Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück.
frische Nordostpassat weht alsdann im Osten mit gleicher Stärke und aus einer
ebenso raumen, selbst noch raumeren Richtung, wie auf der Mitte, des Oceans;
auch vollzieht sich dort ebenso oft wie hier der Uebergang von einem Passatgebiet
zum andern ohne allen Aufenthalt durch Windstille. Da die Schiffe auf der
östlichen Route den Nordostpassat noch etwa 5° weiter nach Norden hin behalten,
als die auf der westlichen, welche in dieser Jahreszeit fast immer nach der Lee-
seite der Hawaz-Inseln geführt werden und dort vielfach Stillen und Mallungen
antreffen, so erreichen sie schliefslich 30° N-Br noch in durchschnittlich 4 Tagen
weniger Fahrzeit. Aufserhalb des Passatgebiets treten die Winde aus Nord bis
NW, welche im Sommer den Schlufs der Reise so sehr erschweren, im nördlichen
Winter bei Weitem nicht so anhaltend auf; es wehen oftmals auch südliche und
südwestliche Winde, und die Schiffe können auf der östlichen Route die letzte
Strecke zum Bestimmungshafen auf mehr direktem Wege und mit einer durch-
schnittlich gröfseren Fahrgeschwindigkeit als im Sommer zurücklegen. Für die
Schiffe auf der westlichen Route liegen die Umstände auf der letzten Strecke
dann um nichts vortheilhafter,
Der Gewinn, der bei einem Reiseantritt im Sommer des Südens durch die
Wahl der östlichen Route auf der südlichen Halbkugel trotz des Umweges, den
die Route macht, erzielt wird, wird demnach durch die Windverhältnisse der
nördlichen Breiten nur noch vermehrt.
Es ist noch ein letzter Umstand zu erwähnen, der dafür spricht, die Route
so zu wählen, wie hier empfohlen worden ist. Im Sommer und Herbst des
Südens, besonders in den Monaten Februar und März, treten im westlichen Theile
des Südostpassatgebiets, in der Umgebung der Fiyxi-, Tonga- und Samoa-Inseln
und südlich davon, in der Gegend des gestörten Passats, mitunter orkanartige
Stürme auf.!) Die Region dieser wird auf der Route südlich von Newu-Seeland
und östlich vom Paumotu-Archipel fast gänzlich vermieden, während die westliche
Route recht hineinführt. Andererseits geht man auf der für den Winter des
Südens empfohlenen westlichen Route dem Orkanfelde, welches sich im nördlichen
Sommer und Herbst von der mexikanischen Küste westwärts erstreckt und in
den Monaten Juli bis Oktober nicht selten von Stürmen heimgesucht wird, mehr
aus dem Wege.?) ;
Näheres über die auf der Reise von Australien nach der Westküste von
Nordamerika zu erwartenden Verhältnisse ergiebt sich aus den nachstehenden
Zusammenstellungen über die mittlere Lage der Passatgrenzen und über den
Verlauf der Einzelreisen nebst Bemerkungen. Zur Berechnung der mittleren
Passatgrenzen sind sämmtliche auf der Seewarte befindlichen Journale von Schiffen,
die auf ihrer Reise den fraglichen Meeresstrich berührten, herangezogen worden,
und dürften somit die gefundenen Zahlen, besonders in Bezug auf die mittleren
Längen des Stillen Oceans, die zuverlässigsten Angaben über diesen Gegenstand
darstellen, die bisher publicirt worden sind,
1) Beschreibungen derselben finden sich in den „Ann. d. Hydr. ete.“, Jahrgang 1877, S. 242,
1879 S. 342 und 440, 1882 S. 695, 1883 S, 474, 1884 S. 56, 1887 S. 208,
2) Siehe „Ann. d. Hydr. etc.“, Jahrgang 1881, S. 161, 1883 S. 318 und 385, 1886 S. 124,
1887 S. 96 und 1889 S. 498.