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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

L8E 
Das Klima Helgolands, 
um die Häufigkeit der Temperaturänderungen von bestimmter Größe aus einem 
gröfseren Zeitraum übersehen zu können, wurden jene Rechnungen auf das 
Dezennium 1874,83 erweitert. Aus der hierauf beruhenden 
Jan. 
1874 A 
1875 1,6 
1876 12 
1877 1,5 
1878 vn 
1879 ‘4 
1880 2 
1881 17 
1882 1,3 
1883 L6 
Mittel 1,38 
Tabelle VI. 
Mittlere interdiurne Variation in °C. (1874/83). 
Fehr. März April Mai ‚Juni Juli Aug. Sept. Okt. 
Jahr 
3 410. 10 0,8 1,4 1,3 11. 0,7 D9 1,2 1,3 1,09 
4 12 10 213 42 10 12 09 11 14 14 1,22 
12 10 11 . 09 10 14 09 ©7 12 13 8 1,14 
12 12 09 LO 16 09 12 10 1.1 10 1,4 1,17 
09 09 10 142 12 08 0,9 09 08 11 09 0,98 
12 09 09 09 4 10 12 10 12 15 1,7 1,19 
10 09 10 14 LO 17 08 10 17 15 13 1,10 
13 12 08 11 15 19 10 08 10 12 1,3 1.22 
1,2 1,0 1,1 1,0 14 09 10 09 09 12 15 1,11 
12 10 12 18 12 12 08 08 09 08 15 1,18 
1.19 103 100 114 129 121 101 ©87 108 122 141 1,14 
Häufigkeit der Temperaturänderungen (1874/83). 
2,0°— 3,9° ı f9 ?4 RA 1,6 43 59 69 60,7 
40— 59 08 v2 „82% v3 6 . 02 06 06 08 5,7 
60—79 Ol — — — A ul U 0,5 
A = 
100-119 2 — 1 0,1 
Summe > 2° 80 64 43 47 42 72 62 49 18 49 66 78 6710 
DE 
geht nun ohne jeden Zweifel hervor, dafs Helgoland nicht nur im Jahres- 
mittel, sondern sogar in jedem Monat die geringste Veränderlichkeit 
von Centralenropa hat, ja es kann sich in dieser Beziehung allen südlichen, 
maritim gelegenen klimatischen Kurorten getrost an die Seite stellen. Es steht 
in dieser Beziehung im kKrassesten Gegensatz zu allen Gebirgsgegenden und 
deren Kurorten, da dort gerade die gröfste Veränderlichkeit beobachtet wird. 
Der jährliche Gang schliefst sich dem in Nordwest-Deutschland durchaus 
an: Hauptmaximum im Dezember, Hauptminimum im September, zweites Maxi- 
mum im Juni, zweites Minimum im April, so dafs die geringere Veränderlichkeit 
in allen Monaten gegenüber der ebenfalls nur schwach veränderlichen Küste 
selbstverständlich wird. 
Bei Betrachtung der Temperaturänderungen von bestimmter Stufe zeigt 
sich Helgoland in gleich günstigem Lichte. Nur 67 Mal im Jahre beträgt die 
Schwankung der Temperaturmittel von Tag zu Tage mehr als zwei Grad, 
während dies selbst an der Nordseeküste schon etwa 100 Mal, im Binnenlande bis 
150 Mal, im Gebirge sogar bis 175 Mal vorkommt. — Aehnlich verhält es sich 
bezüglich der Häufigkeit gröfserer Temperaturänderungen. Im Betrage von 4° 
und mehr stellen sich dieselben nur 6 Mal im Jahre ein, an der Nordseeküste 
aber etwa 20 Mal, im kontinentalsten Norddeutschlaud 50, im Riesengebirge 
bis 70 Mal. Noch gröfsere Temperatursprünge gehören schon zu den gröfsten 
Seltenheiten: auf mehr als 6° Aenderung in zwei aufeinander folgenden Tagen 
kann man alle zwei Jahre nur einmal rechnen. Man hätte die gröfstmögliche 
Aenderung auf noch nicht ganz 8° ansetzen können, wenn nicht innerhalb des 
zehnjährigen Zeitraums einmal — und zwar vom 27, auf den 28. Dezember 1876 — 
eine Erwärmung von 10,6° eingetreten wäre — allerdings ein so exorbitanter 
Fall, dafs wohl mehr als ein Jahrzehnt verfliefsen dürfte, ehe er wieder 
sich ereignet. 
Erwärmungen sind, wie im übrigen Deutschland, im Laufe des Jahres 
häufiger als Erkaltungen, in der Zeit abnehmender Temperatur treten die 
ersteren allerdings zurück. In dieser Beziehung bietet Helgoland nichts Auf- 
fallendes. Das Verhältnifs der Häufigkeit der Erwärmungen zu den der Er- 
kaltungen beträgt nämlich in den einzelnen Monaten: 
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt, Nov. Dez, Jahr 
094 114 2112 1831 183 122 105 107 095 0,96 0,78 0,90 1,06.
	        
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