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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

1792 
Kleine Notizen. 
fertiggestellt. Die Wassertiefe auf der Barre, die früher 10 Fufs betrug, hat 
jedoch bis auf 6 bis 7 Fuls abgenommen, so dafs zur Zeit der Anwesenheit der 
„Croatia, Ende Januar 1891, nur Fahrzeuge von höchstens 6 Fufßs Tiefgang 
die Barre passiren konnten. Man erwartete indessen, dafs die mit der Regen- 
zeit eintretende starke Strömung den zwischen den Dämmen abgelagerten Sand 
fortspülen werde, . 
New-Orleans. Derselbe Kapitän berichtet: Grofse Schiffe, welche nach 
New-Orleans bestimmt sind, benutzen beim Einsegeln sowohl als beim Ausgehen 
nur den Süd-Pass und können auch nur dort Lootsen erhalten. Die auf der 
Karte der U. S. Coast Survey „Delta of the Mississippi“ 1884, korr. 1891 an- 
gegebene Lootsenstation beim Südwest-Pass-Feuerthurm ist nach Aussage unseres 
Lootsen schon seit Jahren nicht mehr besetzt, und wird der Südwest-Pass über- 
haupt nicht mehr befahren, weil er versandet ist. Am Süd-Pass ist nur ein 
Lootsendampfer vorbanden. Derselbe hat seine Station innerhalb des Einganges 
und geht nur hinaus, wenn Schiffe in Sicht sind, und dann auch nicht sehr 
weit. Bei Nebel bleibt er ruhig drinnen. Die Angabe im „West India Directory“, 
Band 1, 1883, S. 447 ist hiernach zu berichtigen. Wenn ein Lootse an Bord 
ist, werden die Schiffe zu jeder Zeit, auch Nachts, wenn nur die Leitfeuer zu 
sehen sind, in den Süd-Pass hinein gebracht. Dagegen müssen flulsabwärts 
kommende Schiffe, wenn sie den Ausgang des Passes nicht vor Dunkelwerden 
erreichen können, bei der Quarantaine-Station an der Vergabelung des Südwest- 
Pass, Süd-Pass und Pass ä l’Outre zu Anker gehen und bis zum nächsten 
Morgen warten. 
Im Frühjahre, wenn das Flulswasser noch kalt ist, tritt bei warmem 
Winde im Mississippi-Delta mit Sonnenuntergang sehr oft Nebel ein, der indessen 
seewärts nicht weiter gehen soll, als das Flußswasser kommt. Ausgehend hatten 
wir am 20. Februar 1891 nur bis 1 Sm aufserhalb der Flufsmündung auf gelbem 
Wasser Nebel; als die Wasserfarbe hell wnrde, wurde das Wetter klar. Bei 
der Ansegelung am Morgen des 3. Februar erstreckten sich das gelbe Wasser 
und der Nebel erheblich weiter landabwärts. Der Wind war damals südöstlich, 
beim Ausgehen südlich. Auch während unserer Anwesenheit in New- Orleans 
herrschte vorwiegend nebeliges Wetter, besonders Nachts, Die Strömung vor 
der Flufsmündung soll nach Aussage der Lootsen sich nach dem Winde richten. 
4. Bemerkung über die Einsegelung in den Yung-Flufs.') Ostküste 
von China. Nach einem Berichte des Lieutenant C. A, Foster vom V. St. 8. 
„Monocacy“, Commander M. L. Johnson, vom 3. September 1890 (vgl. „Notice 
to Mariners“ No. 7,129, Washington 1891) erstreckte sich in der Yung-Mündung 
lie Bank bei den Inseln Taping und Taoutse südwärts und ostwärts bis zu der 
4 Fad.- (7,3 m-) Linie auf der Br. Adm.-Karte No. 1770 (X1: 65); das SO-Ende 
derselben berührt sogar die 5 Fad.- (9,1 m-) Linie. Auf der Süd- und Ostküste 
dieser Bank sind 2,7 bis 4,3 m Wasser bei Springzeit-Niedrigwasser. Die schwarze 
Tonne nordwärts der Insel Tiger (Pas-yew) liegt westwärts der Seaou-yew Spit, 
ca 457 m rw. Nord (mw. NX!40) vom NW-Ende der Insel Tiger, 
Die Soukon-Schlammbank an der Südseite des Fahrwassers, südlich der 
Insel Tiger, hat sich weiter nordwärts ausgedehnt. Auf der Insel Peak ist ein 
gröfseres Fort erbaut worden. 
Auf dem Ostende der Insel 7Ta-yew steht ein einzelner Baum, welcher 
für das östliche Fahrwasser eine gute Landmarke bildet. Benutzt man zur 
Einsegelung das östliche Fahrwasser, so mufs man diesen Baum nördlich frei 
von der Sesostris Rock-Tome halten, um von der Soukon-Schlammbank frei zu 
bleiben; dabei mul man dicht unter der Insel T7iger bleiben. 
Die Lootsen halten sich an der Südseite der Insel Taping auf, und kann 
ınan daselbst zu jeder Zeit einen Lootsen erhalten. 
Von der Insel Tap muß man beim Passiren derselben wenigstens ‘2 Sm 
abbleiben. Die Ehhe ist ostwärts von der Insel Tap sehr stark fühlbar. 
5. Flaschenpost. Durch Vermittelung eines deutschen Seemannes 
M. Maester zu Melbourne ist ein Flaschenpostzettel eingegangen, welcher von 
\ Vol. „China Sea Directory“, Vol. III, 1884, Seite 399 bis 403.
	        
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