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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

164 Vierteljahrs- Wetter- Rundschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1886. 
7. September unweit von 33,5° N-Br in 15° W-Lg, und bei „Undine“ stellte sich 
der. Passat ein, als das Schiff am 6. September nach 33,5° N-Br in 17,5° W-Lg 
vorgerückt war. Im Passatgebiet selbst steuerten alle Schiffe einen West von 
den Kap Verden nach Süden führenden Kurs. Sie erreichten auf demselben die 
äquatoriale Passatgrenze: „Madeleine Rickmers‘“ in 12° N-Br und 255° W-Lg 
am 31. August, „Banco Mobiliario‘ in 14° N-Br und 27° W-Lg am 4. September, 
„Apoll“ in 10,5° N-Br und 26,5° W-Lg, wie „Josefa“ in 11° N-Br und 26° W-Lg 
am 7. September, „Andree Rickmers“ in 12,5° N-Br und 25,5° W-Lg am 16. Sep- 
tember, „Argo‘ in 125° N-Br und 27° W-Lg am 18. September und ‚Undine“ 
in 12,3 N-Br und 26° W-Lg am 16. September. Am 4. September hatten mehrere 
dieser Schiffe in der Nähe der Kap Verden stürmische Winde und einen ver- 
hältnifsmäfsig niedrigen Imftdruck beobachtet, die verursacht wurden durch jene 
kleinen Tiefdruckgebiete, welche laut Karte XXX1 in jenem Meerestheile damals 
erschienen. Bei „A4poll“ traten: diese Erscheinungen, als sich derselbe am 4. Sep- 
tember bei 16° N-Br in 26° W-Lg befand, am stärksten auf. Südlich vom Passat- 
gebiet wurden alle Schiffe dieser Gruppe zunächst mehrere Tage durch leichte 
Mallung zurückgehalten, während sie nachher durch südwestlichen Monsun be- 
günstigt wurden. Bei diesem mit Steuerbordshalsen segelnd, erreichten als öst- 
lichsten Punkt: „Madeleine Rickmers“ 4,8° N-Br in 22,2° W-Lg am 7. September, 
„Banco Mobiliario“ 4,4° N-Br in 19,2° W-Lg, wie „Apoll“ 4,7“ N-Br in 19° W-Lg 
und „Josefa‘ 4,8° N-Br in 17° W-Lg am 15. September, „Andree Rickmers“ 
1,3° N-Br in 16,2° W-Lg am 27. September, „Argo“ 3,2° N-Br in 18,9° W-Lg 
am 29, September und „Undine“ 3,4° N-Br in 19° W-Lg am 27. September. 
Von diesen verschiedenen Standpunkten aus legten die Mitsegler dann bei all- 
mählich zum Südostpassat aufraumendem Winde den Weg zur Linie zurück. 
Die Bark „„Aequator“, welche wenige Tage nach dem Beginn ihrer Reise 
durch längere Zeit dauernde stürmische Östwinde zurückgehalten worden war, 
fand, nachdem diese geendet hatten und man östlich von 60° W-Lg gekommen 
war, durchstehende Westwinde, bei denen die Reise einen ungestörten Verlauf 
nahm. Als das Schiff sich am 1. September bei 30° N-Br in 39° W-Lg inmitten 
des Hochdruckgebietes der Karte XXXI befand, drehte der Wind, der Wetterlage 
entsprechend, durch Nord nach Nordost und wurde zum Passat. Dieser wehte 
zeitweise mit solcher Stärke, dafs der Fortgang des Schiffes dadurch beeinträchtigt 
wurde. Das Gebiet desselben dehnte sich bis nach 12° N-Br in 30,5° W-Lg 
aus, dem Punkte, in dessen Nähe der Wind am 12. September plötzlich von 
Nordnordost nach Südsüdwest umsprang. Nachdem „Acquator“ dann bei mäßig 
und beständig wehendem Südwestmonsun 6,6° N-Br in 23,2° W-Lg erreicht hatte, 
wurde dort am 18. September gewendet und acht Tage später von nördlicher in 
südliche Breite übergegangen. 
Von der grofsen Zahl von Schiffen der Tabelle, welche im September 
ihre Reisen antraten, können die ersten zehn in eine Gruppe zusammengefafst 
werden. Es sind dies: „Regulus‘“, „Alice Rickmers“, „Fulda“, „Johanna Sophia“, 
„Erato‘, „Suaheli“, „Oberon‘, „Rohilla‘*, „Triton“ und „Elisabeth Rickmers‘“. Die 
Mehrzahl derselben fand auf dem ersten, nördlich von 30° N-Br gelegenen Reise- 
abschnitt nur ungünstige Verhältnisse. Die auf Karten XXXI und XXXII ver- 
zeichneten, über und südwestlich von der Bai von Biscaya sich bewegenden 
flachen Tiefdruckgebiete verursachten zwar mehrfach östliche Winde, doch waren 
dieselben in jedem Falle nicht von Dauer. Westliche, an manchen Tagen auch 
nordwestliche Winde, die von den ebenfalls auf jenen beiden Karten verzeichneten 
Hochdruckgebieten hervorgerufen wurden, erlaubten den Schiffen auch nur ein 
langsames Vorrücken nach Süden, Das Passatgebiet erreichten schließlich: 
„Regulus‘““ in 29° N-Br und 20° W-Lg, wie „Alice Rickmers‘ in 31° N-Br und 
18° W-Lg am 16. September, „Fulda“ in 31,8° N-Br und 18,5° W-Lg am 
17. September, „Johanna Sophia“ in 29,2° N-Br und 19° W-Lg am 23, September, 
„Erato‘“ in 29,7° N-Br und 19,2° W-Lg am 22. September, „Suaheli*‘ in 32° N-Br 
und 19° W-Lg, wie „Oberon‘‘ in 30,5° N-Br und 17,5° W-Lg, „Rohilla‘“ in 
30° N-Br und 15° W-Lg und „7reon“ in 31° N-Br und 16° W-Lg am 238. Sep- 
tember. Bei „Zlisabeth Rickmers‘“ drehte der frische Wind an diesem Tage 
ebenfalls durch Nord nach Nordost, doch geschah dieses in etwa 37° N-Br. Im 
Passatgebiet schlugen „Erato‘*, „Oberon‘“ und „Rohilla‘“ einen Ost von den Kap 
Verden nach Süden führenden Kurs ein, während die übrigen Mitsegler der
	        
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