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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Ueber Häfen und Fahrten an der Küste Brasiliens. 
Sache nach Macdu zurückgekehrt, um sich wieder mit Proviant, Wasser und 
Brennmaterial zu versorgen. 
Nım giebt es in Macdw auch. Küstenlootsen, die die Schiffe für 60 Mil- 
reis von, dort bis Natal bringen und dann in ihren mitgenommenen Kanoes die 
Fahrt längs der Küste zurückmachen, so dafs man auch keine Schwierigkeit hat, 
sie ‚wieder los zu werden. Mit kleinen Schiffen, bis zu einem Tiefgange von 
4,3 m (14 Fufs), gehen die Lootsen durch den Kanal zwischen der Untiefe 
Lavandeira und der Küste und auch wohl zwischen den Bänken beim Kap 
St. Rogue hindurch. Es wird dabei jede Nacht, sowie die Küstenfahrer es 
machen, geankert. Gröfsere Schiffe lootsen sie aufserhalb der Bänke bis nach 
Kap St. Rogue, aber auch auf dieser Route wird es mit einem Manne an Bord, 
der Ortskenntnisse hat, bedeutend leichter, vorwärts zu kommen, besonders um 
das Lavandeira-Riff herum, welches stets die meisten Schwierigkeiten bereitet. 
Am Tage trifft man in dieser Gegend viele mit dem Fischfange beschäftigte 
Jangadas, die sich mit Vorliebe gern an den Aufsengründen der Untiefen: 
Urca Oliveira, Urea Minoto und Urca Tubarao, aufhalten. Auf der ganzen 
Strecke von Macdu bis unweit Pernambuco findet man die Fischer oftmals außer 
Sichtweite des Landes. 
Für. Schiffe, die vom Nord- zum Südatlantischen Ocean bestimmt sind und 
weit westlich stehen, möchte ich noch empfehlen, dafs sie nicht über die Länge 
der Roccas hinausgehen, falls ihr Kurs sie nicht frei von Kap St. Roque führt. 
Es ist vielmehr besser, zu wenden, weil nördlich von den Roccas weniger Gegen- 
strom vorhanden ist, als zwischen diesen und Kap St. Roque. Auch macht der 
Passat, nachdem er einige Tage südlich gestanden hat, oft eine östliche Drehung, 
ınd man hat dann von hier aus einen freieren Kurs als nahe unter der Küste, 
welche keinenfalls westlich vom Kap St. Roque angesegelt werden sollte. 
HI. Mossoro. !) 
Ein zweiter Salzladeplatz an der Nordküste von Brasilien in der Provinz 
Rio Grande do Norte ist der am gleichnamigen Flusse gelegene Hafen Mossoro, 
über den ich Einiges berichten will, was ich von anderen Kapitänen erfahren habe, 
Um Mossoro anzusegeln, thut man wohl, die Spitze Mel in einem Ab- 
stande von 6—7 Sm, auf einer Wassertiefe von 11,0 bis 12,9 m (6 bis 7 Fad.) 
zu passiren. Auf einem Westkurse von hier weiter segelnd, bleibt man dann in 
denselben Tiefen und kommt ungefähr in der Mitte durch den Kanal zwischen 
der Landspitze Redonda und der Bank Jodo da Cunha, welche letztere zur 
Springzeit bei Niedrigwasser beinahe trocken läuft, Die Entfernung von der 
Mitte dieser Bank bis zur Spitze Redonda beträgt 10 Sm, von der Spitze Mel 
bis dahin 6 Sm und weiter bis zur Spitze Entrada 5 Sm. An dem letzt- 
genannten Orte wird man vielleicht schon Lootsen für die Barre von Mossoro 
vorfinden, welche noch 6 Sm von hier entfernt ist. Die Lootsentaxe beträgt 
ein- und ausgehend zusammen 70 Milreis. Auf der Barre stehen bei Springfluth 
etwa 4,3 m (14 Fulß) Wasser. Das Fahrwasser derselben verläuft aber in einer 
solchen Richtung, dal es selten mit der Landbriese durchsegelt werden kann, 
weshalb die Schiffe meistens gezwungen sind, auch beim Ausgehen einen Schlepp- 
dampfer zu nehmen. Kin solcher ist aber nicht immer zu bekommen, vielmehr 
ist man auf die Hülfe zufällig anwesender Küstendampfer angewiesen, für deren 
Dienstleistung 250 bis 300 Milreis zu zahlen sind. 
Der Ladeplatz der Schiffe im Flusse befindet sich bei Areas Brancas, 
eine kurze Strecke innerhalb der Barre, bis wohin das Salz von der 27 Sm 
Aufßsaufwärts belegenen Stadt Mossoro mit Leichterfahrzeugen gebracht wird. Die 
Ladung bekommt man auch hier kostenfrei an Bord. Der Mossoro-Alqueira hat 
sinen Inhalt von 160 Litern; das Salz wird in Halbalqueiras gestrichen ge- 
messen. Die Unkosten eines Schiffes in Mossoro sind mit denjenigen in Macdu 
ziemlich gleich. 
Im Februar dieses Jahres (1890) gingen zwei Schiffe auf der Barre von 
Mossoro verloren, nämlich ein Norweger, mit einem Tiefgange von 4,3 (14 Fuls), 
im Schlepptau eines Dampfers und ein Holländer, mit einem Tiefgange von 3,7 m 
) Siehe diese Annalen, Jahrgang 1880, Seite 436 u. 437.
	        
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