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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Ann. d. Hydr. ete., XIX. Jahrg. (1891), Heft I. 
Von Australien nach der Westküste von Nordamerika 
und zurück. 
Von L. E. Dinklage, Vorsteher der Abtheilung I. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
(Mit einer Routenkarte, Tafel 1.) 
l. Die Ausreise. 
Mit der Zunahme des Dampfschiffsverkehrs im Stillen Ocean und der 
Eröffnung neuer Eisenbahnlinien in den pacifischen Staaten des amerikanischen 
Kontinents hat der Transport von Steinkohlen von der Ostküste Australiens 
nach der Westküste Nordamerikas in letzterer Zeit einen erheblichen Aufschwung 
genommen und verschiedentlich auch deutschen Segelschiffen Beschäftigung ge- 
geben, deren Kapitäne das Journal der Seewarte führen. Mit wenigen Ausnahmen 
traten dieselben alle ihre Fahrt von New-Castle N. S. W. an. Ihr Bestimmungsort 
war in den meisten Fällen ein Hafen Kaliforniens: San Francisco, San Diego 
oder San Pedro oder auch Mazatlan in Mexico. Vier Schiffe, die von Melbourne 
ausgingen, segelten in Ballast; von diesen waren zwei nach den Holzhäfen an 
den Nebengewässern der Juan de Fuca-Strafse und zwei nach Corinto, Nicaragua, 
bestimmt. Ein viertes versegelte in Ballast von Brisbane nach Puntarenas, 
Costarica. Durch die eingegangenen Journale von diesen Reisen ist der bis 
dahin nur mangelhafte Ausweis über die einschlägigen Wind- und Strömungs- 
verhältnisse nunmehr so weit vervollständigt worden, dafs eine Untersuchung 
über die Wahl der Route für die in Rede stehende Fahrt angezeigt erscheint. 
Das Material dazu Heferten aufser den erwähnten, an Zahl 24, die Journale von 
vier Schiffen, die von New-Castle N. S. W. mit Kohlen nach Honolulu gingen. 
Ferner wurden, besonders zur Festlegung der mittleren Passatgrenzen, noch 
ungefähr 250 Journale von sonstigen Reisen nach den Inseln des Stillen Oceans 
und nach Häfen Kaliforniens und Mexicos zur Untersuchung herangezogen. 
Der kürzeste Weg von der Ostküste Australiens (New-Castle) nach der 
Westküste Nordamerikas (San Francisco) hat eine Länge von rund 6400 Sm. 
Er führt nördlich von den Fij-Inseln vorüber und schneidet den Aequator in 
165,6° W-Lg (s. die Routenkarte). Eine Betrachtung der Windverhältnisse 
zeigt, dafs dieser Weg wegen der auf dem gröfsten Theile desselben dem Kurse 
entgegen wehenden Passatwinde von einem Segelschiffe auf der Hinreise nicht 
genommen werden kann; es ist nothwendig, einen Umweg zu machen, indem 
das Gebiet der beiden Passate bei dem Winde. durchsegelt und die Länge in 
der Region vorherrschender westlicher Winde aufserhalb der Passatgebiete gut 
gemacht wird. 
Je nachdem, wo der Durchstecher durch den Passat gemacht. wird, sind 
hier nun im Allgemeinen zwei Routen zu unterscheiden: eine westliche, welche 
irgendwo zwischen den Tonga-Inseln und dem Paumotu-Archipel und eine östliche,
	        
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