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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Literarisches. 
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daran. thun werden, bei Zeiten auf diesen Wechsel sich einzurichten, um einer 
achweren wirthschaftlichen Krise vorzubeugen. ; 
Aus - diesem Beispiel werden die Leser dieser Zeitschrift die grofe 
Tragweite der Fragen erkennen, welche in dem uns vorliegenden Werke be- 
handelt werden. Die Bearbeitung derselben ist eine aufserordentlich umfassende 
and umsichtige. Der Verfasser findet, dafs der gröfste Theil des mit Stationen 
besetzten Areals der Erdoberfläche (mindestens %/4 desselben) in den Jahren 
1831—85 eine doppelte Schwankung der Regenmenge durchgemacht hat, mit 
zwei regenreichen Perioden, nämlich zwischen 1841 und 1855 und zwischen 1871 
und 1885, und einer ausgesprochenen. Trockenperiode in den 30er Jahren, sowie 
zwischen 1856 und 1870. Die feine Linie der folgenden Figur giebt den mittleren 
Gang der Regenmengen im Durchschnitt dieses ganzen, aufserordentlich aus- 
gedehnten Gebiets. KEinen durchaus entgegengesetzten Typus weisen nur auf: 
Irland, die Orkneys, Faröer, Island, Tasmanien, Kapland, Britisch Birma und die 
Kirgisensteppe; das Mittel dieser Reihen stellt die punktirte Linie „Dauernde 
Ausnahmen“ dar. Endlich haben wir eine Reihe von Gebieten mit nur temporärer 
Abweichung, welche eine Zeit lang den regelmäfsigen Schwankungen folgen, 
um dann plötzlich für einige Lustren sich unregelmäfsig zu verhalten, Hierher 
gehören manche Theile des westlichsten Europas, Nordindien, die atlantische 
Küste der Vereinigten Staaten und Mexiko. Das Mittel dieser Reihen bietet 
nichts Charakteristisches; die Kurve des Mittels der gesammten Landoberflächen 
der Erde (einschliefslich der Inseln) zeigt die Züge jener der „regulären Gebiete“, 
nur etwas abgestumpft; vergleiche die dicke Linie auf unserer Figur. Dagegen 
machen die Befunde an Küsten und Inseln es wahrscheinlich, dafs die Oberflächen 
der Oceane, von denen wir keine Regenmessungen besitzen, den entgegengesetzten 
säkulären Gang der Regenmengen innehalten. 
ReguläreGebiete. 
Ganze Erde. 
Dauernde Aus- 
nahmen. 
1831/35 36/40 41/45 46/50 51/55 56/60 61/65 66/70 71/75 ° 76/80 81/86 
Diese Befunde in Bezug auf die Regenmenge vermag Herr Brückner 
zu bestätigen und weit rückwärts zu ergänzen durch die Beobachtungen über 
den Wasserstand abflulsloser Seen, insbesondere des Kaspischen Meeres. Bieten 
sich uns doch in diesen riesige Regen- und Verdunstungsmesser von selbst 
dar! Der bedeutende Betrag ihrer Schwankungen ist dadurch bedingt, daß die 
Temperatur und mit ihr die Verdunstung entgegengesetzte Schwankungen zeigt, 
wie die Regenmenge auf den Festländern, so dafs die regenarmen Jahre zugleich 
warm sind und eine starke Verdunstung erzeugen. Ueber diesen Theil der 
Frage ist eine vorläufige Mittheilung vom Verfasser in diesen Annalen, 1888, 
Heft II, veröffentlicht worden. Die Schwankungen des Luftdrucks und der Luft- 
temperatur in dem entsprechenden Zeiträumen ebenfalls nach Fünfjahrsmitteln‘) 
werden in dem sechsten und siebenten Kapitel des Buches behandelt, während 
im achten die Dauer der Periode auf Grund der weit längere Zeiträume um- 
fassenden Aufzeichnungen über die KEisverhältnisse der russischen Flüsse, das 
Datum der Weinlese und das Auftreten strenger Winter zu durchschnittlich 
35 Jahren — aber zwischen ziemlich weiten Grenzen, 20 und 50 Jahren, 
schwankend — bestimmt wird. Doch sind die übrigen, höchst wichtigen Resultate 
vorliegenden . Werkes, welche über den Zusammenhang vieler, theils bekannter, 
1) Der Verfasser hat in dem ganzen Werke in einheitlicher Weise die internationalen Lustren 
‘1801—1805, 1805—-1810, 1811—1815 u. s. w.) der Untersuchung zu Grunde gelegt, nachdem er durch 
eine besondere Prüfung gezeigt hat, dafs die Wahl dieser Zeiteinheit die Ergebnisse nicht beeinflufst,
	        
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