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Kleine Notizen.
Wind ermöglichte, im Verein mit einer Strömung von 30 Sm nach S!„E,
während des folgenden Etmals noch einen guten Fortschritt bis nach 1° 48‘ N-Br
und 121° 49‘ O-Lg. Nun aber traten sehr schlechte Verhältnisse ein, die ein
Vorankommen verhinderten. - Windstillen und leichte umlaufende Winde
wechselten mit einander ab, das Wetter war meistens böig und regnerisch, und
ein starker östlicher Strom regte die See manchmal ‚stark auf, so dafs das Schiff
bei den leichten Winden oftmals schwer arbeitete. Die Folge davon war, dafs
wir am 6. Juni erst 1° 36‘ N-Br und 121° 25‘ O-Lg erreicht hatten. Wir
sahen daher ein, dafs es uns wegen des am Kap Rivers ostwärts vorbeisetzenden
Stromes nicht gelingen würde, in der Nähe der Küste von Celebes die Makassar-
Strafse einzulaufen, und versuchten wir deshalb auf nördlichem Kurse wieder
aus diesem Strome herauszukommen. Ich war nämlich der Ansicht, dafs dieser
nur eine verhältnilsmäfßsig kurze Strecke von der Küste reichte, weil wir ja vor
dem 2. Juni, also nördlich von 1,8° N-Br in etwa 121,8° O-Lg nichts von dem-
selben gespürt hatten. Meine Voraussetzung erwies sich dann auch als richtig;
nachdem wir am 7. Juni von der Küste abgelegt hatten, wurde kein oder doch
nur ein geringer östlicher Strom mehr verspürt. Ich bin daher der Meinung,
dafs die Schiffe sich hüten sollten, bei der Ansegelung der Makassar-Strafse
die Küste von Celebes östlich von Kap Rivers anzulaufen, vielmehr die Borneo-
Küste oder wenigstens die Mitte der Strafe halten sollten. Wir verloren durch
ansere zu östliche Route mindestens 4 Tage. Dazu litten Segel und Tauwerk
durch das heftige Arbeiten des Schiffes bei der anhaltenden Windstille in der
durch die Strömung aufgeregten See ganz aufserordentlich.
Zur Durchsegelung der Straße gebrauchten wir dann noch 10 Tage.
Wir hatten stets unbeständiges Wetter, vorwiegend umlaufende westliche und
südliche Winde und Stillen. Vom südlichen Ausgange derselben an konnte die
Reise bei frischem SE-Monsun und schönem Wetter fortgesetzt werden. In der
Strafßse begegneten wir sogenannten schwimmenden Inseln, die mit Gebüsch und
Bäumen bestanden waren.
4. Cabarete-Bai, St. Domingo, Westindien. Der zweite Jahrgang
lieser Annalen („Hydrographische Mittheilungen“ 1874) enthält (Seite 34) einige
Bemerkungen über die an der Nordküste der Insel St. Domingo gelegene
Uabarete- (Cabaret-) Bai. Da diese Bucht von deutschen Schiffen häufig hesucht
wird, Pläne von derselben unseres Wissens aber nicht existiren, so dürfte die
Veröffentlichung des darüber vorhandenen Materials von Interesse sein, und ist
deshalb auf Tafel 9 eine nach den Aufnahmen S.M. Kr. „Albatrofs‘“ hergestellte
Karte der Bucht diesem Hefte beigegeben.
Gedruckt und
Königliche
in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn
Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei
Berlin, Kochstralse 68—70,