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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1886. 
Im Gegensatze zu diesen Schiffen, welche das Passatgebiet verhältnifsmäfsig früh 
erreichten, mufsten die anderen sechs Mitsegler bis nach 24° N-Br vorrücken, 
bevor sich bei ihnen der beständige Passat einstellte. Nachdem dieselben schon 
vorher von nördlichen und östlichen Winden begünstigt gewesen waren, erhielten 
zie in der Nähe von 29° N-Br noch wieder leichten Westwind. Die Ursache 
dieser Störung ist aus der betreffenden Karte mit Sicherheit nicht zu ersehen. 
Anscheinend wurde sie hervorgerufen durch jenes Tiefdruckgebiet der Karte XXXIV, 
dessen Mittelpunkt am 4. Oktober unweit von 45° N-Br in 13° W-Lg zu liegen 
schien. Im Passatgebiet selbst steuerte „Indra‘“ und „Jessonda‘, das erste und 
das letzte Schiff dieser Gruppe einen Öst von den Kap Verden nach Süden 
‘ührenden Kurs. Die übrigen Mitsegler verfolgten den westlichen Weg. „Indra“ 
erzielte gegen „Elisabeth Rickmers“ und „Joseph Haydn“ keinen Gewinn, erlitt 
lagegen auch keinen Verlust, denn um von 30° N-Br aus den Aequator zu er- 
reichen, war für „Indra‘““ und „Joseph Haydn“ die gleiche Zeit von 25 Tagen 
erforderlich, während bei „Elisabeth Rickmers“ 21 Tage für die Zurücklegung 
derselben Strecke genügt hatten. Die Linie überschritt „Joseph Haydn“ in einem 
fünf Längengrade weiter östlich gelegenen Punkte, als „Indra“ es that. „Jessonda“, 
das andere die östliche Route verfolgende Schiff, gewann auf derselben auch 
nicht gegen die Mitsegler. Denn „Mutador“ gebrauchte 22 "Tage, um von 
30° N-Br ab die Linie zu erreichen, und für „Jessonda‘“ waren auf derselben 
Strecke 23 Tage erforderlich. Ein einigermaßen beständiger Südwestmonsun 
wurde von allen Schiffen nicht mehr angetroffen, wenn auch die südlich von 
5° N-Br beobachteten schwachen Winde noch vorherrschend südwestliche waren. 
Eine andere Gruppe von Schiffen, welche im ersten Drittel des No- 
vember von nördlicher in südliche Breite überging, bestand aus: „Humboldt“, 
„J. H. Lübken‘“, „Paul Thormann“, „Speculant‘““, „Luna“, „Poncho“ und 
„J/. W. Güldemeister“, Von diesen fanden die beiden zuerst genannten auf dem 
ersten und letzten Reiseabschnitt derart ungünstige Verhältnisse, dafs ihre Reisen 
eine Dauer von 44 und 42 Tagen erlangten, während das zuletzt erwähnte Schiff 
die Fahrt zur Linie in 24 Tagen ausführen konnte. „Humboldt“ und „J. H. Lübken“ 
traten ihre Reisen bei stürmischem, mehrere Tage anhaltenden Nordostwinde an. 
Derselbe wurde verursacht durch jenes schon wiederholt erwähnte Tiefdruck- 
gebiet der Karte XXXIII, dessen Mittelpunkt am 23, September in der Nähe 
von Bayonne zu liegen schien. Nachdem dasselbe vorüber gezogen war, machte 
sich nach kurzer Zeit der Einfluß jenes Tiefdruckgebietes der Karte XXXIV 
oemerkbar, welches am 4. Oktober mit seinem Mittelpunkte nordwestlich vom 
Kap Finisterre lag. Da, wie beide Karten zeigen, die Lage des Hochdruckgebietes 
sich gleichzeitig weit nach Süden hin zurückgezogen hatte, blieben westliche 
Winde zunächst vorherrschend. „Paul Thormann“ und „Speculant“ litten unter 
diesen Verhältnissen ebenfalls, besonders wurden dieselben aber durch die West- 
winde des auf Karte XXXV angegebenen, mit seinem Mittelpunkte am 15. Ok- 
tober über Irland gelagerten Tiefdruckgebietes zurückgehalten. Alle diese Reisen, 
wie auch die der drei folgenden Mitsegler: „Luna“, „Poncho“ und „J. W. Gilde- 
meister“, nahmen einen günstigeren Verlauf, nachdem das Hochdruckgebiet jene 
auf Karte XXXVI verzeichnete Lage angenommen hatte. Der Nordostpassat 
stellte sich ein bei „Humboldt“ in 325° N-Br und 145° W-Lg, wie bei 
„J. H. Lübken“ in 29,{° N-Br und 18,5° W-Lg am 9. Oktober, bei „Paul Thor- 
mann“ in 35° N-Br und 165° W-Lg, wie bei „Speculant‘“ in 34° N-Br und 
!8,5° W-Lg am 22. Oktober, bei „Luna“ in 34,5° N-Br und 17° W-Lg, wie bei 
„Poncho“ in 29° N-Br und 21° W-Lg am 19. Oktober und bei „/. W. Gilde- 
meister“ in 34° N-Br und 20° W-Lg am 22, Oktober. Im Passatgebiete wählte 
keines dieser Schiffe die östlich der Kap Verden liegende Route. Der Passat 
vegleitete sie, bis „Humboldt“ nach 13,5° N-Br in 26,5° W-Lg und „J. H. Lübken“ 
nach 11,8° N-Br in 25° W-Lg am 19. Oktober, „Paul Thormann“ nach 8,5° N-Br 
in 25,8° W-Lg und „Speculant“ nach 7° N-Br in 23,8° W-Lg am 3. November, 
„Tuna“ nach 8° N-Br in 25,4° W-Lg am 30. Oktober, „Poncho“ nach 8,5° N-Br 
in 24,8° W-Lg am 27. Oktober und „J. W. Güldemeister“ nach 10,5 N-Br in 
25° W-Lg am 31. Oktober vorgerückt waren. Während der Ueberschreitung 
des Stillengürtels wurde von allen Mitseglern vom südwestlichen Monsun keine 
Spur mehr angetroffen. Der Südostpassat setzte ein, als „Humboldt“ 4,5° N-Br 
in 26° W-Lgy und „J/. H. Lübken“ 44° N-Br in 246° W-Lg am 29. Oktober.
	        
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