Ueber Häfen und Fahrten an der. Küste Brasiliens.
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(12. Fufßs), . der auszukreuzen versuchte. Beide geriethen. eben aufserhalb der
tiefsten. Fahrrinne an Grund, und als später die Ebbe durchkam, mahlte dieselbe
den Sand unter dem Achterschife weg, was zur Folge ‚hatte, dafs die Schiffe,
da sie in der Mitte. fest aufsalen, durchbrachen und eine so bedeutende Be-
schädigung erlitten, dafs sie,. obwohl sie mit der nächsten Fluth wieder flott
wurden und nach Areas Brancas kamen, condemnirt werden mußten. . Es.ist
noch zu bemerken, dafs zur Zeit kein Seegang auf der Barre vorhanden war.
“. , Auf der Rhede von Mossoro aulserhalb der Barre soll der Seegang etwas
unangenehmer sein, als bei Macdu, doch nach Aussage eines norwegischen
Kapitäns nicht bedeutend. Bei Macdu halten wahrscheinlich die vorliegenden
ausgedehnten Gründe die Oceandünung von dem Ankerplatz fern. Indefs. liegen
ja auch auf der Aufsenrhede von‘ Pernambuco frachtsuchende Schiffe in großer
Anzahl vor Anker und, wie ich aus eigener Erfahrung bezeugen kann, ganz
ohne Gefahr, obwohl der offene Ocean vorliegt. : Nur das Ankerlichten strengt
Spill und Kette stark an, weil der Grund so aufserordentlich . festhält und der
Anker auch wohl hinter Korallen hakt. VUebrigens kommen bei Pernambuco
auch keine Winde von einer solchen Stärke als die Seebriese bei Macdu vor.
IV. Santos. .
; ; Meinem letzten Berichte über Santos (in diesen Annalen, Jahrgang 1889,
Seite 235—3237) möchte ich noch einige Ergänzungen hinzufügen. . We
Der Hafenbau hier hat bis jetzt nur noch wenig Fortschritte gemacht, ob-
wohl fleifsig in den Steinbrüchen des Monteserrat gearbeitet und Erdmaterial
der Hafenbaugesellschaft von dort‘ vermittelst. einer Privateisenbahn. zugeführt
wird, auch ein Dampfbagger beständig in Thätigkeit ist. Man sieht .nur erst
die Anfänge und die alten Kaufmannsbrücken. sind noch immer im Betrieb.
Mehrere Firmen haben sogar östlich von. und. außerhalb der Zollhausbrücke
neue Brücken bauen lassen, so dafs zur Zeit mehr Gelegenheit .zur Entlöschung
der Schiffe vorhanden ist. als früher; allein die Empfänger wollen nicht. gern
ihre Waaren an den neuen Brücken gelöscht.haben, weil diese : viel. weiter von
den Magazinen und der Eisenbahnstation entfernt sind, als die alten. Die meisten
Dampfschiffsagenturen, Kohlenhändler. und andere Kaufleute. haben ‚aufserdem noch
Hulks zu ihrer Verfügung, in welchen sie Waaren unter Zollverschlufs. lagern
können. Somit sind die Verhältnisse auf den Hafenbau eingerichtet, und. der
Handel erleidet weniger Störungen durch denselben, . als. man befürchtet hatte,
besonders da nun auch die Regierung insofern ‚etwas für Santos thut, als sie
eine neue Zollbrücke und einen neuen Speicher dazu bauen. läfst... Die. Hafen-
baugesellschaft benutzt dazu das für die Kaimauer fertige. Material, ist auch im
Besitz einer Dampframme, so dafs die Bauten. schnell ‚vorwärts schreiten und
damit ein wirkliches Bedürfuils in’ nicht allzu ferner Zeit‘ gehoben sein wird.
Mit der Fertigstellung der Kaimauer wird die Gesellschaft wohl erst in 10. Jahren,
statt in 3 Jahren, wie anfangs erwartet, fertig sein. .: ;
. Im Anfang April 1890 kamen mit einem Male viele Schiffe hier an, und
die letzten ‚hatten eine vierwöchentliche Wartezeit, bevor sie an. der Eisenbahn-
brücke‘ anlegen konnten. .Die Eisenbahn hat.auf dem Wege nach San Paulo in
der Ersteigung der Sierra ein schwieriges. Terrain zu überwinden... Es müssen
die Wagen auf demselben. in drei Stufen durch Maschinen ‚an Drahtseilen auf-
gezogen werden, und da: in dieser Zeit .wenig Kaffee. herunterkam, weil. die
neue Ernte erst im Mai stattfindet, so mussten. stets vollbeladene Wagen gegen
leer herunterfahrende aufgewunden werden: . . -
. Beim Stückgutlöschen sind die Verhältnisse noch so ziemlich die. früheren
und die Kapitäne hierbei noch immer von der Willkür der Empfänger abhängig.
Doch mul ich hervorheben, dal die Konsignationen der Schiffe mehr vertheilt
waren und verschiedene Agenten sich @rofse Mühe gaben, den Schiffen die
Ladungen abzunehmen, was bei einigen auch ziemlich rasch geschah. Sind num
aber Theile der Ladung vorhanden, welche eine bedeutende Geldsumme zur
Zolldispache erfordern, und ist der Empfänger derselben nicht bekannt, oder
wenn ihm die Annahme der Waaren noch nicht pafst, so mul das Schiff warten.
Hierin aber liegt eine große Ungerechtigkeit, der das Schiff unterworfen ist,
Eine Grenze der Liegezeit sollte doch schliefslich vorhanden sein: ob aber eine