accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

130 Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1886. 
positive Abweichung der ersten Monatshälfte durch die negative der zweiten 
wieder aufgehoben wurde. Dadurch, dafs auch die letzten Tage wieder recht 
warm waren, liegt in Ostdeutschland allerdings das Monatsmittel 1 bis 2° über 
dem normalen. 
Im Oktober war umgekehrt der Druck über Osteuropa durchschnittlich 
viel zu hoch, 2 bis 8 mm über normal, durch die Anwesenheit der auf unseren 
Karten XXXIV, XXXVI und XXXVII dargestellten Druckmaxima. Dagegen 
betrug das Minimum üßer der Baffinsbai, das schon im September verstärkt war, 
jetzt 748 statt 753 mm. Auf dem Mittelmeer und in den Rofsbreiten waren 
dagegen die Verhältnisse ziemlich normal. Die Temperatur war im Innern von 
Nordamerika relativ hoch, an den Vereinigten-Staaten-Küsten des Stillen Oceans 
und des Golfs, sowie in den südlichen atlantischen Staaten war sie dagegen 
niedrig. In Europa war sie zumeist ziemlich normal, jedoch im Nordwesten 
(von England bis Lappland) 1 bis 3° zu hoch, am Ural 3° zu niedrig, was der 
Druckvertheilung gut entspricht. 
Die mittlere Druckvertheilung des Novembers 1886 war im Allgemeinen 
eine ziemlich normale, die entgegengesetzten Anomalien über Westeuropa vom 
5. bis 17. und vom 20, bis 28. November heben sich auf, und die normalen 
Hochdruckgebiete über Innerasien, den Azoren und den nordamerikanischen 
Südstaaten, sowie die normalen Niederdruckgebiete bei Island und auf der 
Davisstrafse treten gut hervor. 
Die Temperatur des Novembers war in Nordamerika nur an der atlantischen 
Küste — mit Ausnahme Floridas -— hoch, sonst allgemein erheblich zu niedrig, 
in Europa aber lag sie grofßsentheils, besonders im Nordwesten, über ihrem 
Normalwerth. 
‘Schlufs folgt.) 
Literarisches. 
Prof. Dr. Eduard Brückner: Klima-Schwankungen seit 1700, 
nebst Bemerkungen über die Klima-Schwankungen der Diluvialzeit. 
(Band IV, Heft 2 von Pencks „Geograph. Abhandlungen“). Wien, Kd. Hölzel, 
1890. 324 8. 8°. 
Seit Mitte der 60er Jahre hat die Landwirthschaft in den trockenen 
Gebieten des Innern von Nordamerika auf Kosten der natürlichen Prairien rapide 
an Ausdehnung gewonnen, Gebiete, welche bis dahin als höchstens für eine 
zehr extensive Bewirthschaftung durch Viehzucht geeignet galten, erwiesen sich 
nun als lohnend — in manchen Jahren sogar höchst lohnend — für Getreide- 
bau. Hieran trugen nicht allein die Fortschritte der Kultur, der Kommunikations- 
mittel u. s. w. das Verdienst, sondern die gefürchteten Missernten durch 
Dürre wurden thatsächlich immer seltener, und wirklich konnte schliefslich nach- 
gewiesen werden, dafs die Regenmenge in dieser Zeit sich nicht unerheblich 
vermehrt hatte, wofür das Steigen des abflufslosen „Grofsen Salzsees“ der 
deutlichste Beweis war, Es lag nahe, diese Zunahme des Regens mit der ver- 
mehrten Kultur in Zusammenhang zu bringen, und zwar, da die Ursachen der 
letzteren anscheinend genügend in menschlichen Verhältnissen gegeben waren, 
lautete der Schluss: die wachsende Landeskultur bedingt eine Vermehrung des 
Regens und trägt daher die Bedingungen für ihre immer weitere Entwickelung 
in diesen dürren Gebieten in sich selbst — ein höchst optimistischer Schluß, 
wie er unseren unternehmenden Verwandten in Nordamerika nicht sympathischer 
aufgestellt werden konnte. Aber wie nun, wenn es sich herausstellt, dafs diese 
Jahrzehnte lange Zunahme des Regens, und mit ihr auch die Zunahme der 
Kultivirbarkeit jener Grenzregionen der centralen Wüsten, trotz ihrer langen 
Dauer nur ein vorübergehendes Phänomen sei, dem wieder lange Jahre der 
Dürre folgen werden, und dafs dieser Wechsel einer gewissen Periodicität unter- 
liegt? Dann ergiebt sich die praktische Folgerung, dafs die Landwirthe gut
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.