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Das Klima Helgolands,
Jan. Febr, März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. Jahr
53 55 51 31 37 47 75 91 82 104 102 80 808
Mit Rücksicht auf die bedenkliche Unsicherheit, welche auch nach er-
folgter Reduktion den älteren Angaben anhaftet, schien es angezeigt, nur die
völlig einwandfreien Beobachtungen von 1882 bis 1889 bei der hier vorliegen-
den Darstellung zu Grunde zu legen und sie erst nachher durch Reduktion auf
langjährige Reihen von Nachbarstationen zu weiterer Verwenduug tauglicher
zu machen. Bei der bekannten grofsen Veränderlichkeit des Niederschlages
werden die vorhandenen 8 Jahrgänge kaum eine nahezu normale Jahressumme
ergeben, zur Skizzirung des jährlichen Ganges sind sie selbst bei geringfügigen
Genauigkeitsanforderuugen noch nicht genügend. Es wurden daher die Monats-
summen von Helgoland mit den gleichzeitigen (1882/89) von Emden und Ottern-
dorf verglichen, die einzelnen Proportionen hergestellt und diese Proportionen
auf die Mittel der langjährigen Reihen (1855/89) von Emden und Ötterndorf
angewendet.
Aus dem unmittelbaren achtjährigen (1882/89) Durchschnitt der Regen-
zummen von Helgoland, und zwar:
Jan. Febr. März April Mai Juni ‚Juli Aug. Sept. Okt, Nov. Dez. Jahr
mm 53 42 44 28 51 30 76 86 81 109 81 75 756
ergaben sich durch Reduktion auf die 35jährige Periode (1855/89)
nach Emden!) 52 48 51 33 46 39 70 79 85 86 83 78 750
nach Ötterndorf 1) 54 50 52 34 45 40 62 100 86 86 89 72 770
also
im Mittel 53 49 51 34 45 40 66 89 8 86 86 76 760
als normale Werthe für Helgoland.
Beide Reduktionswerthe sind mit Ausnahme des August gut überein-
stimmend, so dafs man den Mitteln derselben schon eine grofse Verläfslichkeit
beimessen kann. Drückt man der besseren Uebersicht wegen die Monatsmittel
in Procenten der Jahressumme aus, so erhält man folgende Darstellung des
jährlichen Ganges:
Jan, Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
7. 7 24 6 5 9 RN = P1U.,=2s2 2 2510
Der Verlauf ist sonach ein sehr gleichmäfsiger; der Niederschlag ist,
wie an den deutschen Küstenländern überhaupt, am geringsten im April, von
da nimmt er bis zum Eintritt des Maximums im August zu; während aber an
der Nordseeküste höchstens der September als gleich niederschlagsreich gelten
kann, hält sich der Maximalwerth auf Helgoland bis zum November, und erst
vom Dezember ab macht sich ein merkliches Nachlassen bemerkbar, das bis
zum April andauert. Spätsommer und der ganze Herbst sind also die eigent-
liche Regenzeit, während das Frühjahr als die trockenste Jahreszeit gelten kann,
welcher aber auch noch der Juni beizurechnen ist, der im Binnenlande vielfach,
wenn nicht zumeist, die gröfsten Niederschlagssummen aufzuweisen hat.
Was endlich den absoluten Betrag der Niederschlagssummen anbelangt,
so sieht man Helgoland sich den Küsten und Inseln der Nordsee durchaus an-
schließen; von der früher beobachteten enormen Vermehrung des Regenfalls ist
nichts zu bemerken; allerdings aber gehört es zu den niederschlagsreicheren
Punkten jenes Gebietes und somit zu den feuchtesten Gegenden Deutschlands.
Dies letztere läfst sich nicht blofs bezüglich der Mengen, sondern auch
der Häufigkeit des Niederschlages sagen. Eine objektive Vergleichung
verschiedener Orte in diesem Sinne läfst sich eigentlich nur dann durchführen,
wenn man die Niederschlagstage nach Stufen der Niederschlagsmenge oder
wenigstens unter Zugrundelegung einer unteren Grenze desselben auszählt, denn
Die vieljährigen Mittel (1855/89) der Niederschlagshöhen berechneten sich für
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. Jahr
Emden 50,0 43,8 50,1 36,3 49,7 629 813 926 72,8 72,2 67,7 62,8 742,2
Otterndorf 39,9 36,7 446 3710 524 6710 829 84.7 76:1 74,7 58.0 354.5 708,5