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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Veber Häfen und Fahrten an der Küste Brasiliens, 
Garantie für die Erlaubnifs zum Laden 5000 Milreis, 
An den Gouverneur von Natal . 35 000 . 
Municipalabgabe . . . . . 5 000 
Siegel zu verschiedenen Dokumenten. . . . 7100 
Tonnengelder für 414 Registertonnen ä 400 Reis L65 600 
Feuergelder . . .. .. .- 84 000 „ 
Dispachegebühr . . 0.0.0000. 4 2 20 000 „ und 
5 pCt. Spesen auf einen Vorschufs von 321 700 Milreis 16085 ” 
Zusammen . . . 337785 Milreis. 
Es sind dieses immerhin keine hohen Kosten, namentlich nicht, wenn man 
bedenkt, dafs auch die Ladung ohne Auslagen für den Kapitän an Bord gebracht 
wird und man nur einige Leute zum Trimmen braucht. Weitere 100 Milreis 
sind dann noch an Hotelkosten und Erfrischungen zu zahlen, falls die Ausrüstung 
des Schiffes keiner Ergänzung bedarf, 
Die Postverbindung Macdus mit anderen Häfen Brasiliens wird durch 
gelegentliche Küstendampfer von Natal oder Ceard aufrecht erhalten und ist aus 
diesem Grunde sehr unregelmäfsig. In neuerer Zeit sind noch Landposten zwischen 
hier und Natal ins Leben gerufen, die aber nur eine langsame Beförderung haben. 
Telegraphische Verbindung mit den Hauptplätzen Brasiliens besteht von 
einer 48 Sm von Macau belegenen Inlandstation, bis wohin der Botenlohn 
6 Milreis beträgt; jeder Tag, den der Bote auf Antwort warten mufs, kostet 
aufserdem 1 Milreis, 
Die Frachtsätze für Ladungen, die im Hafen, und solche, die auf der Rhede 
eingenommen werden, weichen um den ungefähren Betrag des Leichterlohns von 
einander ab. Gewöhnlich werden in der Charterpartie für eine an der Stadt 
einzunehmende Ladung 100 Reis für den Alqueira von 40 Litern Inhalt mehr 
bedungen, als für eine solche von der Rhede aus, was 25 pCt. der ganzen Fracht- 
sunıme von hier nach Rio de Janeiro, welche zur Zeit 400 Reis für dasselbe 
Quantum beträgt, ausmacht. Somit ist es immerhin lohnend einzusegeln, wenn 
man etwa die halbe Ladung im Flusse laden kann, denn hieraus erwachsen Einem 
nur die Mehrkosten von 60 Milreis Lootsengebühr und die Ballastlöschkosten, 
Indefs, es ist meistens ein längerer Aufenthalt mit dem Einsegeln bis zur Stadt 
verknüpft, indem für den Abgang die Springfluth abgewartet werden mufs, weshalb 
die Mehrfracht leicht durch den Zeitverlust wieder verloren geht. 
Der Preis des Salzes stellt sich bei mittlerer Güte auf 420 Reis, wenn im 
Hafen, und auf 800 Reis per Alqueira, wenn auf der Rhede geliefert. Der 
Macdu-Alqueira enthält 128 Liter, und das Salz wird beim Laden in Halbalqueiras 
(Kasten von 64 Litern Inhalt) gehäuft gemessen. In Rio de Janeiro, woselbst 
beim Löschen das Messen des Salzes von der Schiffsmannschaft besorgt wird, 
kann man für jeden in Macau geladenen Alqueira 4, jeder zu 40 Liter Inhalt, 
abliefern, während in Santos, wo das abgelieferte Mafs durch Angestellte des 
Kaufmanns festgestellt wird, nur 3'/ der letzteren herauskommen, Der Fracht- 
unterschied zwischen Rio de Janeiro und Santos beträgt gewöhnlich 50 Reis. 
Das feinste weiße Salz wird nach Bahia, Mittelwaare nach Rio de Janeiro, 
grobes weißes Salz nach Santos und das Düngsalz (schmutzige Reste aus den 
Salinen und die äußeren Krusten der Salzhaufen) nach Paranagua und Rio 
Grande do‘ Sul verschifft. 
Ich möchte nun noch besonders darauf aufmerksam machen, dal Schiffe, 
die auf der Rhede von Macau laden, sich mit guten Holzfendern zu versehen 
haben. Die Leichter sind sehr lang, und daher sechs Fender an jeder Seite 
meistens nicht zu viel, wenn man auch allenfalls mit vier auskommen kann, 
Aufserdem sind starke Coirtaue zum Festmachen der Leichter erforderlich, eins 
auf jeder Seite von 7 Zoll Umfang und 7 Faden Länge, welches vom Bugpoller 
oder Beting bis zum Vormast des Leichters, und ein zweites von 5 Zoll Umfang 
und 12 Faden Länge, welches vom Klüverbaum bis zum Beting des Leichters 
reicht. Ferner 10 Faden lange und starke Hintertaue, sowie zwei Masttaue von 
derselben Stärke wie letztere und 4 Faden lang. Die grofsen Leichter haben 
vorne seitwärts ihren Anker aus, 80 dafs sich durch das Einwinden oder Ausstecken 
der Ankerketie der Abstand zwischen Schiff und Leichter bequem reguliren lälst. 
Auf diese Weise ist es leicht zu verhüten, dafs der Leichter zu stark an die
	        
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