0; unregelmäfsiger Seegang war noch
weiter nach Norden bis zur Richtung S85%4° W zu sehen, was auf geringe
dortige Tiefen im Vergleich mit der Umgebung hinweist. ;
Das in diesem Jahre auf der Nordspitze der Halbinsel Chramzow ungefähr
276 m (130 Saschen) nordwestlich der Pomor-Bake No. 2 aufgestellte hölzerne
Kreuz ist an Größe fast gleich mit jener Bake und sieht von See aus ebenso
aus wie diese.
Bei der Vermessung des westlichen Einganges in den Matotschkin Schar
wurden an der Stelle des Winterquartiers von Pachtusof (1834—1835), am
linken Ufer des Flusses Tschirakina, die Ueberbleibsel des Wohnhauses und des
Badehauses sowie einige Gräber, wahrscheinlich von Begleitern dieses Nowaja
Semlja-Forschers, gefunden. Bei den Gräbern wurde von den Offizieren des
Schoners „Bakan“ ein hölzernes Kreuz mit entsprechender Aufschrift auf einer
Messingplatte errichtet.