accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

144 
Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Paul Rickmers“, 
fernung von 8 Sm und um 9 Uhr waren die Insel und die Bake von Deck aus 
zu sehen. Um 9* 40" a. m. wurde Bramble Cay an seiner Nordseite in einem 
Abstande von 2 Sm passirt. Seit dem letzten Mittage hatten wir eine Strom- 
versetzung von 6 Sm nach WNW, Dry Rocks waren zeitig und gut zu sehen, 
auch die Brandung auf den Black Rocks, später diese auch selber, welche 1,2 
bis 1,5m aus dem Wasser hervorragten und gut ausgemacht wurden, Auf dem 
Nordostriff lag das Wrack eines weils angestrichenen Schiffes, dessen Fockmast 
allein noch stand, wahrscheinlich dasjenige der Elsflether Bark „Janbaas“. 
Von Bramble Cay steuerten wir einen SSW-Kurs auf die Insel Stephens, 
welche wir um 11* 30° a. m. im SSW erblickten, gleichzeitig mit der Insel 
Darnley, welche SSO peilte. Beide Inseln sind gute Peilobjekte. Um 1% 45° 
p- m. passirten wir Campbell-Insel in 1'/2 Sm Abstand. Das weiße Korallenriff 
südwestlich der Insel Stephens erhob sich deutlich sichtbar über die Meeres- 
oberfläche, und die übrigen Theile des die Insel umgebenden Riffes waren an der 
helleren Wasserfarbe gut erkennbar. Wir hielten uns weitersegelnd immer 
luvwärts an der empfohlenen Route. Um diese innehalten zu können, mufsten 
wir wegen des Stromes, der auf „Warrior Riff“ zusetzte, stets 1 bis 1 Strich 
höher steuern, als der eigentliche Kurs ist. Um 1%" p. m. erblickten wir die 
Insel Dalrymple und um 3* die Insel Rennel, letztere in SSW, worauf erstere 
eine halbe Stunde später passirt wurde. Das Riff, welches diese Insel umgiebt, 
ragt hoch über Wasser, und es scheint mir, als ob dasselbe sich weiter nach 
Osten erstrecke, als in der britischen Admiralitäts-Karte angegeben ist. Alle 
Inseln waren trotz der etwas diesigen Luft gut und zeitig genug vom Deck 
aus zu sehen. Um 4% 45" p. m. wurde die Insel Rennel in etwa einer Seemeile 
Entfernung passirt; bei derselben lagen dicht unter Land zwei kleine Schoner 
vor Anker. Eine Stunde später kamen wir in einem Abstande von 1 Sm bei 
der Insel Arden vorbei, auf deren Nordende ein etwa 18m (60 Fufßs) hoher 
Mast errichtet ist. Von der Untiefe East Jacobus haben wir, trotzdem wir dicht 
bei derselben passirt sind, nichts gesehen.!‘) Wegen der eingetretenen Dunkel- 
heit ankerten wir um 6* 45”, die Insel Village in einem Abstande von 2 Sm 
SSO peilend, auf einer Wassertiefe von 24m (18 Fad.) mit dem B-B.-Anker 
und {3m (40 Fad.) Kette. Auf diesem Ankerplatz, dessen Grund aus Lehm, 
Sand und Muscheln besteht, lag das Schiff während der Nacht sehr gut, und 
zwar, da kein oder doch nur wenig Strom vorhanden war, auf dem Winde. 
Derselbe war ESE, leichte Briese. 
Am Morgen des 22, Juli wehte eine mäfsige Briese von SE, und es lief 
eine schwache östliche Strömung. Nachdem wir um 6'/2 Uhr angefangen hatten, 
Kette einzuwinden, war das Schiff um 8 Uhr wieder unter Segel gebracht, worauf 
eine halbe Stunde später die Insel Village in einem Abstande von 1'%2 Sm 
passirt und um 9'% Uhr in der Mitte zwischen den Inseln Dove und Cocoanut 
hindurchgesegelt wurde. Die Kokosnuflsbäume der letztgenannten Insel scheinen 
abzusterben, denn von den 30 Stück, die früher dort vorhanden gewesen sein 
sollen, standen jetzt nur noch zehn. Die Riffe, welche diese Inseln umsäumen, 
waren deutlich von Deck aus zu sehen, ebenso die trockene Sandbank im Osten 
der Insel Long. Im Norden dieser Bank, nahe bei derselben lagen vier kleine 
Schoner, anscheinend Fischerfahrzeuge. Um 10'2 Uhr entdeckten wir in einem 
Abstande von 5 Sm die kleine „Grassy Sandbank“ und um 11* a. m. von der 
Bramraa aus gleichzeitig die Inseln 7hree Sisters, Saddle und Burke. Die Sand- 
bank nördlich von der Insel Bet, welche spärlich mit Buschwerk bewachsen 
und etwa 3m (10 Fufs) hoch ist, war von Deck aus gut zu sehen, während die 
im Osten von ersterer belegenen Klippen selbst von der Bramraa aus nicht 
entdeckt werden konnten. Dahingegen kennzeichnete sich das Riff, welches in 
einer Ausdehnung von 6'/ Sm ostwärts von der „Grassy Sandbank“, die eben- 
falls 3m (10 Fuß) aus dem Wasser hervorragt, sich vorfindet, durch die schmutzig 
gelbe Wasserfarbe sowie durch eine stellenweise auftretende Brandung. Um 
12 Uhr Mittags passirten wir die Insel Bet in etwa 2% Kabllg. Abstand von 
der äufsersten Kante des Riffes und steuerten dann einen Kurs, der gut frei 
von der Klippe Moresby führte. Diese sowie die Untiefe Wrack !) sind nicht 
I) Nach den Nachrichten für Seefahrer 1882 No. 201 sind diese beiden Untiefen nicht 
rorhanden.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.