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Das Klima Helgolands.
Mittlere Bewölkung,
Helgoland Meldorf Emden Kiel
Berlin Breslau Kassel
Januar 5,9 47 2
Februar 7,6 7,3 183
März 5,0 5,3 7,0
April 54 5 65
Mai 33 5,2 B.2
Juni 55 57 5,6 5,2
Juli . 5,7 5,2 5.0 8,0
August 72 a7 5,6 AS 7
September 7,5 6.1 6,2 5,2 A,8
Oktober 6 6,6 0 7,3 6,4 5,2 hl
November 3,4 7,1 6,7 7,4 7,4 7,7 7,1
Dezember 8,7 7,7 22 7,8 7,7 7,4 75
Jahr 27 6,3 5,7 6,5 6.3 6,6 5,9
Helgoland gehört hiernach nicht nur zu den feuchtesten Orten, sondern es
hat auch die stärkste Himmelsbedeckung in Deutschland, vielleicht mit
Ausnahme einiger Gebirgszonen, und zwar sowohl im Jahresdurchschnitt, wie
auch sogar in jedem einzelnen Monat.
In Bezug auf den jährlichen Gang hat es gemeinsam mit dem ganzen
deutschen Festlande das Maximum im Dezember. Die Eintrittszeit des Minimums
erscheint dagegen verfrüht, indem es sich sonst meist im Mai, hier aber schon
im April einstellt. Dies steht im Zusammenhang mit dem Vorwalten der Ost-
winde im April, wo sie nicht nur häufiger als in den anderen Monaten sind,
sondern alle anderen Windrichtungen an Zahl weit übertreffen (s. u.). Die Ost-
winde führen aber kontinentale trockene Luft herbei, die überdies über dem zu-
yleich kühleren Meere nur wenig Feuchtigkeit aufnimmt, so dafs die geringere
Wolkenbildung wohl erklärlich wird. — Vom April bis zum Juli zeigt sich ein
Anwachsen der Bewölkung, die im letztgenannten Monat, ähnlich wie im west-
lichen Deutschland überhaupt, ein sekundäres Maximum erreicht. August uud
September — die Zeit der Haupt-Badesaison -— haben wieder weniger bewölkten
Himmel; mit Beginn des eigentlichen Herbstes (Oktober) endlich stellt sich sehr
trübes Wetter ein, das bis zum Hauptmaximum im Dezember anhält.
Einen weiteren Einblick in den Charakter und jährlichen Gang der Be-
wölkungsverhältnisse gewährt die Anzahl der heiteren (mittlere Bewölkung <2)
und trüben (mittlere Bewölkung => 8) Tage, die oben mit angeführt ist. Weit
mehr als die Hälfte des Jahres hat man also trübes und nur an 18 Tagen heiteres
Wetter zu erwarten. Heitere Tage sind am häufigsten im April (3), demnächst
im September (2), während der Dezember erst alle zwei Jahre mit einem heiteren
Tage erfreut. Trübe Tage sind am seltensten vom April bis Juni (13 pro Monat),
am häufigsten im Spätherbst und Winter (mehr als 20 pro Monat). — Die Be-
ziehung der heiteren Tage zu den trüben im Verlaufe des Jahres gestattet in
gewisser Weise den Schlul, ob die Veränderungen der mittleren Bewölkung aus
einer Vermehrung (Verminderung) der Trübung oder aus dem Seltenwerden
(Häufigwerden) heiteren Wetters resultiren.
Ebenso bietet auch die Häufigkeit der Nebeltage einen nicht un-
wichtigen Beitrag zur Beurtheilung des Bewölkungscharakters, da es nicht das-
selbe ist, ob Wolken oder Nebel den Bewölkungsgrad bestimmen. Wir sehen
nach der obigen Tabelle, dafs nur im eigentlichen Winter und allenfalls im
Frühjahr die Nebel für die mittlere Bewölkung von Belang sind, dafs dagegen
der Sommer und auch der Herbst wenig Nebel haben. Im Gegensatz zum
Binnenlande zeichnet sich Helgoland durch ein ziemlich nebelreiches Früh-
jahr und einen nebelarmen Herbst aus, welch letzterer doch sonst wegen
seiner Nebel verschrieen ist. Diese Gegensätzlichkeit findet wohl wieder seine
Begründung in den Wärmeverhältnissen des Meerwassers, April—Juni ist das
Meerwasser relativ am kühlsten. Wärmere Luft von bestimmtem Feuchtigkeits-
gehalte wird daher beim Transport über das Meer durch Berührung abgekühlt
und dem Kondensationspunkte, d. i. der Nebelbildung, sehr leicht nahe gebracht.
Umgekehrt bedingt die nach Ueberschreitung des Herbstäquinoktiums beginnende
kräftige Ausstrahlung des Binnenlandes bei dem vom Sommer her reichlich vor-
handenen Feuchtigkeitsvorrath frühzeitige Sättigung, während der langsame