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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Das Klima Helgolands. 
183 
es der Wirklichkeit entsprechen dürfte — leider haben sich ja dieselben in 
vielen Fällen als nicht ganz zuverlässig erwiesen —, trotzdem zeigt sich auch 
die aperiodische Tagesamplitude hier geringer als an all den Orten 
Deutschlands, von denen überhaupt entsprechende vieljährige Mittel abgeleitet 
wurden und von denen einige zur Vergleichung geeignete mit angeführt 
werden mögen. 
Tabelle IV. 
Januar 
Februar 
März 
April 
Mai 
Juni ; 
Juli 
August 
September 
Oktober 
November 
Dezember 
Jahr 
Emden 
3,6 
4,4 
57 
29 
"RR 
Pi 
6,9 
7 
4,4 
3,3 
8.1 
Max. 
Mittl. tägl. Temperatur- 
Min. 
Amplitude 
Januar 2,9° 
Februar 2,8 
März 4,0 
Mai 13,1 
Juni 17,5 
Juli 19,1 
August 19,3 
September 16,8 
Dktober 11,5 
November 7,3 
Dezember . 4,4 
Jahr 10,6 
* 0,6° 
— 0,6 
-0,2 
3,2 
7.0 
2.5 
„3 
55 
5,1 
5A 
7 
43 
3,5 
3,5 
4,6 
Lara 
13,4 
13,8 
12,3 
7,9 
3,8 
0,9 
6,0 
Mittlere tägliche Temperatur- Amplitude. 
Meldorf Kiel Hamburg Hannover Berlin 
3,3 
3,9 
5:8 
5 
3,8 
4,0 
Al 
5,6 
7 
50 
5,4 
6,8 
8,7 
10,0 
a” 
‘g 
4,9 
7,3 
9 
U) 
49 
19 
5 
8,8 
6,5 
48 
7 4,5 
4,4 4,0 
34 3,7 
6,0 3,6 
2,6 
2 »6 
+8 3,1 
R,3 6,8 
4,8 5,5 4,4 
4,1 4,5 3,7 
7.1 7,4 7.4 
Königsberg Breslau 
3,6 
2,2 
5,9 
o 
46 
8 
44 
3,0 
7,5 
5,9 
3,7 
3,6 
6,8 
6,0 
6,8 
A 
d,2 
10,1 
10,0 
9,8 
76 
A 
8,6 
5,9 
5,5 
8,2 
Die tägliche Amplitude ist somit im Jahresdurchschnitt am kleinsten in 
Helgoland, an den sonst meist begünstigten Stationen Emden, Meldorf und Kiel 
aber schon um mehr als einen Grad gröfser und noch mehr begreiflicherweise 
an den anderen kontinental gelegenen Stationen, wo sie schliefslich selbst 
innerhalb Deutschlands über 10° hinausgeht. Auch in den einzelnen Monaten 
trifft im Allgemeinen das gleiche Verhältnifs zu, und nur im Winter scheint 
Helgoland mit Emden und Meldorf auf gleicher Stufe zu stehen. 
Das Meerwasser hält nicht nur durch direkte Einwirkung vermöge seiner 
gleichmäfsigen im Laufe eines Tages sich so gut wie gar nicht ändernden 
Wärmeverhältnisse die Tagesschwankung der Lufttemperatur in so engen 
Grenzen, sondern es ist vielleicht noch mehr dessen indirekter Einflufs durch 
Beförderung und Beschleunigung der Wolkenbildung hierbei von Belang; denn 
eine Wolkendecke hemmt Ein- und Ausstrahlung und damit die Gelegenheit 
zu Schnellen Temperaturänderungen. Schon im jährlichen Gange kann man 
wenigstens in den allgemeinen Zügen die Beziehung zwischen Temperatur- 
Amplitude und Bewölkungsgröfse (s. unten) erkennen, noch mehr aber, 
wenn man die einzelnen Tagesschwankungen ordnet nach dem Betrage der 
;äglichen Bewölkung. Um hiervon ein Bild zu geben, wurde die mittlere Tages- 
amplitude gesondert für heitere und für irübe Tage aus den Beobachtungen 
1885/89 berechnet. Es ergab sich als: 
Ann. d. Hyäür. ete., 1891, Heft V.
	        
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