Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1886, 175
4. Reisen von Süd nach Nord,
€
Rh
2
28
4
8
21
16
29
38,
Z
He
22)
(23
{22
4%
41.
Schiff
„J. F. Pust“
„Confluentia“
„Hieronymus“
„Roland“
‚Schiller* #*
„Ingeborg“
‚Janbaas“
„Magnat“ *
„Aeolus“
„Hermann“ *
„Parnass“
‚Van den Bergh“
‚Johann Hinrich“
„Amaranth“
„Polynesia“ *
verläalst
die Linie oder
den Hafen
bis
109 |
N-Br
schneidet
10° N-Br |
Zeit / in
W-Lg! Tage
bis
30° |
N-Br
schneidet
30° N-Br
bis 10°
N-Br
oder
Hafen
schneidet
10° W-Lg
oder err. Hafen
Zeit | in
‚N-Br
Zeit | in
W-Legl Tage
Zeit | in
W-L-
Tage
1886
Sept.
34° Sept. J1
26° | 14
28° 12
29° 12
36° 13
26° ' 13
74° „ 19
20° „24
26° Okt. 11
26° „ 12
7° »„ 13
1° Nov. 7
a9 „7
6° |. | » 16
379 5 » 19
31° i2 Sept. 23
24° 4 » 28
28° | ı0 | , 22
28° 1 »„ 23
25° | 2 | „ 25
26° | ı2 | , 25
40° 16 | Okt. 5
28° | 18 | „ 12
28° | 9 | „ 20
380 ' ı2 | , 24
29°, 7 „ 20
Be | $ Nov. 16
2° 1 1 |]
39° 12 1Dez. 1
35°
32°
38°
38°
37° |
34° „
66° » 14
36° 20 |Nov. 1
41° | 20 |, 9
44° 2 w MX
41° nn *
34° i5 Dez. 4
33° | 14 Nov. 30
33° 16 Dez. 12
39° | 15 = 16€
11 { Okt. 4
24 „ 2?
10 „ *
15 »
14 =
10
49°
48°
49°
51°
50°
27°
Fa
ı°
„ X
Okt, ?
3
‚6
„ 29
Nov. 2
„ 1?
„ 14
49°
47°
48°
48°
36°
39°
48°
49°
Dauer
der ganzen Reise
WVage
Linie-—Lizard 32
Linie—Lizard 52
Linie—Lizard 25
Linie—Queenstown31
Linie-—Queenstown32
Linie — Cadix 28
Linie—New-York 32
"inie— Lizard 48
Linie—Lizard 49
Linie-—Lizard
Linie— Lizard
Linie—Cadix
Linie—Lissabon
Linie—Lizard
Linie—TLizard
1. Reisen von Ost nach West.
Von den Schiffen, welche für die Seewarte meteorologische Beobachtungen
anstellen, sandten 109 der Direktion Tagebücher ein, die für die synoptischen
Karten des Nordatlantik für den Herbst 1886 benutzt werden konnten. KEnt-
sprechend den, schon bei früherer Gelegenheit erwähnten deutschen Handels-
verhältnissen kommen bei der Seewarte im Sommer die gröfste Zahl von Tage-
güchern von jenseits der Linie heimkehrenden Schiffen ein, während der Herbst
regelmäfsig die meisten auswärts nach Süden bestimmten Schiffe aufweist. Für
das vorliegende Vierteljahr vertheilen sich die betreffenden Schiffe auf den vier,
den Nordatlantik kreuzenden Hauptrouten derartig, dafs, während die westliche
von 24 Schiffen befahren wurde, die östliche 22 einhielten. Von Norden her
zur Linie steuerten 48, dagegen verfolgten nur 15 den Weg, welcher vom
Aequator nordwärts führt.
Unter den 24 Schiffen, welche während der erwähnten Zeit den Nord-
atlantik nach westlicher Richtung hin überschritten, befinden sich drei, die vom
Mittelmeere kamen, vier hatten die Nordspitze Schottlands umsegelt, während
17 den offenen Ocean vom Kanal aus betraten. 18 Schiffe hatten als Bestimmungs-
platz einen der nördlichen Haupthäfen der Union, während 6 südlicher gelegene
Plätze als Ziel hatten. Die mittlere Dauer aller Reisen war 40'/2 Tage. Die
schnellste wurde auf der Route Kanal—New-York in 30 Tagen vollendet, die
längste Zeit von 61 Tagen nahm eine Fahrt nach Philadelphia in Anspruch,
Alle Reisen wurden von schweren Stürmen nicht sehr beunruhigt. Die Bahnen
der Gebiete niedrigen Luftdruckes bewegten sich während des Vierteljahres
meist in höheren Breiten nach Osten, und ihre Wirkungen erstreckten sich nur
in sehr mäfsigem Grade zu den südlicher stehenden Schiffen. Aus diesem Grunde
und weil gleichzeitig über den mittleren Breiten des Atlantik worherrschend
hoher Luftdruck ruhte, hatten fast alle Schiffe meistens gegen westliche Winde
zu kämpfen.
Die vier ersten von den in der Liste angeführten Schiffen: „Hugo“,
„Cleopatra‘“, „Mozart“ und „Heinrich & Tonio“, traten ihre Reisen noch im
letzten Drittel des August an. Das erstere und das letztere hatten den Kanal
durchsegelt, während die beiden anderen den Ocean vom Norden Schottlands aus
erreichten. Am Mittage des 1. September war der Schiffsort des „Hugo“ 48,4°
N-Br in 30° W-Lg, der von „Cleopatra“ 57,3° N-Br in 165° W-Lg, der von
„Mozart“ 60° N-Br in 14,5° W-Lg und der von „Heinrich & Tonio“ 49° N-Br
in 10,7° W-Lg. Alle Schiffe befanden sich damals und auch während der nächst-
folgenden Zeit im Bereiche von Tiefdruckgebieten, deren Bahnen in der Nähe
[Islands verliefen. Durch die dadurch geschaffenen Winde,. die nicht selten
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