2 Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück,
zu erreichen, trifft es die Verhältnisse ziemlich günstig mit vorherrschenden
südlichen Winden und braucht deshalb nicht weit nördlich zu gehen.
2914. „Salisbury“, Kapt. P. Reitzenstein, 1887 August 18 von
New-Castle nach San Diego, 73 Tage Reise. Wird ebenfalls auf der
ersten Strecke bis zur Nordspitze Neu-Seelands durch Ostwind aufgehalten
14 Tage Reise bis 170° O-Lg), vermeidet es aber, zu früh in das Passatgebiet
yedrängt zu werden. SE-Passat von 17° S-Br und 150° W-Lg bis 7° N-Br und
145° W-Lg; von 12° S-Br bis 8° S-Br sehr nördlich, so dafs kein Ost anzu-
holen möglich ist; vorher raum, was indefs das Schiff wegen der Nähe der
Paumotu-Inseln zu luvwärts nicht ausnutzen kann; auch später wieder aus raum
züdlicher Richtung. Beste Briese, Stärke 5 bis 6, zwischen 10° Süd und 7° N-Br.
NE-Passat von 11° N-Br bis 35° Nord, frisch, wenig schral, zuletzt südlich von E.
Das Schiff kommt beim Durchstechen des NE-Passats nicht ganz bis 148° W-Lg,
hat also durchaus keine Schwierigkeit, luywärts von den Hawai-Inseln zu passiren.
Später auf dem Wege ostwärts noch wieder Aufenthalt durch östlichen Wind,
der vielleicht vermieden worden wäre, wenn man sich etwas nördlicher gehalten
hätte. „Salisbury“ schneidet 140° W-Lg in 345° N-Br und 130° W-Lg in
32,7° N-Br.
Bemerkung: „September 14 um 4* p. m. hatten die Insel Maiao in NO,
6 Sm entfernt. Im SW der Insel brandete die See in einem Abstande von mehr
als 1 Sm vom Lande. Sahen gleichzeitig EKimeo und Tahiti. Bis nördlich von
den Inseln hatten flaue nordwestliche Winde.“
2968. „Friedrich“, Kapt. H. Korff, 1887 Oktober 22 von New-
Castle nach Honolulu, 61 Tage Reise. Passirt nördlich von Neu-Seeland,
hält sich dann aber gut südlich und schneidet 30° S-Br erst in 153° W-Lg.
Hat keine Schwierigkeit, Honolulu auf einem Buge zu erreichen. Die Route ist
zut gewählt. Längerer Aufenthalt entsteht im SE-Passat, der schon gestört ist.
SE-Passat von 34° SBr bis 24° S-Br leicht bis mäfsig; von 24° Süd bis 10° S-Br
Störung durch flaue und unbeständige NE- und NW-Winde mit Regenböen; das
Schiff benöthigt 18 Tage für diese 14° Breite. Von 10° S-Br bis 6° N-Br
ziemlich frische und beständige Briese aus NEzE bis ESE. Von 6° N-Br an
NE-Passat, zeitweilig bis E holend, von 8° bis 15° N-Br steif wehend.
2976. „Vally“, Kapt. Th. Wolter, 1888 Januar 28 von New-Castle
nach San Diego, 91 Tage Reise. Auf der ersten Strecke nördlich von Neu-
Seeland fast immer Ostwind; da derselbe sich zuletzt stets südlich von E hält,
wird das Schiff schon in 175° W-Lg über den Parallel von 30° Süd nordwärts
gedrängt. SE-Passat beständig bis 25° S-Br; von 25° Süd bis 13° S-Br Wind
NE, N, NW, zuveilen auch E, flau und unbeständig, Regenböen, 18 Tage Auf-
enthalt; von 13° Süd bis 1° S-Br etwas beständigere Briese aus E bis ENE,
von Stärke nicht über 3. NE-Passat von 2° N-Br bis 33° N-Br, erst schral,
später raumer. Das Schiff schneidet die Linie in 163,6° W-Lg und passirt weit
westlich von Hawai, Auf der letzten Strecke nach Osten noch wiederholt Auf-
enthalt durch Windstille, den man durch Wahl einer nördlicheren Route vielleicht
vermieden hätte. „Vally“ schneidet 150° W-Lg in 36,0° N-Br.
Bemerkung des Kapitäns: „Zwei norwegische Schiffe, gute Segler, welche
Mitte Februar von New-Castle ausgingen und die Route südlich von Neu-Seeland
and östlich von den Inseln nahmen, wobei der Breitenparallel von 30° Süd in
angefähr 120° W-Lg geschnitten wurde, hatten 71 Tage Reise nach hier (also
20 Tage weniger als „ Vally“). Von zwei anderen Schiffen, die mit uns zugleich
gesegelt, ging eins nördlich von Nexu-Seeland, aber dann, wie die eben erwähnten,
östlich von den Inseln (schnitt 30° S-Br in 123° W-Lg), während das andere
zwischen den F%ji- und Tonga-Inseln hindurch nordwärts ging. Die Dauer ihrer
Reise war 87 bezw. 92 Tage.“
3051. „Amelia“, Kapt. Fd. Warneke, 1888 Juni 13, von New-Castle
nach San Diego, 87 Tage Reise. Zunächst normaler Verlauf der Reise; doch
geht das Schiff zu weit westlich ins Passatgebiet hinein und mufs infolge dessen
westlich von den Hawai-Inseln passiren. Die Reise wird vornehmlich so lang
durch Stillen auf der nördlichen Öststrecke. Da hier noch viel Länge abzusegeln
war, dürfte es sich empfohlen haben, noch nördlicher zu gehen. „Amelia“
schneidet 150° W-Lg in 39,2° und 130° W-Lg in 38,1° N-Br. SE-Passat von
25° S-Br bis 3° N-Br, Richtung fast immer S von E, in 14° $-Br der Wind