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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Die Aenderungen des Luftdruckes während einer totalen Sonnenfinsternifs, 
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Herausgeber der norwegischen Zeitschrift „Naturen‘“, dem Herrn Kandidat Carl 
Krafft, der in richtigem Verständnifs für die Wichtigkeit der Sache bereit- 
willigst die Kosten für den Druck der nothwendigen Schemata, deren Versendung 
u. s. w. übernahm und der auch zuerst durch die folgende „Aufforderung an 
norwegische Schiffsführer, die sich in „Naturen‘“ 1886 No. 3 Seite 47 befindet, 
den Plan in die Oeffentlichkeit brachte. 
„Aufforderung an norwegische Schiffsführer. 
„In den tropischen Gegenden geht bekanntlich die tägliche Schwankung 
des Luftdruckes mit aufserordentlicher Regelmäfsigkeit vor sich; das Barometer 
steigt und fällt im Laufe des Tages so gleichmäfsig und sicher, dafs man beinahe 
seine Uhr danach stellen kann. Nur ein Cyklon oder eine totale Sonmnen- 
finsternifs bewirken eine Störung dieses normalen Verhältnisses, Während man 
ganz genau weils, wie sich das Barometer während eines Cyklones verhält, hat 
man die kleineren Aenderungen des Luftdruckes, die während einer totalen Sonnen- 
finsternifs stattfinden, noch nicht genügend studirt. In diesem Jahre bietet die 
Sonnenfinsternils vom 29. August, die auf dem Striche von Panama über den 
Atlantischen Ocean durch Süd-Afrika nach Madagaskar total ist, die günstigste 
Gelegenheit zur Beobachtung solcher Aenderungen. Da es vom gröfsten Inter- 
esse sein würde, so viele Beobachtungen wie möglich zu erhalten, erlaube ich 
mir, die Schiffsführer, die sich am 29. August in der obengenannten Gegend be- 
finden und die Lust und Gelegenheit dazu haben, zu ersuchen, ihr Barometer, 
so lange die Sonnenfinsternils dauert, viertelstündlich ablesen zu wollen, selbst 
wenn der Himmel überwölkt ist. Die Finsternils dauert von 10% 18" Vormittags 
bis 3h 32” Nachmittags Greenwich-Zeit. Am besten wäre es, mit den Beob- 
achtungen um ca 10 Uhr Vormittags zu beginnen und solche bis 4 Uhr Nach- 
mittags Greenwich-Zeit fortzusetzen; eine kleinere Anzahl viertelstündlicher 
Beobachtungen innerhalb der genannten Uhrzeiten würde jedoch auch schon von 
Nutzen sein. 
„Man führt die Beobachtungen am besten mit einem Aneroidbarometer, 
das schneller als ein Quecksilberbarometer den Aenderungen des Luftdruckes 
folgt und das leichter zu observiren ist, aus. In Ermangelung eines Aneroid- 
barometers benutze man ein Quecksilberbarometer. Es wird angenommen, dafs 
der Platz des Barometers an Bord ein solcher ist, dafs das Instrument nicht zu 
starken und zu plötzlichen Temperaturänderungen ausgesetzt ist. Jedenfalls mufs 
es die letzte Stunde, bevor die viertelstündlichen Beobachtungen beginnen, vor 
der Sonne geschützt werden. Ist das Barometer selbst mit einem Thermometer 
versehen oder hat man ein Thermometer so zur Hand, dafs man es neben das 
Barometer hängen kann, so lese man bei jeder Beobachtung erst den Stand des 
Thermometers ab, darauf klopfe man, wie gebräuchlich, vorsichtig ein paar Male 
mit dem Finger auf den Glasdeckel.des Aneroiden oder auf das Rohr des Queck- 
silberbarometers, und dann nehme man die Ablesung des Barometers selbst vor. 
Falls man Quecksilberbarometer benutzt, muß der Nonius mit möglichst großer 
Sorgfalt eingestellt werden. Führt man die Beobachtungen in einem Hafen aus, 
so gebe man den Namen desselben an, macht man dieselben dagegen während 
der Fahrt, so gebe man die Breite und Länge der Stellen, an welchen man sich 
befindet, wenn man die erste und wenn man die letzte Barometerablesung nimmt, 
an. Die Zeit, am liebsten Greenwich-Zeit, notire man bei jeder Barometer- 
ablesung. Benutzt man die Zeit des Ortes, an welchem man sich befindet, mufs 
dieses besonders bemerkt werden. 
„Schemata zur Einführung der Beobachtungen erhält man gratis zugesandt, 
wenn man sich schriftlich an die Redaktion der „Naturen“ in Christiania wendet, 
Eine Abschrift der ausgeführten Beobachtungen sende man’ gefälligst so. schnell 
wie möglich an die Redaktion der „Naturen“ oder direkt an Unterzeichneten. 
„Andere Blätter werden gebeten, diese Aufforderung aufzunehmen, ebenso 
die Herren Rheder, die Schiffe in ausländischer Fahrt haben, ihre Kapitäne da- 
von in Kenntnifß zu setzen. ; 
Aksel 8. Steen, 
I. Assistent am norwegischen meteorologischen Institut.“
	        
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