Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück.
Ein umgekehrtes Verhältnifs zeigt der Verlauf der Reisen auf der Ost
vom Paumotu-Archipel führenden Route, wenn schon hier der Unterschied
zwischen der mittleren Dauer der Sommer- und der Winterreisen nicht so groß
ist. Auf dieser nehmen die Schiffe, welche von November bis März im südlichen
Sommerhalbjahr ausgehen, ihren Weg südlich von Neu-Seeland, während die-
jenigen, welche Australien in den Monaten April bis Oktober verlassen, nördlich
von den Inseln passiren. Die Verlängerung des Weges hat für die ersteren
einen Verlust in der Fahrtdauer bis zum Meridian von 180° von durchschnittlich
4,3 Tagen zur Folge, der sich jedoch auf dem weiteren Wege bis zum Parallel
von 30° Süd, welcher von beiden Schiffsgruppen in nahezu derselben Länge
geschnitten wird, durch die größere Stärke und Beständigkeit der westlichen
Winde in höheren Breiten etwas wieder ausgleicht. Die Durchsegelung des
Südostpassatgebietes von 30° S-Br bis zur Linie nimmt in beiden Jahreshälften
ungefähr die gleiche Zeit in Anspruch, doch treffen die Schiffe, welche im süd-
lichen Sommer hierher kommen, den Passat aus einer so schralen, selbst nördlich
von Ost liegenden Richtung, dafs sie von 30° Süd bis 0° Breite um 1° nach
Westen gedrängt werden, während sie im Winter mit raumer wehendem Passat
zwischen den genannten Parallelen 4° O-Lg gut machen können und infolge
dessen die Linie ungefähr 5° weiter ostwärts schneiden. Die mittlere Reisedauer
auf der östlichen Route ist bis zur Linie im Sommer um durchschnittlich 2,9 Tage
länger als im Winter (50,3 gegen 47,4 Tage).
{n nördlicher Breite kehrt sich dies Verhältnifs indessen in das Gegentheil
um. Die Schiffe, welche Australien im südlichen Sommer (nördlichen Winter)
verlassen, durchsegeln sowohl das Nordostpassat-Gebiet als auch die Strecke
aufserhalb desselben auf kürzerem Wege und in erheblich kürzerer Zeit als
diejenigen, welche ihre Reise im südlichen Winter antreten, so dals sie gegen
die letzteren nicht weniger als 8,8 Tage gewinnen (22,7 gegen 31,5 Tage auf
der Fahrt nach San Francisco). Ein ähnlicher Unterschied ergiebt sich, wenn
man die Winter- und Sommerreisen der Schiffe, welche vom Atlantischen Ocean
kommen, mit einander vergleicht. Nach Maury’s Tabellen in der achten Aus-
yabe seiner Sailing Directions ist die mittlere Fahrtdauer dieser Schiffe auf der
Strecke von der Linie bis San Francisco in den vier Monaten Januar bis April
23,9 Tage, in den Monaten Juni bis September dagegen 30,5 Tage.)
Die Gesammtdauer der Reise von Australien nach Kalifornien auf der
östlichen Route stellt sich demnach bei einem Antritt von November bis März
um durchschnittlich 6 Tage kürzer, als bei einem Reiseantritt von April bis
Oktober (73 gegen 79 Tage nach San Francisco).
Durch eine Vergleichung der auf der östlichen mit der auf der westlichen
Route in den verschiedenen Jahreszeiten erzielten mittleren Reisedauer gelangt
man nun zu folgendem, für die Wahl der Route wichtigen Ergebnifs:
1. Schiffe, welche die Ostküste Australiens in den Monaten April bis
Oktober verlassen, erreichen San Fransisco
auf der westlichen Route im Mittel nach 67 Tagen,
» » östlichen % m m » 79
2. Schiffe, welche ihre Reise in den Monaten November bis März an-
treten, erreichen denselben Bestimmungsort
auf der westlichen Route im Mittel nach 87 Tagen,
=» » östlichen % m »® »„ 7 oe
Es folgt daraus, dafs bei einem Reiseantritt von April bis Oktober im
südlichen Winter der relativ kürzeste Weg: nördlich von Neu-Seeland nach Osten
and dann westlich vom Paumotu-Archipel und östlich von den Hawai-Inseln
sach Norden, bei einem Reiseantritt von November bis März dagegen der südlich
von Neu-Seeland nach Osten und östlich vom Paumotu-Archipel nach Norden
führende Weg, obschon der letztere ungefähr 900 Sm länger ist wie der auf der
4) Die einzelnen Monate betrachtet, ergiebt sich:
für Jannar 22,8 "Tage, Mittel aus 30 Reisen; für Juni 31,3 Tage, Mittel aus 36 Reisen:
Februar 23,6 % „ 28 » „ duli 300 » 21
März 245 » „40 “ „ August 8315 ® » 26
April 24,9 + " „34 „ September 292 _ - 25
n.