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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Die Stürme an der deutschen Küste von 1878 bis 1887 
Die Stürme an der deutschen Küste von 1878 bis 1887. 
Von N. Bödige- Duderstadt, 
Seit dem Jahre 1878 sind im Interesse des Sturmwarnungswesens an der 
deutschen Küste Signalstellen eingerichtet, deren Aufzeichnungen in den „Meteoro- 
logischen Beobachtungen in Deutschland“ als Anhang veröffentlicht sind. Diesen 
Aufzeichnungen sind die nachstehenden statistischen Zusammenstellungen ent- 
nommen, und zwar beziehen sich dieselben auf die ersten zehn Jahre der Thätig- 
keit jener Signalstationen, also auf den Zeitraum von 1878 bis 188%. In diesem 
Jetzteren Jahre waren folgende Stationen — nach vier Gruppen geordnet — in 
Thätigkeit: 
Il. Nordsee: Borkum, MNorderney, Nesserland- Emden, Karolinensiel, 
Wangerooge, Schillighörn, Wilhelmshaven, Brake, Geestemünde, Bremerhaven, 
Weserleuchtthurm, Neuwerk, Cuxhaven, Brunshausen, Hamburg, Glückstadt, 
Tönning, Keitum. 
1. Westliche Ostsee: Aarösund, Flensburg, Schleimünde, Friedrichsort, 
Marienleuchte, Travemünde, Wismar. 
II. Mittlere Ostsee: Warnemünde, Darsserort, Stralsund, Wittower 
Posthaus, Arkona, Thiessow, Ahlbeck, Greifswalder (ie, Swinemünde. 
IV. Oestliche Ostsee: Kolbergermünde, Rügenwaldermünde, Stolpmünde, 
Leba, Hela, Neufahrwasser, Pillau, Brüsterort, Memel. 
Nur für solche Tage sind die Beobachtungen (drei Termine: 8 a. m., 
21 p. m., 8° p. m.) veröffentlicht, an welchen stürmische Winde von der Stärke 8 
and darüber — nach der Beaufort’schen Skala — auf gröfserem Gebiete auf- 
‚raten. Hierdurch ergiebt sich eine Unterscheidung der Stürme in solche, welche 
zleichzeitig an der ganzen Küste herrschten, und in solche, welche sich auf 
zröfsere oder kleinere Theile derselben beschränkten, und in Bezug hierauf ist 
zunächst im ersten Theile dieser Arbeit die Anzahl und Verbreitung der Stürme 
in dem genannten zehnjährigen Zeitraume festgestellt, wobei noch zu bemerken 
ist, dafs die Grenzen der oben aufgeführten Stationsgruppen vielfach in einander 
übergreifen. 
Anzahl und Verbreitung der Stürme. 
Die Zusammenstellung der Häufigkeitszahlen der Stürme für die einzelnen 
Jahre und nach ihrem Verbreitungsgebiet ergiebt folgende Tabelle: 
Tabelle 1. 
Verbreitungsgebiet 
ı) Ganze Küste . . . + 
j) Nordsee u. west]. Ostsee . 
\ Ganze Ostsee. . . . 
Mittlere u. Östliche Ostsee 
Nordsee. . . . . «4 
Westliche Ostsee. . . . 
, Mittlere Ostsee . . . 
1) Oestliche Ostsee . 
Summe 
1 j 1 1 ' ! f | 
1878 a 1882 1883 1884 1885 1886 1887! 
23 
Q 
fe 
£ 
2 
19 
| 
8 
16 
3 
_ 9 7° 
4 8 —' 83 
(ae ar laslar'ea 
5 
ı 4 4 N 
so | 55 lco!e5 36 
12 
Aumme | Procent 
173 33,3 
78 15,0 
71 13,6 
108 20,5 
15 2,9 
13 2,5 
18 3,4 
44 8,5 
BO 
Aus dieser Tabelle geht u. A. Folgendes hervor: Stürme mit geringerer 
Ausdehnung (e—h) sind nur an 90 Tagen beobachtet worden, während in 
430 Fällen die stürmische Witterung ein gröfseres Verbreitungsgebiet hatte 
(e—h 17,3 %, a--d 82,7 %). 
Fast genau ein Drittel aller Stürme erstreckte sich über die ganze Küste, 
and berechnet man die Gesammtzahl der Sturmtage, die auf jede der vier 
Stationsgruppen fallen:
	        
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