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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Paranagua und Antonina an der Küste von Brasilien. 
do Mel, die beiden anderen gehören den Palmas-Inseln, nordwestlich der Barre, 
an. Man hat also jetzt im Ganzen acht Hügel voraus in Sicht. Wir steuerten 
auf ungefähr westlichem Kurse gerade auf den höchsten derselben zu, bis der 
Leuchtthurm auf der Spitze Conzas NW peilte. Von hier ist der Kurs über 
die Barre durch den Südkanal NWzN—NNW recht auf die Palmas-Inseln, bis 
der Leuchtthurm dwars ist, dann etwas westlicher, in der Mitte des Fahrwassers 
zwischen den letztgenannten Inseln und der Insel do Mel. 
Die rothe Tonne auf der Südostspitze der beim Einsegeln in den Süd- 
kanal auf St-B. liegenden flachen Stelle der Barre, deren in der Karte und den 
Segelanweisungen Erwähnung gethan wird, war nicht an ihrem Platz, sondern 
an den Strand getrieben; sie soll indeßs nach Aussage des Lootsen durch den 
Hafenmeister dorthin zurückgebracht werden. Oestlich (dwars) vom Fort liegt 
an der Aufsenkante einer Untiefe eine grofse Tonne, die beim KEinsegeln an 
B-B. gehalten werden muß. Eben oberhalb des Forts befinden sich zwei andere 
Untiefen, die durch Bojen an ihrer Westseite gekennzeichnet sind und ein- 
kommend auf St-B. gelassen werden. Nachdem diese beiden Untiefen passirt 
sind, steuere man in einem Abstande von 2 Kabllg. an dem Nordwestende der 
Insel do Mel vorbei, recht auf das Westende der Insel Cotinga (hohes Land, 
welches mittlerweile an B-B. voraus in Sicht gekommen ist) zu. Das Fahrwasser 
dorthin ist rein, nur darf man sich der Insel Cotinga nicht allzusehr nähern, 
weil ungefähr 1 Kablilg. von deren Westspitze eine Klippe liegt, auf welcher 
freilich eine Bake steht. Sobald diese passirt ist, erreicht man den Ankerplatz 
der sogenannten Franguia, wo man auf einer Wassertiefe von 9m (5 Fad.) 
ankert, um die Visite an Bord zu empfangen und das Schiff einzuklariren. 
Die Tiefe des südlichen Kanals der Barre von Paranagua beträgt an der 
äußeren Kante der letzteren bei Niedrigwasser 5 bis 5'/% m (2%. bis 3 Fad.); 
sobald diese aber überschritten ist, hat man Tiefen von 7,3 bis 14,6 m (4 bis 
8 Fad.). Nach der Aussage des Lootsen hat der Nordkanal (zwischen den 
Inseln Palmas und der Mitte der Barre von Paranagua) auf der flachsten Stelle 
bei Niedrigwasser eine Tiefe von durchschnittlich 7,3 m (4 Fad.). Derselbe wird 
aber selten benutzt, weil die vorherrschenden südlichen Winde daselbst eine hohe 
See hervorrufen. Namentlich ist das Ausgehen und Einkommen der Lootsen- 
kanoes sehr beschwerlich. Innerhalb der Barre bis hinauf zur Franguia ist die 
durchschnittliche Wassertiefe 11,0 bis 146m (6 bis 8 Fad.), aber stellenweise 
erreicht sie sogar 27,5 m (15 Fad.). 
Laut Charterpartie hatte ich entweder in Paranagua-. oder in Antonina 
eine Ladung Herba Mate für Montevideo einzunehmen, und ich erhielt demgemäß 
die Order, nach dem letztgenannten Platze zu segeln. Ich trat daher am folgen- 
den Tage unter der Leitung eines Lootsen die Reise dorthin an. Bei der 
herrschenden leichten Briese, welche durch Windstillen unterbrochen wurde, und 
einem zeitweiligen Gegenstrom, der bei der vorhandenen Springe eine Ge- 
schwindigkeit von 2 bis 3 Knoten erreichte, benöthigten wir zwei volle Tage, 
um die 13 Sm betragende Entfernung von der Franquia bis nach Antonina 
zurückzulegen. Das Fahrwasser ist bis 3 Sm unterhalb von Antonina rein, bei 
Tiefen von 5,5 bis 9,1m (3 bis 5 Fad.), die letzte Strecke desselben aber sehr 
eingeengt durch Klippen und Untiefen, die übrigens durch längliche, aufrecht 
treibende Tonnen mit Stange und Kugel gekennzeichnet sind. KEinsegelnd liegen 
an St-B. die weißen und an B-B. die rothen Tonnen. Die Arbeit wird einem 
dadurch sehr erleichtert, da man stets nur die Mitte zwischen den beiden Tonnen- 
reihen zu halten hat. Tiefergehende Schiffe ankern ungeführ %41 Sm unterhalb 
der Stadt, kleinere liegen bei derselben mit beiden Ankern vertäut. Hier be- 
trägt die Tiefe bei Niedrigwasser 3m (10 Fufs), da aber der Boden aus weichem 
Schlick besteht, so erleidet ein Schiff keinen Schaden, wenn es auf den Grund 
geräth. 
Während unseres Aufenthaltes in der Bai von Paranagua vom 15. Oktober 
bis zum 20. November 1888 hatten wir fast ununterbrochen Regen und Gewitter, 
kaum dafs das Wetter auf kurze Zeit trocken war. Es ist dieses nach der 
Behauptung der hiesigen Einwohner der gewöhnliche Witterungszustand des 
Monats Oktober. Der Wind trat während der Nacht als eine flaue, von Stillen 
unterbrochene Landbriese, von des Vormittags um 10 Uhr bis zum Abend als 
Seehriese von der Stärke 4 bis 7 auf. Da die Bai ringsum, mit Ausnahme nach
	        
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