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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1886, 127 
Depression nicht, wie es so entstandene Bildungen gewöhnlich thun, in raschem 
Fortschreiten einen Kreisbogen um ihre Muttercyklone beschrieb, — der sie 
direkt zu uns gebracht haben würde. Sie blieb ungefähr stationär, wandte sich 
ihrer excentrischen Ausbildung am 1. entsprechend südwärts, wurde aber schon 
am 2. ausgefüllt, da an ihrer Südseite ein neuer Wirbel sich eben so rasch 
entwickelte. 
Zur Charakteristik des letzteren Vorganges mögen einige Daten hier 
Platz finden. 
1. Oktober. S. 39 (50° N, 39° W). Um Ol a. m. Wind WNW 9, Bar. 750,8; um 4a 
NNW 9, um 6a ENE6, um 12p NNE4. Das Barometer stieg rasch im Laufe des "U’ages; um 11 p 
schwaches Nordlicht. — 58. 53 (45° N, 25° W). Um 4p SW 11, um 8p WSW 10, Bar. 747,7. — 
S, 43 (47° N, 25° W). Um 4p Wind W 8, Bar. 746,38; um 8p N9. — S. 18 (46° N, 24° W). 
Um 71/2 p sprang der Wind um von NW 6 nach N 10, dabei niedrigster Luftdr., 746,1. — S, 49 
(49° N, 19° W). Um 12p Wind NE 8, Bar. 741,3, Blitzen. 
2. Oktober. D. 37 (50° N, 14° W). Um 6p sprang der Wind in einer schweren Böe 
von S nach NE. 
Da indessen dieser Cyklone am 1., 3., 5. neue in derselben Gegend folgten, 
so bleibt die Wetterlage während des ganzen Zeitabschnittes vom 30. Sep- 
tember bis 8. Oktober ungefähr dieselbe: niedriger Druck von SW-KEuropa 
bis zum arktischen Amerika, wo ebenfalls mehrere Depressionscentren sich 
zeigten, dagegen hoher Druck über den Vereinigten Staaten, auf dem Ocean 
SW von den Azoren und im westlichen Russland. Die unregelmäfsigen Be- 
wegungeu des am 1. entstandenen Depressionscentrums, welche es am 6. in die 
Nähe von Grönland brachten, scheinen von Vorgängen über dem arktischen 
Amerika abzuhängen, welche sich uns, aus Mangel an Beobachtungen, nur eben 
andeuten. Am 5., wo es sich rasch nach NW verschob, war offenbar der Luft- 
iruck nördlich von der Hudsonsbai sehr niedrig; dieselbe Bewegungsrichtung 
schlug es auch am 9. ein, als ein Minimum bei Labrador erschien. An den 
folgenden Tagen blieb es stationär südlich von Island, vom 11. an aber, wo 
der Druck über Grönland abermals sank, bewegte es sich nach Nordosten. Dabei 
hatte es am 9.—11. die gröfste Tiefe und füllte sich darauf, als aus dem SW 
ein rasch sich vertiefendes neues Minimum herbeieilte, am 14. aus. Wenn in 
diesen Erscheinungen, wie hier angedeutet, einige schon erkannte Gesetzmäfsig- 
keiten sich wiederspiegeln, so darf doch nicht verschwiegen werden, dals 
mancherlei Punkte darin ungeklärt bleiben. So war die Bewegung der Depression 
am 5. und 9. nicht senkrecht zur Verbindungslinie der Centren niederen Druckes, 
sondern fast mit dieser zusammenfallend; so ist ferner nicht zu erkennen, warum 
die am 9. bei Labrador erscheinende Depression nicht, wie die folgende am 13. 
und so viele andere, die im Ost resp. Nordost von ihr liegende überwucherte, 
sondern selbst sich rasch ausfüllte. Es giebt noch keine Kennzeichen, an denen 
man junge, in Ausbildung begriffene Depressionen von alten, absterbenden unter- 
scheiden kann. 
Die durchschnittliche Druckvertheilung war in dem jetzt in Rede stehenden 
Zeitabschnitt vom 9. bis 18. Oktober ungefähr dieselbe, wie im vorher- 
gehenden, nur dafs die Gebiete hohen und niederen Druckes ein wenig ostwärts 
verschoben waren, am meisten das östliche, das sich ins Aralo-Kaspische Becken 
verlegte. Das Ende dieses Zeitabschnittes wird in Europa durch das Auftreten 
des eben erwähnten, von den Bermuden kommenden Wirbels und seiner Rand- 
bildungen eingenommen. KEinige Auszüge aus Schiffsjournalen mögen die Ge- 
schichte der beiden wichtigsten Cyklonen dieses Zeitabschnitts klären helfen. 
Am 8. Oktober. S. 16. Sahen eine Wasserhose. — D. 29. Um 6p sprang der Wind 
bei starkem Regen plötzlich von S nach WSW. Um 8p Luftdr. == 740,5 mm und Wind NW 6. — 
S. 39 (44° N, 51° W). Um 10l/2ep war ein schwaches Nordlicht sichtbar. — S, 47 (49° N, 18° W). 
Wind um 10p S11 und Luftdr. == 738,3 mm, 
Am 9. Oktober. D. 13. Um 2a niedrigster Luftdr. = 738,7 mm. Um 31/48 Wind um- 
aufend von S9 nach WNW 5. —. D. 36. Um 8p Wind SW 7 und Luftdr. == 732,2 mm. — S. 39 
45° N, 53° W). Um 8 p war ein schwaches Nordlicht sichtbar. .— S. 106 (56° N, 17° W). Der 
schon während der zweiten Hälfte des vorhergehenden Tages nach SE umgelaufene Wind nahm sehr 
rasch bis zum orkanähnlichen Sturme zu. Der Luftdruck nahm sehr rasch ab. Um 9! a Wind 
plötzlich abflanend und bald darauf umspringend nach WNW., 
Am 13. Oktober.  D. 22 (48° N, 36° W), Um 8 p Wind SE9 und Luftdr, == 746,0 mm. 
— D. 26. Um 42 Sturm aus S. Starker Regen, umlaufende Winde, — D. 70. Um 8p Wind
	        
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