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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

170 Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1886. 
biete des Südost- in das des Nordostpassats unverhältnifsmäfsig lange durch 
Stille und Mallung zurückgehalten wurde, gelangten beide Mitsegler an dem- 
gelben Tage zum Parallel von 10° N-Br. „Van den Bergh‘“ schnitt denselben, 
obgleich er auf der Linie vier Grad östlicher als „Johann Hinrich‘ gestanden 
hatte, in derselben Länge, wie dies Schiff es that. Von letzterem waren, bevor 
der Nordostpassat unweit 5,8° N-Br in 28,8° W-Lg am 5. November einsetzte, 
nur für wenige Wachen Mallung beobachtet worden. „Van den Bergh‘“ erreichte 
die für ihn in 68° N-Br und 274° W-Lg liegende äquatoriale Passatgrenze 
ebenfalls am 5. November. Das Gebiet des bis nach 20° N-Br hin recht kräftig 
wehenden Passats durchsegelten die Mitsegler in gleichem Schritt, nur machte 
„Van den Bergh‘“ dabei noch etwas mehr Westlänge, als es „Johann Hinrich‘ 
that. Am Mittage des 17. November, an welchem Tage bei beiden Schiffen der 
Passat endete, befand sich „Van den Bergh“ im 33° N-Br und 33° W-Lg und 
„Johann Hinrich“ in 32,6° N-Br und 31,6° W-Lg. Sie befanden sich damals in- 
mitten des grofsen Hochdruckgebietes der Karte XXXIX, in welchem, der 
Wetterlage entsprechend, sich der Wind bald durch Süd nach West veränderte 
und darauf für mehrere Tage eine recht günstige Gelegenheit zur Förderung der 
Reise gewährte. Als die Gestalt des Hochdruckgebietes nach kurzer Zeit die- 
jenige wurde, welche auf Karte XL eingetragen ist, wurde die Windrichtung 
wieder eine östliche. Der fernere Verlauf der Reise wurde dadurch ein lang- 
samerer, und zwar war dies besonders bei „Van den Bergh“ der Fall, welcher 
sich nicht so nördlich hielt als „Johann Hinrich“. Die Folge davon war, dafs 
letzteres Schiff auch von dem Sturme verschont blieb, welcher am 28. November 
von dem in 37,5° N-Br und 18° W-Lg stehenden „Van den Bergh“ überstanden 
wurde. Derselbe war ein Begleiter jenes auf Karte XL angegebenen, schon 
anderweit besprochenen Tiefdruckgebietes, das sich auffallenderweise nach Süd- 
westen hin fortpflanzte und dessen Mittelpunkt am 28. November in der Nähe 
von 28° N-Br und 22° W.Lg zu liegen schien. Durch diese Verhältnisse ver- 
Jängerte sich „Van den Berghs“ Reise in solcher Weise, dafs erst am 5. Dezember 
der Hafen von Cadix erreicht werden konnte. „Johann Hinrich“ war am 
30. November zur Mündung des Tajo gelangt. 
Die beiden letzten Schiffe der Liste, „Amaranth‘ und ‚Polynesia‘, über- 
schritten den Aequator im zweiten Drittel des November. Sie wurden in nörd- 
licher Breite dadurch besonders begünstigt, dafs sie beim Uebergange vom Ge- 
biete des Südost- in das des Nordostpassats keine Spur von Mallung antrafen. 
Der Verlauf ihrer Reisen war dem entsprechend zunächst ein recht günstiger. 
Nachdem der Passat aber nördlich von 18° N-Br schwach geworden war, trat 
eine Verzögerung ein. Dieses Abflauen des Passats war auf das Zusammen- 
schrumpfen des Hochdruckgebietes, wie es die Karte XL zeigt, zurückzuführen. 
Am 25. November wehte bei „Polynesia“ unweit von 21° N-Br in 35° W-Lg 
ein Sturm aus Südost, bei dem der Luftdruck bis auf 756,2 mm sank. Eine Woche 
später litten beide Mitsegler unter dem heftigeren und mehrere Tage anhalten- 
den Nordoststurm, den jenes schon mehrfach erwähnte, vom Mittelmeere her- 
kommende Tiefdruckgebiet der Karte XL verursachte. Da sich auch, nachdem 
die Ursache dieses Sturmes verschwunden war, der Wind für längere Zeit im 
nordöstlichen Viertel hielt, konnten beide Schiffe während der nächsten Zeit nur 
einen sehr langsamen Fortgang erzielen. Erst am 6. Dezember stellten sich 
westliche Winde ein, die später, als die Schiffe den Aufsengründen des Kanals 
nicht mehr fern waren, an mehreren Tagen heftig stürmten. „Amaranth‘‘ ge- 
langte in die Nähe von Lizard am 14, und „Polynesia“ am 18. Dezember. Beider 
Reisen waren in der gleichen Zeit von 32 Tagen vollendet worden.
	        
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