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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

156 Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1886. 
stürmisch und meist aus nordwestlicher Richtung wehten, wurden sie nach Süden 
abgedrängt. Es gelangten daher bis zum Mittage des 7, September: „Hugo“ 
nach 45,2° N-Br in 27,1° W-Lg, „Cleopatra“ nach 52° N-Br in 263° W-Lg, 
„Mozart“ nach 563° N-Br in 19,5° W-Lg und „Heinrich & Tonio“ nach 46,5° 
N-Br in 214° W-Lg. Auch nach dieser Zeit hielt sich der Wind, infolge der 
Lagerung der Hochäruckgebiete der Karten XXXI bis XXXII, meist in nord- 
westlicher Richtung, doch war er jetzt raumer und ermöglichte dadurch, dafs 
drei der Mitsegler in rascherer Weise nach Westen vorrücken konnten. Nur 
„Mozart“, dessen Segelfähigkeit jedoch wahrscheinlich eine weit geringere war, 
als die der anderen Schiffe, konnte auch jetzt nur einen sehr langsamen Fort- 
gang erzielen. Im zweiten Drittel des September, nachdem „Hugo“, „Cleopatra“ 
und „Heinrich & Tonio“ schon den Meridian von 50° W-Lg erreicht hatten, 
wurden alle Reisen von längere Zeit anhaltenden Ostwinden begünstigt. Die- 
selben wurden geschaffen durch jenes Tiefdruckgebiet der Karte XXXIL, welches 
sich zuerst am 22. September nördlich von Portorico bemerkbar machte und 
sich anfangs in nördlicher, später in nordöstlicher Richtung bewegte. Als dessen 
Mittelpunkt mehreren dieser Schiffe am 25. September am nächsten lag, wehte 
der Nordostwind stürmisch, und beobachtete man an Bord der „Cleopatra““ einen 
auf 752 mm gesunkenen Luftdruck. Die Mitsegler befanden sich am Mittage 
dieses Tages: „Hugo“ in 48,3° N-Br und 53,9° W-Lg, „Cleopatra““ in 40,4° N-Br 
und 54° W-Lg, „Mozart“ in 43,7° N-Br und 38,8° W-Lg und „Heinrich & Tonio“ 
in 42,1° N-Br und 53,8° W-Lg. Bei dem am Ööstlichsten stehenden „Mozart“ 
herrschte zur Zeit ein heftiger, von einem niedrigsten Luftdruck von 741 mm 
begleiteter Südweststurm, während die anderen Mitsegler, wie schon erwähnt, 
gleichzeitig von kräftigen Ostwinden begünstigt wurden. Nachdem alle Schiffe 
aus dem Bereiche dieses Tiefdruckgebietes gekommen waren, herrschten bei 
ihnen wieder westliche Winde vor. Erst am letzten September und am 
1. Oktober wurden sie wieder für kurze Zeit durch Ostwind begünstigt, der eine 
Folge des sich südlich von ihnen nach Nordosten bewegenden Tiefdruckgebietes 
war. Man beobachtete damals einen auf 750 mm gesunkenen Barometerstand. 
Den letzten Theil der Reise legten „Hugo“, „Cleopatra“ und „Heinrich & Tonio“ 
bei aus westlicher Richtung vorherrschenden Winden zurück, Dieselben wehten 
bei „Hugo“ frischer als bei „Cleopatra“ und „Heinrich & Tonio“. „Hugo“ er- 
reichte die Mündung des Delaware am 3. Oktober, „Heinrich & Tonio“ that 
dasselbe am 6. Oktober und „C%eopatra“ sichtete Sandy Hook am 5. Oktober. 
„Mozart“, welcher gegen diese Schiffe so weit zurückgeblieben war, dafs bei ihm 
yanz andere Wetterlagen herrschten, als sie die zweite Reisehälfte der Mitsegler 
beeinflufst hatten, wurde später noch verhältnilsmälßig häufig von Ostwinden 
begünstigt. Dieses war auch vom 7. bis zum 9. Oktober der Fall, als das auf 
Karte XXXIV verzeichnete Tiefdruckgebiet sich auf gekrümmter, südöstlich vom 
Golfstrom verlaufender Bahn südlich vom Schiffe nach Osten bewegte. Auch 
später beobachtete „Mozart“ noch an mehreren Tagen östlichen Wind. Wäre 
dies nicht der Fall gewesen, so würde die Reise, im Vergleich zu der der Mit- 
segler, eine noch längere geworden sein, als es so schon der Fall war. „Mozart“ 
konnte erst am 14. Oktober zum Ankerplatz bei Staaten Island gelangen. 
Die vier in der Tabelle folgenden Schiffe: „Hermann“, „Ölbers“, „Andro- 
meda“ und „Shakspere“ begannen ihre Reisen im September. Zwei derselben, 
„Olbers“ und Shakspere“, thaten dies vom Norden Schottlands aus, während die 
anderen beiden den durch den Kanal führenden Weg genommen hatten. Diese 
Reisen bieten dadurch ein besonderes Interesse, als sie je paarweise auf der 
hoch nördlichen und auf der mittleren Route ausgeführt wurden und von jedem 
Paare gleiche Erfolge für die Reise über den Ocean erzielt wurden. Vergleicht 
man aber die seit dem Verlassen des Abgangshafens verflossene Zeit, so zeigt 
sich, dafs die für Fair Island steuernden Schiffe ihr Endziel doch in kürzester 
Zeit erreichten. „Hermann“, welcher am 2. September von der Weser aus in 
See gegangen war, gebrauchte 13 Tage, um nach Lizard zu gelangen, während 
„Olbers“, der am 30. August die Elbe verlassen hatte, sich eine Woche später 
in 59,6° N-Br und 6° W-Lg befand. In ganz ähnlicher Weise verlief auch der 
erste Theil der Reisen von „Andromeda“ und „Shakspere“. Jenes Schiff, welches 
am 2. September die Reise von der Weser aus antrat, gebrauchte 9 Tage, um 
nach Lizard zu kommen, während das letztere, welches am 10. September von
	        
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