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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

206 Die Aenderungen des Luftdruckes während einer totalen Sonnenüfinsternifs. 
andere Gruppe wird von den übrigen sechs Stationen gebildet, die alle in der 
Partialzone der Finsterniß liegen. 
Die in die beiden folgenden, mit T und P bezeichneten Rubriken der 
Tabelle eingeführten Zahlen sind die Mittel der vier Zahlenreihen der Totalitäts- 
gruppe (T) respektive der sechs Zahlenreihen der Partialgruppe (P). Jeder 
einzelnen der letzteren ist, je nach der Anzahl der Ablesungen pro Stunde, ein 
bestimmtes Gewicht beigelegt worden. So habe ich z. B. den Stationen 1, IX 
und XIII das Gewicht = 4, der Station V das Gewicht = 3, der Station XIV 
das Gewicht = 2 und der Station IV das Gewicht = 1 gegeben. 
Da die sechs Stationen der Partialgruppe naturgemäß in drei Unter- 
abtheilungen zerfallen, weil je zwei paarweise ungefähr den gleichen Abstand 
von der Mittellinie der Totalitätszone haben, nämlich II und V, 1X und XIV, 
XI und IV, so habe ich auch die Rubriken P,;, P; und P; aufgestellt, deren 
Zahlenreihen nach folgenden Formeln ausgerechnet sind: 
4.11+3.V 4.1X +2. XIV 4. XII + IV 
Pe A ——, P;, = 76 U PP; = BO 
In Figur 2 sind die Resultate graphisch dargestellt. Der Mafsstab der 
Kurven ist so gewählt, dafs 1 mm der Abscissenachse 5 Zeitminuten und 1 mm 
der Ordinatenachse 0,023 mm Barometervariation entspricht. Anfang und Ende 
der Finsternifs sind für jede Station so genau, wie es sich nach dem in „The 
American Ephemeris and Nautical Almanac 1886“ enthaltenen Diagramm thun 
liefs, interpolirt und auf jeder Kurve durch zwei vertikale Striche bezeichnet. 
Betrachtet man nun zuerst die Kurven der einzelnen Stationen, so kann 
man nicht unterlassen, zu bemerken, dafs alle Kurven zwei ausgeprägte Maxima 
haben, deren letzteres nach dem Schlusse der Sonnenfinsternifs fällt. Von der 
Mitte der Finsternifs an gerechnet, treten die beiden Maxima und das dazwischen 
liegende Minimum zu folgenden Zeiten auf: 
Station 1. Maximum Minimum 
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ih 5m 
7 55 
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Sieht man vorläufig von dem Zeitunterschied im Auftreten der Wende- 
punkte ab und hält nur das Faktum fest, dafs die Finsternifs augenscheinlich in 
allen Barometerkurven eine Doppelwelle erzeugt hat, so scheint es mir, da[s sich 
dieses in folgender Weise erklären läfst. 
Durch eine totale Sonnenfinsternifs wird der Tag für eine kurze Zeit zur 
Nacht gemacht, und der Uebergang geht ungefähr in derselben Weise vor sich, 
wie der gewöhnliche Uebergang von Tag zu Nacht in der tropischen Zone, wo 
die Dämmerung von ganz kurzer Dauer ist. Nun ist daselbst, wie bekannt, die 
Kurve für die tägliche Periode des Luftdrucks sehr regelmäßig, sie hat ein 
Maximum um 10 Uhr Nachmittags, einige Zeit, nachdem die Sonne untergegangen 
ist, und ein Minimum um 4 Uhr Vormittags bei oder kurz vor Aufgang der 
Sonne und ihr anderes Maximum um 10 Uhr Vormittags bei voller Sonnen- 
beleuchtung. Es ist da ganz natürlich, dafs eine totale Sonnenfinsternils etwas 
dem Gleiches bewirkt: ein Steigen der Barometerkurve, nachdem die Finsternifs 
angefangen hat, bis zu einem Maximum, dem ein Minimum folgt; hierauf erreicht 
die Kurve kurze Zeit, nachdem die Finsternifs ganz vorüber ist, wieder ein 
Maximum. 
Obgleich sich dieses, wie schon gesagt, bei jeder einzelnen Stationskurve 
zeigt, wird das Phänomen doch noch deutlicher illustrirt, wenn man die Stationen 
gruppenweise behandelt, was auch ganz natürlich ist, da hierdurch die Wirkungen 
von Beobachtungsfehlern und anderen Zufälligkeiten in einem gewissen Grade 
verkleinert werden,
	        
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