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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

158 Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1886, 
nördlich von, aber nahe am Mittelpunkte des auf Karte XXXIII verzeichneten 
Tiefdruckgebietes standen, konnten, wenn auch nur für kurze Zeit, bei Sturm 
aus Nordost und Nord einen befriedigenden Fortgang erzielen. Dagegen wurde 
die bei 464° N-Br und 25° W-Lg stehende ‚, Victoria‘ durch orkanartig wehen- 
den Südweststurm zum Beidrehen gezwungen. Den niedrigsten Luftdruck be- 
obachtete damals „Ariadne‘“ mit 736,5 mm. Stürmische Gegenwinde, die vor- 
herrschend aus nordwestlicher Richtung wehten, wurden auch zunächst noch im 
Oktober angetroffen. Bei denselben suchte sich ‚, Victoria“ möglichst rasch dem 
Passatgehiete zu nähern, während die übrigen Schiffe der mittleren Route treu 
blieben und auf ihr in der Folge auch einen ziemlich befriedigenden Fortgang 
erzielen konnten. Als „Victoria“ am 9. Oktober unweit von 30° N-Br in 23° 
W-Lg das Passatgebiet erreichte, befanden sich ‚„Ariadne“ in 43° N-Br und 
und 35° W-Lg, „Wilhelm“ in 44,4° N-Br und 40,8° W-Lg, „Deutschland“ in 
41,7° N-Br und 416° W-Lg und „George Washington“ in 44,7° N-Br und 
31,5° W-Lg. Nach dieser Zeit nahm die Reise der von nun an vom Passat 
begünstigten ‚, Victoria‘ einen etwas günstigeren Verlauf, obgleich von der gegen 
die Mitsegler einmal verlorenen Länge ein Bedentendes nicht wieder gewonnen 
werden konnte, Die Reisen dieser letzteren Schiffe wurden wiederholt von 
heftigen Ostwinden, die von südlich von ihnen nach Osten ziehenden, an anderer 
Stelle schon erwähnten Tiefdruckgebieten herrührten, begünstigt. Bei der am 
24. Oktober in der Nähe von 23° N-Br und 57° W-Lg stehenden ‚, Victoria“ 
erlitt der Passat eine jener durch kleine Depressionen verursachten Störungen, 
welche den westlichen subtropischen Gebieten aller Passate eigenthümlich sind. 
Der stürmisch gewordene Wind beschrieb hier in zwei Tagen, indem gleich- 
zeitig der Luftdruck auf 757,2 mm sank und starke elektrische Entladungen 
stattfanden, eine Drehung nach rechts, worauf er wieder kräftig und beständig 
aus Nordost wehte. Die eigentliche Passatgrenze wurde am 29. Oktober unweit 
von 25,5° N-Br in 66° W-Lg angetroffen. Nördlich von ihr beobachtete man 
zunächst noch wiederholt nordöstliche Winde. Die Zurücklegung des letzten 
Reiseabschnittes wurde durch stürmische Nordwestwinde bedeutend verlängert. 
Die Reisen dieser Schiffe endeten, indem ‚, Victoria“ am 18. November und 
„Wilhelm“ am 23. Oktober zur Delawaremündung gelangten, ‚„Ariadne‘“ am 
30. Oktober, „Deutschland“ am 22. Oktober und „George Washington“ am 
31. Oktober den Hafen von New-York erreichten. 
Das in der Liste zunächst angeführte Schiff „Hedwig“, welche ihre Reise 
vom Mittelmeere aus antrat, kreuzte den Atlantik ebenfalls auf der Passatroute. 
Der am Südrande des auf Karte XXXIII verzeichneten Hochdruckgebietes 
wehende Ostwind, der, als „Hedwig“ am 28. September die Strafse von Gibraltar 
Jurchsegelte, stürmisch wehte, verlor wie gewöhnlich im offenen Ocean bald 
seine Stärke, und leichte unbeständige, meist nordwestliche Winde traten an 
seine Stelle. Die bei denselben einen südwestlichen Kurs verfolgende ‚, Hedwig“ 
gelangte dann bis zum 7. Oktober zu der in etwa 29° N-Br und 17° W-Lg 
liegenden polaren Passatgrenze. Zwei Tage später fand der Mitsegler „, Victoria“ 
in derselben Breite, aber etwa sechs Längengrade westlicher, ebenfalls den 
Passat. „Hedwig‘“ hielt sich hernach etwas südlicher als ‚Victoria‘ und scheint 
dort frischere Winde angetroffen zu haben. Am Mittage des 21. Oktober be- 
fand sich jenes Schiff in 20,2° N-Br und 50,4° W-Lg und dieses in 22,1° N-Br 
und 50,1° W-Lg. Die am 24. und 25. Oktober stattändende Passatstörung trat 
dei „Hedwig“ in derselben Weise auf wie bei „Victoria“, und ebenso wurde 
„Hedwig“ auch später längere Zeit durch die unweit des Kap Hatteras be- 
obachteten stürmischen Nordweststürme zurückgehalten. Das Schiff erreichte 
die Mündung des Delaware am 17, November. 
Kinen verhältnifsmäfsig ruhigen und gleichmäfsigen Verlauf nahm die 
Reise der nach Guyana bestimmten Brigg ‚„Asante“. Nachdem dieselbe den 
Kanal am 4. Oktober verlassen hatte, traf sie im Atlantik zunächst veränderliche 
Westwinde von mälsiger Stärke an. Als das Schiff von denselben bis zum 
9. Oktober zur Nähe von 45,5° N-Br in 13,5° W-Lg geführt worden war, über- 
stand es dort einen nur kurze Zeit anhaltenden Sturm, in welchem sich der 
Wind von Süd nach Nordwest veränderte. Derselbe kam mit dem Tiefdruck- 
gebiet der Karte XXXV, dessen Mittelpunkt sich am 9. Oktober in geringer 
Entfernung südwestlich von der Südwestspitze Irlands befand. Nachdem der Wind
	        
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