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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Feindseliges Verhalten der Bewohner der Insel Tobi (Lord North-Insel). 
Feindseliges Verhalten der Bewohner der Insel Tobi 
(Lord North-Insel). > 
Auszug aus einem Berichte des Führers des deutschen Segelschiffes „Columbus“. 2) 
Auf unserer Reise von Cardiff nach Hongkong passirten wir am 19. No- 
vember 1890 die Insel Geby und gingen somit von südlicher auf nördliche Breite 
über; am folgenden Tage, am 20., hatten wir den Stillen Ocean (Pacific Ocean) 
arreicht. 
Unmittelbar in der jetzt einzuhaltenden Route liegt die Insel Tobi (Lord 
North Island). Da ich aber aus Berichten deutscher Kapitäne gesehen, dafs diese 
Insulaner nichts weniger als harmlos sind, so entschlossen wir uns, die Insel 
möglichst zu meiden. Strömungen und widrige Windverhältnisse brachten uns 
trotzdem am 21. November mit Tagesanbruch in Sicht der Insel. Ein Ausgucks- 
mann auf der Marsraa, der Order hatte, nach Booten scharf auszusehen, meldete 
um 8 Uhr schon zwei Fahrzeuge in Sicht, und da keine Schufswaffen, außer ein 
paar Revolver, an Bord waren, so wollte ich Schiff und Mannschaft nicht unnöthig 
in Gefahr bringen, und liefs daher gleich westwärts wenden. Der Wind war zur 
Zeit leicht NNW. Kaum dafs wir unser Schiff über den anderen Bug hatten, 
als bereits sieben andere Fahrzeuge in Sicht waren, jetzt alle mit vollen Segeln 
auf uns abhaltend. 
Da wir ziemlich auswärts von der Insel standen, so hatten wir einen guten 
Vorsprung, doch näherten sich uns mehrere der Boote zusehends, so dafs wir 
um 11 Uhr in einigen der Fahrzeuge bereits die einzelnen Personen unterscheiden 
konnten; wir zählten in dem uns nächsten Boote 15 Mann. Die am meisten 
leewärts stehenden Boote verloren jetzt, trotzdem sie uns immer noch folgten, 
bedeutend, doch sechs gröfsere, stark bemannte Fahrzeuge verfolgten uns noch 
und waren bis auf !/s Sm an uns heran gekommen, als die Insel bereits aus 
Sicht verschwunden war. Erst um 12 Uhr, als gleichzeitig auch die Briese 
etwas auffrischte, machten sämmtliche Boote gleichzeitig Kehrt und steuerten 
ihrer Insel wieder zu. 
Wenn ich nun behaupte, dafs es diese Insulaner auf Seeraub abgesehen 
hatten, so wird man mir vielleicht entgegnen, dafs uns ja thatsächlich Bösartiges 
noch nicht geschehen sei, doch ist es wohl kaum denkbar, dafs zehn gröfsere, stark 
bemannte Segelfahrzeuge unser Schiff so hartnäckig, bis aus Sicht ihrer Insel, 
nur behufs Tauschhandels oder aus Neugier würden verfolgt haben, vielmehr 
liegt Grund vor, zu glauben, dafs diese Bande sich in feindlicher Absicht ge- 
nähert. Besonderen Grund zu dieser meiner Ansicht giebt mir noch die Aussage 
eines jetzt bei mir an Bord befindlichen Mannes, der erzählt, dals er an Bord 
eines deutschen Schiffes befindlich, bei dieser Insel vor vier Jahren von den 
Insulanern ebenfalls überfallen sei; nur mit Gewalt und nachdem von den HEin- 
geborenen durch Revolverschüsse mehrere getödtet seien, hätten sie sich der 
Bande erwehren können; eine auffrischende Briese aber wäre ihnen hauptsächlich 
zu statten gekommen, um aus dem Bereiche derselben zu gelangen. Gnade dem 
Schiffe, das mit Windstille in die Nähe dieser Insel gelangt. Auch hatten wir 
uns bereits bestmöglichst bewaffnet, waren zum Empfang der Gesellschaft bereit 
und hätten uns bei der leichten Briese derselben gewifßs auch lange erwehren 
können; bei Meeresstille aber, wo die Boote sicherer längseit kommen und ein 
tief geladenes Schiff dann leicht entern können, wird ein Schiff von einer solchen 
Uebermacht doch schließlich übermannt werden. 
ı) Vgl. diese Annalen 1885 Seite 208 und 1888 Seite 391. 
2) Eingegangen von dem Kaiserlichen Konsulat zu Zungkong.
	        
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