Der Salzverschiffungsplatz beim Kap de Gata an der Südküste von Spanien. 235
Monat früher fertig geworden, während wir jetzt diese Zeit unter grofsen An-
strengungen nutzlos verschwenden mufsten. Nach der Aussage der hier lebenden
Leute sollen fast alle Schiffe, die es gewagt hatten, während der Nacht an der
Boje liegen zu bleiben, verloren gegangen sein. Wir haben jeden Abend die
Boje verlassen und sind seewärts gesegelt.
Nachdem ein harter Weststurm überstanden war, traten wir am 28, April,
also 52 Tage später, als wir am Kap de Gata zum Laden des Salzes eingetroffen
waren, bei leichten umlaufenden Winden und langsam steigendem Barometer die
Reise von Almeria nach Santos an.
Beiträge zur Segelanweisung für die Westküste von Nowaja Semlja.
Die im Bereiche des nördlichen Eismeeres liegende ausgedehnte Insel
Nowaja Semlja ist verhältnifsmäfsig noch wenig bekannt. Ueber den südlichen
Theil der Westküste enthalten die vom russischen Hydrographischen Amte zu
St. Petersburg herausgegebenen „Annalen der Hydrographie“ *) einige Angaben,
welche, dem Arbeitsjournal des Schoners „Bakan“ und dem Berichte des Lieut.
Astafjew entlehnt, werthvolle Beiträge für die Segelanweisung jener Küste
liefern. Wir entnehmen denselben das Folgende:
Das Steinriff, welches sich nach den Karten südöstlich von Kap Britwin
erstrecken soll, existirt in Wirklichkeit nicht, bei der Vermessung wurden viel-
mehr an dieser Stelle 10m (5% Fad.) Wasser gefunden. Nach den Aussagen
der Küstenbewohner soll jenes Riff weiter nach Süden zu liegen.
Das Kap Britwin, welches die Nordküste der breiten Moller-Bucht bildet,
ist von Wichtigkeit für die Schiffahrt von Süden nach dem Matotschkin Schar,
Das NW-Ende dieses Kaps ist jetzt durch eine 1889 daselbst errichtete, aus
drei oben mit Brettern bekleideten Pfählen bestehende Bake gekennzeichnet; für
den Fall der Zerstörung dieser Bake kann man das SW-Ende des Kaps an dem
steinigen Abhang erkennen, der von Weitem als ein dunkeler Streifen auf dem
einförmig grauen Hintergrunde der Küste erscheint.
Während der Reisen des Schoners „Bakan‘“ von Karrmakul nach dem
Matotschkin Schar wurde ein beständiger, längs der Küste von Nowaja Semlja
mit einer Geschwindigkeit von ungefähr !/2 Kn nach Norden setzender Strom
wahrgenommen.
In der Reisebeschreibung von Kapt. Litke (1823—26) wird die Insel
Pankof als ein Punkt bezeichnet, nach dem man leicht den Eingang in den
Matotschkin Schar von Westen bestimmen kann; in Wirklichkeit ist jedoch diese
Insel von Weitem kaum bemerkbar und mit Mühe aufzufinden; in der Nähe er-
scheint sie, besonders wenn man von Süden kommt, wie ein kleiner Felsen.
Objekte, die wirklich gut zu sehen und sich zur Auffindung der West-
einfahrt in den Matotschkin Schar eignen, sind aufser dem weit vorspringenden
Suchoi Noss und dem hohen Matuschew-Felsen (eine Insel zwischen Suchoi Noss
und der Mündung in den Matotschkin Schar, nach der Messung von Litke 975m
hoch) die Berge auf Kap Stolbowoi (der nördliche, mittlere und südliche) und
die Felsen bei diesem Kap, welche von den Küstenbewohnern Stolbow genannt
werden.
Die drei Berge ’auf Kap Stolbowoi sind schwarz und tragen auf ihrem
Fuße mehrere kleine kegelförmige Hügel, welche wie Zelte aussehen.
Nach dem Berichte des Lieut. Astafjew charakterisiren sich die Küsten
am Westeingange in den Matotschkin Schar wie folgt: Von der Gribowaja-Bucht
bis zum Matotschkin Schar erstreckt sich ein niedriger Küstenstreifen, der zu-
sammen mit dem Mitjuschew-Felsen und Kap Stolbowori zur Orientirung über die
sich nicht weit bemerkbar machende Einfahrt in den Matotschkin Schar dienen®
1) Banacru no THaDorDadbig. BHNYCKB nNeDBHÜ. 1890