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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Das Klima Helgolands. 
Tabelle XV. 
Luftdruck 1875/89 (H = 44 m). 
Mittleres 
Monats- 
Min. 
Mittel 
Max. 
Max. 
Absolutes 
Monats- 
Min. 
Januar 759,1 773,6 734,9 782,7 722,5 
Februar 56,6 70,9 36,8 81,7 21,1 
März 55,5 70,5 36,0 78,1 23,8 
April 55,4 67,2 41,6 74,9 31,7 
Mai 57,3 67,4 14,0 73,4 37,8 
Juni 36,9 55,8 44.7 67,4 36,9 
Tuli 55,6 34,9 15,4 70,2 39,9 
August 55,7 55,0 42,8 58,1 35.4 
September 56,5 68,1 41,7 71,8 35,4 
Oktober 55,2 59,5 35,0 77,1 21,6 
November 54,8 62,6 34,4 76,4 25,1 
Dezember 55,2 71,6 33,9 77,9 16.2 
Tahr 756,15 777.0 725,7 782,7 716,2 
Der mittlere Luftdruck schliefst sich -— auf die Meeresoberfläche reducirt 
und mit der Schwerekorrektion versehen — ganz genau den Jahresisobaren an, 
welche Hann in seinen „Luftdruckverhältnissen von Mitteleuropa“ gezeichnet 
hat. Keineswegs jedoch ist dies bei den einzelnen Monaten der Fall, was vor- 
auszusehen war, da hier einfach die direkten Mittel des nur 15jährigen Be- 
»bachtungszeitraums mitgetheilt sind — ohne Reduktion auf die gleiche oder eine 
iängere Periode, und man aus einem so kurzen Zeitraum für den Luftdruck 
noch nicht normale Monatsmittel erwarten kann. "Trotz dieser Unsicherheit 
der absoluten Zahlen prägt sich doch der dem nordwestlichen Deutschland 
charakteristische jährliche Gang auch hier schon deutlich aus: Maxima im 
Januar, Mai und September, Minima im April, Juli und November. 
Um wenigstens etwas von den unperiodischen Schwankungen in jedem 
Monat kennen zu lernen, wurden auch die mittleren monatlichen Barometer- 
maxima und Barometerminima berechnet, deren Differenz in gesetzmäfsiger Weise 
von Ort zu Ort wechselt und besonders von der geographischen Breite sowie 
von der Lage gegen Meer oder Kontinent abhängig ist. Hiernach beträgt auf 
Helgoland, die mittlere Luftdruckschwankung in einem Wintermonat nahezu 40mm, 
in einem Sommermonat etwa 20mm; im ganzen Jahre hat man eine Schwankung 
von durchschnittlich 50 mm zu gewärtigen, die aber, wie die absoluten Maxima 
und Minima zeigen, his fast 70mm ansteigen kann: der jährliche Gang der 
mittleren und absoluten Extreme der Barometerstände bezw. ihrer Differenzen 
präsentirt sich gewissermaßen als ein Abbild der stillen und unruhigen Zeiten 
des Jahres. 
In dem gezeichneten Klimabilde verdienen folgende Punkte besonders her- 
vorgehoben zu werden: 
1. Die Nordseeinsel Helgoland ist innerhalb des deutschen 
Reiches der vorzüglichste Repräsentant des Seeklimas. 
2. Jahres-, Monats- und Tagesschwankung der Lufttemperatur 
sind auf Helgoland sowohl im Mittel wie in den Extremen kleiner 
als in irgend einer anderen Gegend Deutschlands. 
3. Die höchste Mitteltemperatur stellt sich erst im August ein 
und zwar um die Mitte des Monats; der September ist wärmer als 
der Juni. 
‚4. Die niedrigste Mitteltemperatur haben Januar und Februar 
gemein. 
5, Auf die Jahreszeiten sind bezüglich der Temperatur folgende 
relative Bezeichnungen zutreffend: Herbst warm, Winter mild, Früh- 
jahr kalt, Sommer kühl. 
6. Vom November bis Januar ist Helgoland dem Tagesmittel 
nach der wärmste Ort Deutschlands, im Sommer der kühlste (mit 
Ausschlufs der Gebirge).
	        
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