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Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück.
westliche und 15,6 Tagen für die östliche Route, und ist deshalb keine Ver-
anlassung vorhanden, den weiten Umweg nach der Ostseite des Paumotu-Archipels
zu machen.
Auf der nördlichen Halbkugel gehen die Veränderungen im System der
herrscheuden Winde hauptsächlich auf dem östlichen Theile des Stillen Oceans
vor sich. Die Zone verhältnifsmäfsig niedrigen Luftdrucks, welche das Gebiet
des Nordost- und des Südostpassats von einander scheidet und den Aequatorial-
Kalmengürtel bildet, erweitert sich hier nämlich im Sommer des Nordens zu
einer ausgedehnten Depression, deren Minimum über den mexikanischen Küsten-
gewässern liegt. Dieser steht ein westlich von der kalifornischen Küste gelegenes
weit ausgedehntes Gebiet hohen Luftdruckes gegenüber. Infolge dieser Druck-
vertheilung ist der Nordostpassat im Osten von 120° W-Lg in dieser Jahreszeit
fast vollständig aufgehoben, und auch weiter westlich herrschen für das Weiter-
kommen nach Norden ziemlich ungünstige Verhältnisse. Das Gebiet des eigent-
lichen Südostpassats, d. h. des aus einer Richtung östlich von Süd wehenden
Windes, erstreckt sich in den Monaten Juni bis Oktober bis nach 6° oder 7° N-Br.
Hier dreht sich der Wind durch Süd. nach SSW und SW und steht aus letzterem
Quadranten, in unmittelbarer Fortsetzung des Südostwindes, als ziemlich beständige
Briese noch ungefähr 4° weiter nach Norden durch. Von SW dreht sich der
Wind meistens noch weiter durch West nach NW und Nord, aus welchen Rich-
tungen er dann als leichte, mallende, oft von Windstillen unterbrochene Briese
den Schiffen noch längeren Aufenthalt bereitet, bevor sie in 13° bis 14° N-Br
das Nordostpassatgebiet erreichen.
Der Nordostpassat hat infolge des Vorhandenseins des Luftdruckmaximums
westlich von der kalifornischen Küste im nördlichen Sommer auf der Ostseite
des Pacifik eine sehr nördliche Richtung, eine erheblich schralere als auf der
Mitte des Oceans, so dafs die Schiffe, welche sein Gebiet auf der Ostroute bei
dem Winde durchsegeln, einen viel westlicheren Kurs einhalten und einen viel
längeren Weg zurückzulegen haben, als die auf der Westroute. Sie werden von
10° bis 30° N-Br um durchschnittlich 11,2° nach Westen gedrängt und benöthigen
für diese Strecke 14,1 Tage, während die Schiffe auf der Westroute den Parallel
von 30° Nord nur 4° westlicher als den von 10° und nach einer Durchschnitts-
fahrt von nur 9 Tagen erreichen,
Sehr langwierig ist die Reise auf der Ostroute im Sommer auf der aller-
letzten Strecke, von 30° N-Br bis zum Bestimmungsplatze. Die Schiffe befinden
sich, wenn sie das Passatgebiet in ungefähr 32° N-Br verlassen, meistens an der
Ostseite des erwähnten Luftdruckmaximums und treffen infolge dessen jenseits
der Passatgrenze vorwiegend leichte nördliche und nordnordwestliche Winde,
gegen welche sie bis zur Breite des Bestimmungsortes aufzukreuzen haben. An
der Küste ist der Wind in dieser Jahreszeit aus derselben Nord- bis Nordwest-
richtung fast ununterbrochen herrschend, und ist es deshalb bedenklich, sich der
Küste im Süden des Hafens zu nähern; das Aufkreuzen mufs vielmehr in einem
beträchtlichen Abstande vom Lande geschehen, was einen ferneren Umweg ver-
ursacht. Auch die Schiffe auf der Westroute machen im Sommer, obschon sie
an der Westseite des Maximums aus dem Passat herauskommen und den Wind
dementsprechend meistens durch Ost südlich holend finden, auf der letzten Strecke
des Weges nur einen unbefriedigenden Fortgang — 86 Sm im Etimal gegen 78 Sm
auf der östlichen Route; doch hat dieses hauptsächlich seinen Grund darin, dafs
sie hier ihre Route nicht nördlich genug nehmen, um an der Nordseite des aus-
gedehnten Hochdruckgebietes zu bleiben und so die Stillen und Mallungen
desselben zu vermeiden, was in diesem Falle, da ziemlich viel Ostlänge abzu-
segeln ist, keinen grofsen Umweg bedingen würde.
Es ergiebt sich also, daß auch in Anbetracht der in nördlicher Breite
herrschenden Windverhältnisse für Reisen, welche im Winter des Südens an-
getreten werden, die im Westen des Paumotu-Archipels durch die Passate nach
Norden führende Route erheblich mehr Vortheil verspricht als die Route im
Osten der Inseln. Für die 950 Sm, die auf der letzteren mehr zurückzulegen
sind, wird keinenfalls in günstigeren Winden eine Entschädigung geboten.
Anders liegen die Verhältnisse auf nördlicher Breite für die Schiffe, welche
Australien im südlichen Sommerhalbjahr verlassen, also in den Winter- und
Frühlingsmonaten des Nordens den Aequator überschreiten. Der meistens sehr