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Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Paul Rickmers“,
Dieses ist eine gute Leistung, denn wie ich hier überall gehört hahe, soll
die Reise von New Castle N. S, W. nach Singapore via Torres-Strafse von einem
Segelschiffe noch nie in weniger als in 34 Tagen gemacht worden sein.
Tiefseeforschungen im Schwarzen Meere.
Auf Veranlassung der russischen Geographischen Gesellschaft wurde im
vorigen Jahre eine Expedition zur Erforschung des Schwarzen Meeres unter-
nommen. Das Marineministerium stellte zu derselben das Kanonenboot „Tscher-
nomorez“ zur Verfügung; Leiter der Expedition war Kapt.-Lieut. Spindler,
Theilnehmer Baron F. F. Wrangell und Dr. N. J. Andrussow, von welchen
die beiden ersteren sich den hydrographischen und meteorologischen, der letztere
sich den biologischen und geologischen Forschungen widmeten. Von Odessa aus-
gehend, wurde das Schwarze Meer in verschiedenen Richtungen zwischen dieser
tadt, Sebastopol, Batum, dem Bosporus und anderen Küstenpunkten durchkreuzt
and eine Reihe oceanographischer Beobachtungen von der Oberfläche bis zum
Meeresboden ausgeführt. Die Lothungen wurden mit dem Thomson’schen Loth
und dem Tiefenmesser von Meyer angestellt, die Wassertemperaturen in der
Tiefe mit Miller-Casella- und Negretti-Zambra-Thermometern gemessen. Zur
Bestimmung der Durchsichtigkeit des Wassers wurden elektrische Lampen ge-
braucht, welche die Lichtgrenze bis zu 30 cm scharf erkennen lielsen.
Professor Woeikow hat unter Mitbenutzung der früheren, wenn auch
ziemlich spärlichen Beobachtungen im Schwarzen Meere eine Uebersichtskarte
über die Tiefen-, Temperatur- und Dichtigkeits-Vertheilung in demselben ent-
worfen und mit begleitendem Text in Petermann’s Mittheilungen, Heft II 1891,
veröffentlicht. Nach derselben bildet das Schwarze Meer, namentlich in seinem
östlichen Theile, ein sehr tiefes Becken; zwischen der Krim und der gegenüber-
liegenden kleinasiatischen Küste sind fast überall über 2000m Tiefe, an den Küsten
nur einen verhältnilsmäfsig schmalen flachen Streifen lassend. Der Abfall in die
Tiefe ist überall ziemlich steil, namentlich an der kleinasiatischen Küste zwischen
32° und 34° O-Lg, wo die 2000 m-Linie ganz dicht an die Küste herangeht und
sogar die 2600 m-Linie bis auf ca 15 Sm sich derselben nähert, ferner an der
kaukasischen Küste südlich von Noworossisk, sowie südlich von der Krim. Die
Annahme einer Bodenerhebung zwischen der Krim und Anatolien hat sich ebenso
wenig bestätigt, wie die Vermuthung besonders großer Tiefen am Fuße des
Kaukasus. Die nordwestliche Ecke des Schwarzen Meeres ist flach und hat
nicht über 200m Tiefe, wie dies in den Ausmündungen der Donaw und des
Dnriepr genugsame Erklärung findet.
Ein eigenthümliches Verhalten zeigt die vertikale Temperaturvertheilung;
die Temperatur nimmt von der Oberfläche bis zu ca 50 m Tiefe ab, zuerst schnell,
nachher langsam, um jedoch von der angegebenen Tiefe an bis zum Meeresgrunde
wieder langsam zu steigen.
Das specifische Gewicht des Wassers nimmt von der Oberfläche bis zum
Grunde überall zu, zuerst langsam, in den mittleren Schichten zwischen 70 und
700 m schneller, dann wieder langsam. In der Nähe des Bosporus ist dasselbe
an der Oberfläche auffallend gering, nimmt aber nach der Tiefe schnell zu; es
wird diese Erscheinung der Zufuhr von süfßsem Oberflächenwasser durch die
Donau, sowie einem unteren Zuflufßs aus dem salzhaltigeren Marmara-Meere zuzu-
schreiben sein.
Die folgende Zusammenstellung über Temperatur und specifisches Gewicht
ist dem oben erwähnten Aufsatze von Woeikow in Petermann’s Mittheilungen
entnommen, Gruppe A (aus 5 Stationen) liegt am Bosporus, B (2 Stationen) an
der Südküste der Krim, C (5 Stationen) im Nordwesten zwischen 43'/4° und
44?/3° N-Br und 29° und 31° O-Lg, D (3 Stationen) im äußersten Nordwesten,
E (38 Stationen) im tiefen Becken; das specifische Gewicht ist auf einen Luft-
druck von 760 mm und eine Temperatur von 17,5° C. reducirt.