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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Paul Rickmers“. 
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von uns gesichtet. Weiter segelnd gelangten wir in einen starken westlichen 
Strom, der es nothwendig machte, dafs wir, um südlich frei von den Klippen 
Ninepin zu passiren, unseren Kurs allmählich bis auf SWzS verändern mulsten. 
Die genannten Klippen kamen zeitig in Sicht und wurden um 1* p. m. in einem 
Abstande von !/ Sm passirt. Wir steuerten nun, um die Untiefe Veteran gut 
zu klaren, 2 Sm nach WSW, bis Saddle Eiland NNO peilte, und darauf bei 
dem Winde auf die Double-Insel zu. Die Untiefe Veteran war weder an einer 
Brandung noch an der Farbe des Wassers zu entdecken, dagegen wurden die 
Klippen Harvey von Deck aus deutlich gesehen. Die Weiterfahrt wurde bei 
schauerigem Wetter, unter Peilungen der Inseln Travers und Double und zuvor 
Mount Ernest fortgesetzt, wobei indels Mount Adolphus nicht in Sicht kam. 
Als die Insel Travers Nord und die Insel Double OzS peilte, und der Schiffsort 
somit frei von den Untiefen Marina und Beresford, die aber nicht gesichtet 
wurden, war, steuerten wir SWzS, die Spitze Znce (Insel Wednesday) eben an 
B-B.-Seite haltend, bis wir uns 1 Sm nördlich von derselben befanden und dann 
gerade auf die Klippe Hammond, welche von hier aus und von Deck gut zu 
sehen war. Die schwarze Bake auf dem Nordwestriff, welches sich in seiner 
ganzen Länge unserem Auge darbot, kam auch gleich darauf in Sicht. Meiner 
Meinung nach wäre es besser, wenn diese Bake auf dem östlichsten Ende des 
Nordwestriffes stände, um dieses näher zu bezeichnen, denn wenn man erst hier 
passirt ist, bietet die Befahrung des Prince of Wales-Kanals weiter keine 
Schwierigkeiten, Ungefähr im Nordosten der Bake liegt auf dem Riff hoch und 
trocken das Wrack eines gestrandeten Schiffes, von dem nur noch das Bugspriet 
und der Klüverbaum stehen und welches anscheinend schon eine lange Zeit dort 
gesessen hat. Bei der Ansteuerung des Prince of Wales-Kanals von Osten hat 
man, mit Rücksicht auf den starken westlichen Strom, um gut frei von der Öst- 
spitze des Nordwestriffes zu bleiben, mit einem SW'/S-Kurse gerade auf die 
Spitze Ince zu steuern und nicht eher abzuhalten, als bis man sich dieser bis 
auf ungefähr 1 Sm genähert hat. Um 4* 30” p. m. kam die Bake des Riffes 
Ipili, ein weißer Pfahl mit einem rothen Dreieck, in Sicht, nachdem eine halbe 
Stunde zuvor die Klippe Hammond in einem Abstande von 1’'/2 Kabllg. passirt 
worden war, von wo aus wir die schwarze Tonne auf der Klippe Harrison 
sehen konnten. Um 5% p. m. passirten wir das Riff Ipil@ in einer Entfernung 
von %4 Sm und eine Viertelstunde später, signalisirend, die Insel G@oode, wobei 
wir uns der Tonne auf der Klippe Harrison am unserer St-B.-Seite bis auf 
1 Sm. näherten. Von hier aus setzten wir unsern Kurs auf einen Punkt 2 Sm 
im Norden der Insel Booby. Die Durchsegelung der verrufenen Torres-Strafse 
war damit glücklich vollendet, 15 Tage nach der Abfahrt von New-Castle, 
Wenn, was zu hoffen, erst ein Feuer auf Bramble Cay errichtet sein wird, dann 
wird die Durchsegelung der Strafse durchaus keine besonderen Schwierigkeiten 
mehr bieten. 
Die Dauer unserer Fahrt durch die Torres-Strafse ist durch folgende 
Zeitpunkte bezeichnet: 
Dwars von Bramble Cay den 21. Juli 9* 40° a, m., 
zu Anker bei der Insel Village 6" 45” p. m., Fahrzeit 9 Std. 5 Min. 
unter Segel den 22. Juli 8" 0” a m, 
Passiren der Insel Goode 5° 15” p. m,, » 9 Std. 15 Min. 
Also im Ganzen unter Segel 18 Std. 20 Min. 
Die Dauer der einzelnen Reiseabschnitte und die unserer ganzen Reise 
von New Castle N. S. W. nach Singapore ergiebt sich aus der folgenden Zusammen- 
stellung: 
Abgang von 
Passiren der 
2 
1 
New ‚Castle den 7. Juli 1890 
Torres-Strafse „ 22. „ Zeitdauer 15 Tage, 
Lombok-Strafse „ 3. Aug. » 12 
Sapudi-Strafse „ 5 ” 2 
Karimata-Strafse „ 8. » 3 „ und 
Pedro Branca „ 10. » 2 „also 
ganze Reisedauer 34 Taga 
'9 
2 3 
Ankunft bei 
Ann, d. Hydr. etc. 1891, Heft IV.
	        
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