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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück. 
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westlichen Route, den meisten Vortheil verspricht. Der durch die richtige Wahl 
der. Route zu erzielende Zeitgewinn berechnet sich im ersteren Falle zu durch- 
schnittlich 12, im letzteren zu durchschnittlich 14 Tagen. 
Die im Vorstehenden dargelegten grofsen Unterschiede im Verlauf der 
Reisen, je nachdem dieselben auf der einen oder der anderen Route, in der 
einen oder der anderen Jahreszeit gemacht werden, finden ihre Erklärung in 
den im Stillen Ocean und besonders in den Passatgebieten desselben herrschenden 
Windverhältnissen. 
Wie überall ist auch hier das ganze System der verschiedenen Windzonen: 
der Passatwinde, der Aequatorkalmen und der aufsertropischen Westwinde im 
Laufe des Jahres einer allmählichen Verschiebung von Süd nach Nord und 
zurück von Nord nach Süd unterworfen, der zufolge es seine durchschnittlich 
südlichste Lage im Sommer des Südens — etwa im Februar — und seine durch- 
schnittlich nördlichste Lage im Sommer des Nordens — etwa im August — 
erreicht. Diese Verschiebung ist besonders grofs auf der westlichen Hälfte des 
Stillen Oceans. Die mittlere Grenze des Südostpassats befindet sich hier im 
Februar und März in 33° S-Br, während sich sein Gebiet im Juli, August und 
September im Mittel kaum über 23° S-Br hinaus erstreckt, also 10° nördlicher 
liegt. Die nördlich von Neu-Seeland längs dem Parallel von 34° bis 35° Süd 
führende Route liegt infolge dessen im Winter so weit von der Passatgrenze 
entfernt, dal hier die aufsertropischen Westwinde mit genügender Beständigkeit 
wehen,' um. den Schiffen ein befriedigendes Vorwärtskommen nach Osten zu 
sichern. Im Sommer dagegen, wenn das Passatgebiet in unmittelbarer Nähe ist 
und nicht selten über die Route hinaus sich ausdehnt, erfahren die Schiffe hier 
viel Aufenthalt durch östliche Winde, Mallung und Windstille, auch werden sie 
durch anhaltenden Südostwind nicht selten früher in das Passatgebiet gedrängt 
und zu einem westlicheren Durchstecher durch dasselbe‘ genöthigt, als für den 
späteren Verlauf der Reise vortheilhaft ist. Die für eine rasche Fahrt nach 
Östen erforderlichen beständigen günstigen Winde treffen sie in dieser Jahreszeit 
erst in höheren Breiten. ; 
Der Einfluß der Jahreszeit auf die Windverhältnisse und damit auf den 
Verlauf der Reise kennzeichnet sich in folgenden, den in Rede stehenden Journalen 
entnommenen Zahlen über die mittlere Reisedauer von der Ostküste Australiens 
nach 140° W-Lg. Dieselbe beträgt: 
1. auf der Route Nord von Neu-Seeland: 
von 6 Schiffen, die ihre Reise von Juni bis September antraten, 27 Tage, 
» 38 # ®# m » „ Februar „ März » 38 
2. auf der Route Süd von Neu-Seeland: 
son 5 Schiffen, die ihre Reise von November bis März antraten, 24 Tage. 
Ein noch gröfserer Zeitverlust entsteht den Schiffen, welche die westliche 
Route im südlichen Sommer einschlagen, bei der Durchsegelung des Südostpassat- 
Gebietes. Ein regelmäfsiger Südostpassat herrscht in dieser Jahreszeit nur im 
östlichen Theile des Stillen Oceans. Im westlichen Theile, in einem Gebiet, 
welches sich ostwärts bis über den Paumotu-Archipel erstreckt und sich an das 
Nordwestmonsun-Gebiet der nordaustralischen Gewässer und des Indischen Oceans 
anschliefst, ist der Passat gestört, und an seiner Stelle herrschen unbeständige 
böige Winde, vorwiegend aus nördlicher — nordöstlicher bis. nordwestlicher — 
Richtung, begleitet von regnerischem, unruhigem Wetter und oft von anhaltenden 
Windstillen unterbrochen. Ein beständiger Passatwind findet sich in diesen 
Längen dann nur im Süden von 20° bis 25° Süd und meistens auch im Norden 
von 10° bis 5° S-Br. Die Zeit des gestörten Passats ist etwa von Mitte 
November bis Ende April. In diesen Monaten benöthigen die Schiffe, um von 
30° Süd nach 0° Breite zu gelangen, auf der westlichen Route im Mittel nicht 
weniger als 27,8 Tage, während sie dieselbe Strecke auf der östlichen Route mit 
durchstehendem Passat in 16 Tagen zurücklegen. Im Winter des Südens zeigt 
sich in der Frische und Beständigkeit des Passats zwischen Westen und Osten 
kein Unterschied, die mittlere Fahrtdauer auf der Strecke von 30° Süd nach 
0° Breite stellt sich für die zwei Routen fast gleich heraus, zu 15,0 für die
	        
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