Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Parnafs“,
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aber bei einem vorhandenen Südwinde müssen die Fahrzeuge mitunter tagelang‘
warten, bevor sie die Barre passiren können.
Am 22. November bekamen wir unsere letzte Ladung an Bord, und ich
fahr noch an demselben Tage zur Stadt hinauf, um das Schiff auszuklariren.
Am Abend des 23. kehrte ich‘ von dort nach dem Schiffe zurück. Während
dieses Tages herrschte Windstille bei dicht bedecktem Himmel, nachdem in der
voraufgegangenen Nacht eine hohe südliche Dünung aufgekommen und auch das
Barometer bedeutend gefallen war, alles Anzeichen von schlechtem Wetter,
Wir wanden daher so viel Kette, als zulässig, ein, um mit der ersten aufkommen-
den Briese den Anker schnell lichten und in See gehen zu können. Schon um
12 Uhr Nachts setzte ein stürmischer, von heftigen Regenböen mit der Stärke 9
begleiteter SE-Wind ein, mit dem wir dann auch sofort unsere Reise nach
Falmouth für Order antraten.
Während unseres Aufenthaltes auf dem Ankerplatz von Playa Colorada
vom 12. bis 23. November 1888 war das Wetter stets gut. Am Nachmittage
wehte eine frische Briese von NW, des Nachts war es flau.
Das Trinkwasser in Playa Colorada ist schlecht und dazu kostspielig an
Bord zu bringen.
Paranagua und Antonina an der Küste von Brasilien.)
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
„Ueber diese beiden Häfen berichtet Kapt. P. A. Deeken, vom deutschen
Schoner „Sagterland“, in seinem bei der Seewarte eingegangenen meteorologi-
schen Journal, was folgt:
„Auf unserer Reise von Rio de Janeiro nach Paranagua war unser Schiffs-
drt am 14, Oktober 1888 25° 22‘ S-Br und 46° 39 W-Lg. Der zur Zeit steife
SSE-Wind flaute bei erst abklarender, später wieder regnerischer Luft gegen
Abend- zu einer leichten bis mäfsigen Briese ab. Um 8 Uhr entdeckten wir
hohes Land im NW und peilten um 10 Uhr das Feuer von Paranagua WzS;
die Wassertiefe betrug 16,5 m (9 Fad.) und die Entfernung von dem Feuer war
demnach 8 bis 9 Sm. Nach Mitternacht war es flau und still und die Luft ab-
wechselnd regnerisch und klar, weshalb das Feuer nur zeitweise in Sicht war.
Am Morgen kam leichte südwestliche Briese durch, mit der wir bei ruhiger
See auf St-B.-Halsen bei dem Winde weiter segelten. Am Vormittage war das
Wetter regnerisch, bei flauer Briese und Mallung. Um 11 Uhr peilte das Ostende
der Insel do Mel — der Hügel auf der Spitze Conzas, auf dem der Leuchtthurm
steht — rw. WNW, etwa 16 Sm entfernt. Aufserdem waren links von diesem
Hügel noch vier andere in Sicht, welche scheinbar eine mittlere Schiffslänge
von einander entfernt liegen. Der mittelste dieser fünf Hügel ist der höchste
derselben. Die Insel Fiqgueira weiter nordwärts — ebenfalls als ein kleiner
Hügel sich darstellend — war gleichzeitig in Sicht, während das hohe Küsten-
land wegen des regnerischen Wetters nur zuweilen durchschien. Wir erhielten
hier einen Lootsen, der in einem mit noch zwei Ruderern bemannten Kanoe
herauskam. Unter dessen Anleitung steuerten wir der Barre von Paranagua
zu, wobei die genannten Hügel, welche aus der Ferne wie kleine Inseln aus-
sehen, als gute Segelmarken dienten. Hat man sich dem Lande noch 2 bis
3 Sm weiter genähert, so tauchen rechts von der Spitze Conzas noch drei
andere Hügel auf; der erste derselben liegt oberhalb des Forts auf der Insel
4) Siehe auch diese Annalen, Jahrgang 1886, S. 66 u. 329.
Ans. d. Hydr. ete.. 1891, Heft Y.