accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1886. 169 
Cadix bestimmte „Ingeborg“ erreichte diesen Platz nach verhältnifsmälig- rascher 
Fahrt. 
Der in der Liste folgende „Janbaas“ war nach New-York bestimmt. 
Frischer Südostpassat begleitete ihn bis nach 6,5° N-Br in 39° W-Lg, wo sich 
am 16, September Mallung von mehreren Tagen Dauer einstellte, . Nördlich 
von 11° N-Br wurde ein frischer Westmonsun angetroffen, aus dem sich zwei 
Tage später, indem der Wind durch Süd drehte, der Passat entwickelte. Die 
äquatoriale Grenze desselben schien am 22, September in der Nähe von 
15° N-Br und 43,5 W-Lg zu liegen. Der anfänglich ziemlich frisch und beständig 
wehende Passat trat nördlich von 23° N-Br nur schwach auf und endete, als 
‚„Janbaas“ von ihm bis zum 4, Oktober nach 28,5° N-Br in 65,5° W-Lg geführt 
worden war. Das Schiff befand sich dort, wie aus Karte XXXIV ersichtlich, 
dem südwestlichen Theile des Hochdruckgebietes nahe, wo, der Wetterlage ent- 
sprechend, südwestliche Winde einsetzen mulsten. Nachdem dieses geschehen 
war, stellten sich einige Tage später mit dem Herannahen des Tiefdruckgebietes 
derselben Karte, welches mit seinem Mittelpunkte am 6. Oktober in der Nähe 
von.35° N-Br und 70° W-Lg zu liegen schien, westliche bis nordnordöstliche 
Winde ein. Letztere hielten, obgleich bald schwächer geworden, lange genug 
an, um das Schiff bis in die Nähe des Hafens zu führen. Derselbe wurde am 
14. Oktober erreicht. ; 
Die‘ folgenden vier zum Kanal bestimmten Schiffe sind, weil, wenn auch 
nicht ihre Abgangszeiten, so doch die Zeit ihrer Ankunft ziemlich nabe zu- 
sammenfallen, in eine Gruppe zu fassen. Es waren dies: „Magnat“, ‚,Aecolus‘, 
„Hermann“ und „Parnass“. Sie trafen mit Ausnahme. von „Magnat“ einen süd- 
westlichen Monsun nicht mehr an. Die Folge davon war, dafs verhältnilsmäßig 
lange Zeit erforderlich war, um 10° N-Br zu erreichen. „Magnat“ wurde bis 
weit über diesen Parallel hinaus von leichtem Westwinde, aus dem später durch 
Rechtsdrehung der Passat entstand, begleitet. „Aeolus‘“ erreichte die äquatoriale 
Passatgrenze in 9° N-Br und 27° W-Lg am 10. Oktober, „Hermann“ that das- 
selbe in 9,5° N-Br und 285° W-Lg, ‚wie der schnellsegelnde „Parnass“ in 
7,8° N-Br und 26,7° W-Lg am 12. Öktober. Der zwischen 9° und 29° N-Br 
recht kräftig auftretende Passat hielt an, bis „Magnat“ am 13. Oktober in die 
Nähe von 32° N-Br und 35° W-Lg, „Aeolus“ am 20. Oktober nach 30° N-Br 
in 40,6° W-Lg, „Hermann“. am 23. Oktober nach 29,8° N-Br in 445° W-Lg 
und „Parnass“ am 20. Oktober nach 30° N-Br in 415° W-Lg gekommen war. 
Am .Mittage letzteren Pages standen „Aeolus“ in 30° N-Br und 40,6° W-Lg 
und „Parnass“ im 29,7° N-Br und 41° W-Lg in geringer Entfernung von ein- 
ander. Der Passat endete bei „Magnat“ im Bereiche des Hochdruckgebietes der 
Karte XXXV, während derselbe Vorgang bei den anderen Mitseglern statt fand, 
nachdem sich bei ihnen die Wirkungen des Hochdruckgebietes der Karte XXXVI 
gezeigt hatten. Während die Schiffe dann weiter nach Norden hin vorrückten, 
drehte der schwache Wind durch Süd nach Südwest. Später wurden sie be- 
günstigt durch jene heftigen Winde, welche durch das Tiefdruckgebiet der Karte 
XXXVI verursacht wurden, welches mit seinem Mittelpunkte am 26. Oktober 
bei 50° N-Br in 38° W-Lg lag. Bei dem südlicher als die anderen Mitsegler 
stehenden „Hermann“ war dies am 25. Oktober zwar auch der Fall, am nächsten 
Tage veränderte sich jedoch bei ihm der Wind wieder nach Nordost, um sich 
längere Zeit in diesem Viertel zu halten. Seine Reise lerlitt dadurch eine he- 
deutende Verzögerung. Am 9. und 10. November, also zu einer. Zeit, als ein 
Theil der anderen Mitsegler den Kanal schon erreicht hatte, überstand „Hermann“ 
in der Nähe von 42° N-Br und 19° W-Lg einen sehr heftigen Sturm aus Nord; 
bei dem der Luftdruck jedoch keinen tieferen Stand als 756,5 mm erreichte. 
Derselbe wurde verursacht durch jenes von Island herkommende Tiefdruckgebiet 
der Karte XXXVIIZ, dessen Mittelpunkt am 9. November über dem St. Georgs- 
Kanal lag. Bei stürmischem Nordwestwinde erreichte „Hermann“ am 17. No- 
vember die Kanalmündung, 
Auf die vorerwähnte Gruppe von Schiffen folgen in der Liste die beiden 
Mitsegler: „Van den Bergh“ und „Johann Hinrich‘, welche den Parallel von 
30° N-Br am selben Tage überschritten und deren Reisen beide einen süd- 
europäischen Hafen als Ziel hatten. Das erstere Schiff hatte die Linie mehrere 
Tage früher als das Jetztere gekreuzt; da es jedoch beim Uebergange vom Ge- 
Ann, d, Hydr. etc., 1891, Heft IV.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.