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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1886. ‚159 
abgenoinmen hatte, hielt sich derselbe für längere Zeit im nordwestlichen Viertel. 
Die Reise nahm dabei einen befriedigenden Verlauf, und erreichte man ohne 
Aufenthalt am 19. Oktober die unweit von 29,5° N-Br in 22,5° W-Lg gelegene 
polare Passatgrenze. Im Passatgebiete selbst konnte das Schiff ebenfalls in 
ziemlich rascher Weise vorrücken. Erst westlich von 40° W-Lg verursachte 
leichte westliche Mallung eine mehrere Tage dauernde Unterbrechung der Fahrt. 
Nachdem auf jene der Passat wieder gefolgt war, führte derselbe die Brigg in 
wenigen Tagen in Sicht der Küste von Südamerika. 
An Schiffen, welche von Nordeuropa ausgehend nach New-York bestimmt 
waren, enthält die Liste ferner noch: „Doris“, „Emilie“ und „Marie Louise“. 
Alle drei passirten Lizard in der ersten Woche des zweiten Drittels des Monats 
Oktober. „Doris“, welche dies zuerst that, traf im offenen Ocean anfänglich 
leichte Gegenwinde an, die bis zum 23. Oktober anhielten. An diesem Tage, 
an welchem die anderen beiden Mitsegler den Kanal erst verliefsen, kam mit 
dem Tiefdruckgebiet der Karte XXXVI, welches sich damals von Nordwesten 
her zur Bai von Biscaya bewegte und dort mehrere Tage lagerte, ein heftiger, 
mehrere Tage dauernder Ostwind durch, der alle Schiffe weit ins offene Meer 
hinausführte. „Doris“ schlug bei jenem Winde einen südlicheren Kurs ein als 
die anderen beiden Schiffe, Sie rückte auf demselben bis zum Mittage des 
27. Oktober nach 41,5° N-Br in 194° W-Lg vor. Gleichzeitig waren „Emilie“ 
nach 47,3° N-Br in 216° W-Lg und „Marie Louise“ nach 474° N-Br in 185° 
W-Lg gelangt. Da „Doris“ nach dieser Zeit einen noch südlicheren Kurs ein- 
hielt, wurde der Breitenunterschied zwischen den Mitseglern bald ein noch 
gröfserer und demzufolge die angetroffenen Windverhältnisse sehr verschiedene, 
So überstanden „Emilie“ und „Marie Louise“ am 30, und 31. Oktober einen 
heftigen Weststurm, während gleichzeitig die etwa zehn Breitengrade südlicher, 
im Hochdruckgebiete stehende „Doris“ fast Windstille beobachtete. Jener Sturm 
wurde verursacht durch das Tiefdruckgebiet der Karte XXXVI, dessen Mittel- 
punkt am 30. Oktober bei 50° N-Br in 35° W-Lg zu liegen schien. Da auch 
während der folgenden Tage die Wetterlage für die beiden nördlicher stehenden 
Schiffe ungünstiger blieb, war „Doris“ im Stande, rascher als jene nach Westen 
hin vorzurücken. Am 4. November war der Schiffsort von „Doris“ 34,8° N-Br 
in 33,2° W-Lg, der von „Emilie“ 465° N-Br in 274° W-Lg und der von 
„Marie Lowise“ 44,3° N-Br in 24,6° W-Lg. Nach dieser Zeit wurden die 
beiden letzteren Schiffe aber für längere Zeit durch frischen Ostwind begünstigt, 
der bei „Doris“ nur für kurze Zeit wehte. Derselbe wurde zum Theil durch 
jenes Tiefdruckgebiet der Karte XXXVII hervorgerufen, welches sich inmitten 
des Oceans südlich von 45° N-Br nach Osten bewegte und dessen Mittelpunkt 
südlich von „Emilie“ und „Marie Lowise“ passirte. Als diese günstigen Winde 
am 12. Oktober endeten, befand sich „Emilie“ in 44° N-Br und 54° W-Lg, 
„Marie Louise“ in 43,2° N-Br und 54° W-Lg und „Doris“ in 33° N-Br und 
52,6° W. Bis dahin waren also die die nördlichere Route verfolgenden Schiffe 
nicht im Nachtheil, Nach dieser Zeit trafen sie aber fast ununterbrochen un- 
günstige Winde an, die nicht selten stürmisch wehten, während „Doris“ günstigere 
Verhältnisse fand, Jene stürmischen Westwinde waren die Begleiter von Tief- 
druckgebieten, welche im letzten Drittel des November über den östlichen Theil 
der Union nach Osten und Norden zogen (siehe Karte XL). „Doris“ blieb von 
ihnen ‚fast ganz verschont und gelangte daher schon am 27. November zum 
Hafen von New-York, während „Emilie“ denselben am 9. Dezember und „Marie 
Louise“ am 11. Dezember erreichte. 
Von den übrigen Schiffen der Liste, welche noch im Oktober ihre Reisen 
antraten, waren „Niagara‘“, „Der Nordpol“ und „Amor“, nach südlicher ge- 
legenen Plätzen bestimmt, während der „J. W. Wendt“ zwar einen nördlichen 
Hafen als Ziel hatte, aber vom Mittelmeere herkam. Als jene drei Mitsegler 
den Kanal verließen, lagerte über der Bai von Biscaya ein Tiefdruckgebiet. 
Die Reisen nahmen infolge dessen anfänglich bei frischem Ostwind einen recht 
befriedigenden Verlauf, und auch als später westliche Winde durchkamen, liels 
sich noch ein guter Fortgang nach Süden erzielen. Entsprechend der Lage des 
Hochdruckgebietes der Karte XXXVII erstreckte sich das Passatgebiet weit 
nach Norden. „Niagara“ überschritt dessen polare Grenze am 30. Oktober in 
36° N-Br und 185° W-Lg, „Der Nordpol‘ that dasselbe in 32,5° N-Br und
	        
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