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Orkanartiger Sturm im Südlichen Indischen Ocean.
Die an Bord der „Victoria“ benutzten meteorologischen Instrumente sind
dem Kapt. Frantz von der Seewarte zur Verfügung gestellt und die Korrektionen
derselben bestimmt worden. Die Ablesungen des Barometers und der Thermo-
meter sind, wie sie die Tabelle wiedergiebt, für die Fehler der Instrumente
berichtigt; aufserdem ist der Barometerstand auf Null Grad Temperatur reducirt.
Die Richtung des Windes und des Seeganges sind rechtweisend angegeben.
Die fortschreitende Bewegung des Sturmfeldes war eine nach ungefähr
ESE gerichtete, was um so bemerkenswerther ist, als für so niedrige Breiten —
17° S — gewöhnlich eine westliche Fortbewegung dieser Depressionen ange-
nommen wird. Auffallend ist ferner die späte Jahreszeit des Auftretens
des Orkans.
Kleine Notizen. )
(D. S.) Flaschenposten. Bei der Deutschen Seewarte sind in letzter
Zeit folgende Flaschenposten eingegangen:
a) Ausgesetzt von der deutschen Bark „Hera‘, Kapt. C. Wempe, auf
der Reise von New-Castle N. S.W. nach Singapore, am 13. Januar 1890 auf
3° 54' S-Br und 161° 45' O-Lg; gefunden von einem Eingeborenen der Marschall-
Inseln am 11. Mai 1890 auf 6° 55‘ N-Br und 171° 44' O-Lg.
Der Fundort der Flasche liegt 883 Sm nach NOYıN von dem Orte des
Ueberbordwerfens derselben entfernt; die Dauer der Trift beträgt 118 Tage.
Die Flasche ist aber wahrscheinlich mit der im westlichen Theile des Südlichen
Stillen Oceans durch die daselbst im südlichen Sommer vielfach herrschenden
westlichen Winde hervorgerufenen Strömung zuerst nach Osten getrieben und
dann später nach N und NW umgebogen.
Eingesandt durch den Kaiserlichen Kommissar des Schutzgebietes der
Marschall-Inseln.
b) Ausgesetzt von dem deutschen Dampfer „ Valparaiso“, Kapt. F. Rohlfs,
auf der Reise von Lissabon nach Bahia, am 3. Februar 1889 auf 27° 17‘ N-Br
und 16° 35‘ W-Lg; gefunden von einem Neger, Namens William Harris, in
der Brandung rollend auf dem Strande der Südküste der Insel Vieques bei
Portorico, in ungefähr 18° 5’ N-Br und 65° 25‘ W-Lg, im Monat Februar 1890,
öhne nähere Angabe des Datums. Auf dem Kork, am Halse der Flasche und
am Rande des Bodens derselben hatten sich zahlreiche kleine Muschelthierchen
angesiedelt.
Die Entfernung des Fundortes der Flasche von dem des Ueberbordwerfens
derselben ist lozxodromisch WzS 2759 Sm; auf dem wahrscheinlichen Umwege
über 20° N-Br in 25° W-Lg und 17 N-Br in 45° W-Lg dürfte die Flasche
indefs rund 3000 Sm zurückgelegt haben. Die Dauer der Trift der Flasche ist
etwa ein Jahr.
Eingesandt von dem Herrn Carl Huck, Direktor der Zuckerfabrik
St. Jean Bantiste auf der obengenannten Insel.
c) Ausgesetzt von der deutschen Bark „Balearry“, Kapt. F. Rumpff,
auf der Reise von Normantown am Golf von Carpentaria nach New-Castle N. S.W.,
am 22. Juli 1888 auf 15° 2‘ S-Br und 121° 6‘ O-Lg; gefunden von einem Arbeiter
Namens Rosmond Richy, etwa um die Mitte des Monats April 1890 unter
Gesträuchern am Strande einer der im Indischen-Ocean zwischen 5° 18' und
‘) Die mit (D, S.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.