Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „J. F, Pust“.
993
eine Größe von 414 Registertonnen hat, außer 15 Tonnen Steinballast nur
407'/ "Tonnen Blauholz unterbringen und mußten von einer Deckladung ganz
absehen.
Die Bai von Juanita liegt im Osten der Spitze Granja nicht weit von
der Spitze Ruskia. Zur Versegelung dorthin von Monte Christi erhält man am
letztgenannten Platze einen Lootsen. Es sind bis jetzt erst wenige Ladungen
Blauholz von Juanita-Bai verschifft worden; jedoch soll das Holz dort von einer
sehr guten Beschaffenheit sein.
In den Charterpartien ist gewöhnlich die Zahl der Arbeitstage, innerhalb
welcher das Schiff‘ beladen werden mus, festgestellt. Solche Tage aber, an
denen des hohen Seeganges wegen die Flufsbarren..für die Leichter unpassirbar
sind, werden nicht als Arbeitstage in diesem Sinne gerechnet. Im Uebrigen hat
man es hier mit reellen Kaufleuten zu thun, die das etwaige Liegegeld anstands-
los auszahlen. ;
Frischer Proviant ist in der Bai von Manzanillo fast gar nicht und nur
zu einem hohen Preise zu haben. Wenn gleichzeitig mehrere Schiffe dort liegen,
wird wöchentlich eine Kuh geschlachtet und das Fleisch derselben zu 12'/2 Cents
pro !/ Kilo verkauft. Auch in Monte Christi ist frisches Gemüse knapp, und
ist man auf die Zufuhr desselben von Fort Liberty und Kap Haitien angewiesen,
welche während unserer Anwesenheit infolge der Revolution in Haitt und der
damit verbundenen Blokade der Nordhäfen nur selten erfolgte. Gewöhnlichen
Schiffsproviant — amerikanische Waare — kann man in reichlichen Mengen und
guter Beschaffenheit erhalten, aber auch nur zu hohen Preisen.
Die in Monte Christi gebräuchliche Münze ist der mexikanische Dollar,
welcher dem Kapitän nach einer Bestimmung in der Charfierpartie zu 4 Shilling
und 6 Pence angerechnet wird. In St. Thomas kann man. den mexikanischen
Dollar mit einem Aufgelde von 26 pCt., zuweilen auch: von 28 pCt. auf die
dortige Währung einwechseln. Bei der Einlösung eines englischen Bankwechsels
erhielt ich in St. Thomas für das Pfund Sterling 5 amerikanische Dollar Gold,
welche Summe ich dann mit einem Aufgelde von 26 pCt. in mexikanische Dollar
umsetzte. In Monte Christi beträgt das Agio ebenfalls 26 pCt., aber das Pfund
Sterling wird hier nur mit 4,80 amerikanische Dollar Gold berechnet. In Barbados
kann man kein mexikanisches Geld bekommen, wohl aber amerikanische Gold-
dollar, welche gegen einen Wechsel auf den Rheder, 60 Tage nach Sicht, zu
M. 4,30 abgelassen werden. Die amerikanischen Fünf-Dollar-Goldstücke werden
in Monte Christi zu 6,25 mexikanische Dollar angenommen. Gegen einen mir
vom Rheder eingesandten Kreditbrief der deutschen Bank konnte aber das Pfund
Sterling hier nur zu 5.50 mexikanische Dollar begeben werden.
Die Unkosten meines Schiffes waren in Monte Christi die folgenden:
Tonnengeld für 414,15 Registertonnen ä 1,00 Doll. 414,15 Doll.,
Ankergeld „ 414,15 ® ä 0,06 „ . 2485
Einklarirungskosten: „ 414,15 » ä 006 24,85
Seelootsengeld „414,15 - a 0.06 24,85
Gebühr für den Dolmetscher 6,00
= At. + + > 4,00
„ das Signal . . .. 4,00
» „ den Hafenmeister . „0.0.0.4. 3,00
Lootsengeld nach Manzanillo-Bati und zurück. . . . 16,00
Stauerlohn für 407!/ Tonnen Blauholz a 0,25 Doll. 101,88
Leichtergeld ‚,, 407% # ä 1,00 © 407,50
Gebühr für den Gesundheitspals . . . . . 3,25
® „ die Zollabfertigung und den Fortvafs 250
„” „den Stempel 2,00 °
Municipalabgabe 2 40. 20,70
zusammen . . 1059,53 Doll.
Ann. d. Hyädr. ete., 1891, Heft VI.