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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück. 
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2... Ueber Reisen auf der östlichen Route. - 
640. „Carl Both“, Kapt. F. W. Niemann, 1874 Juli 5 von Sydney 
nach San Francisco, 84 Tage Reise. Geht nördlich von Neu-Seeland und 
trifft gute Gelegenheit mit westlichen Winden bis 27° S-Br und 130° W-Lg. 
SE-Passat von 26° S-Br und 130° W-Lg bis 7° N-Br; bis zur Linie ziemlich 
schral, oft nördlich von E_bis ENE, dann raumend und an der Nordgrenze durch 
S holend; steife Briese. Von 7° N-Br bis 10° N-Br Wind SW, mälfsig; von 
10° bis 15° N-Br Mallung aus westlicher Richtung, abwechselnd mit frischer 
Briese aus SW, von 15° N-Br bis 21° N-Br WNW bis N, leicht bis mäßig. 
NE-Passat von 21° Nord bis jenseits 37° N-Br und 140° W-Lg, wo das Schiff 
wendet und der Küste zu steht, auf welchem Wege der Wind dann wieder durch 
N nach NNW holt. Passat schral, leicht bis mäfsig. 
Bemerkung des Kapitäns: „Zu Anfang der Reise bis nach dem Aequator, 
den ich in 123° W-Lg schnitt, und auch noch bis zu 10° N-Br hatte ich eine 
sehr günstige Gelegenheit, fand jedoch nachher anstatt NE-Passat den Wind 
recht N und dabei stets flau, so dafs ich wieder bis 140° W-Lg kam und von 
10° N-Br bis San Francisco noch 42 "Tage gebrauchte. Ich möchte daber für 
den nördlichen Sommer, von Mai bis November, eine westlichere Route empfehlen, 
auf welcher man zwischen den Inseln des südlichen Stillen Oceans hindurch 
passirt und den Aequator in 148° bis 150° W-Lg schneidet. Eine englische 
Bark, die zwei Tage nach uns Sydney verliefs und uns im Segeln nicht überlegen 
war, passirte in Sicht von Tahiti und schnitt den Aequator in 148° W-Lg. 
Dieselbe traf den NE-Passat sehr frisch und aus günstiger Richtung, infolge 
dessen sie die Reise in 59 Tagen machte, während wir 84 Tage gebrauchten. 
Im südlichen Sommer, von November bis April, ist dagegen jedenfalls die Route 
südlich um Neu-Seeland und östlich von den Niedrigen Inseln vorzuziehen, da 
dann der Passat zwischen den Inseln sehr unregelmälsig und flau ist.“ 
Obschon die östliche Route genommen worden war, hätte die Reise noch 
wohl eine sehr gute werden können, wenn man nur mit dem SE-Passat, anstatt 
aufzukneifen, vollweg recht nach Norden gesteuert und diesen Kurs bis an den 
NE-Passat verfolgt, also 10° N-Br westlich von 130° W-Lg geschnitten hätte. 
Das Schiff gerieth in das Gebiet des sommerlichen mexikanischen Monsuns, ein 
Umstand, der auch die Reisen vom Atlantischen Ocean nach Kalifornien bei zu 
östlichem Schnittpunkt der Linie oft sehr verlängert. Auf westlicherer Route 
wäre dies vermieden worden. 
1163. „Bylgia“, Kaptı J. A. Andersen, 1879 September 13 von 
New-Castle nach San Francisco, 61 Tage Reise. Trifft beim Ausgehen 
mehrere Tage anhaltenden Ostwind, bei dem es, wenn die Ostroute gewählt 
werden sollte, vielleicht besser gewesen wäre, gleich nach dem Südende von 
Neu-Seeland abzuhalten, anstatt mit dem Bemühen, Nord von den Inseln zu 
passiren, Zeit zu verlieren. SE-Passat von 80° S-Br bis 8° N-Br, steife Briese, 
sehr östlich und selbst N von E, besonders zwischen 24° und 6° S-Br, raum im 
Norden von der Linie. In 1° S-Br kurze Unterbrechung durch Windstille. Von 
8° bis 9° N-Br Wind SW, leicht. NE-Passat von 9° N-Br bis 29° N-Br. mäßig 
bis leicht, ziemlich schral, gegen Ende raumend. 
1859. „Atalanta“, Kapt. A. Mohrmann, 1882 September 26 von 
New-Castle nach Mazatlan. Das Schiff nimmt seine Route nördlich von 
Neu-Seeland und zwischen 30° und 31° S-Br nach Osten. Hätte wahrscheinlich 
besser gethan, wenn es sich südlicher gehalten und etwas mehr Ost angeholt 
hätte, bevor es in den Passat hineinsteuerte, wozu zwischen 30° und 20° S-Br 
mit nördlichen und nordwestlichen Winden die Gelegenheit gegeben war. SE- 
Passat von 20° Süd bis 6° N-Br, leicht bis mäfsig, ziemlich schral, raumt erst 
nördlich der Linie. Weiter das Journal nicht geführt. 
2469. „Ida“, Kapt. C. Fehsenfeldt, 1885 Juli 9 von Brisbane 
nach Puntarenas, Costarica, 75 Tage Reise. Anfänglich viel SE-Wind, 
besonders zwischen 160° und 170° O-Lg, zu welcher Strecke das Schiff 8 Tage 
benöthigt; auch später bis nach 170° W-Lg Wind vorwiegend südlich, wodurch 
es verhindert wird, genügend Breite anzuholen, um beständige günstige Winde 
erwarten zu dürfen. Von dort bis 92° W-Lg in 30° S-Br ziemlich gute Gelegen- 
heit, dann aber bis zur Südgrenze des SE-Passats, die in 24° S-Br angetroffen
	        
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