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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Ueber eine neue Methode zur Bestimmung des Polabstandes eines Magnets. 
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. Als weiterer Vorzug der neuen Methode darf auch hervorgehoben werden, 
dafs dieselbe, wie oben angedeutet, dazu dienen kann, die Lage der magnetischen 
Axe innerhalb des Stabes mit erheblicher Schärfe zu bestimmen, indem man Be- 
obachtungen nach dem obigen Schema — Marke oben und unten — mit solchen 
kombinirt, bei denen die Marke Nord und Süd liegt, oder bei denen sie gegen 
die ersteren um 90° gedreht ist. 
Auf Grund der vorstehend entwickelten Theorie wurde nun der magnetische 
Theodolit des Observatoriums zu Wilhelmshaven eingerichtet, und es wurden 
nach einer Reihe von Versuchen, die aus dem Grunde, dafs Verfasser dieses nicht 
gleich auf den Gedanken kam, dafß eine geringe Abweichung der magnetischen 
von der geometrischen Axe des Stabes einen so bedeutenden Einfluls ausüben 
werde, sich als vergeblich herausstellten, sehr befriedigende Resultate erzielt. 
Auf dem Schlitten, der zum Befestigen des Ablenkungsmagnets bei Ablenkungs- 
beobachtungen dient, wurde eine in Millimeter getheilte Holz-Papier-Skala von 
Edelmann angebracht, ferner ein Schlitten konstruirt, welcher auf der Holzskala 
verschoben werden kann und mit einer Fassung für den zu untersuchenden Magnet 
versehen ist, die aus einer feststehenden und einer beweglichen Backe besteht, 
zwischen denen der Magnet eingeklemmt wird. Um Magnete verschiedener 
Dimensionen untersuchen zu können, wurden verschieden dicke Einsatzstücke 
vorbereitet, welche so in die Fassung eingesetzt werden, dafs die geometrische 
Axe des Magnets möglichst nahe über der Mittellinie des Mafsstabes liegt. 
Eine Abtheilung des Schlittens läfst sich auf dem Mafsstab festklemmen, und der 
zweite Theil ist durch eine oberhalb der Mittellinie des Mafsstabes liegende 
Differentialschraube mit doppeltem Gewinde verschiebbar, was für den vor- 
liegenden Zweck sehr vortheilhaft ist, weil es sich um sehr kleine Verschiebungen 
handelt, welche mit einer einfachen Schraube schwer ausführbar sein würden, 
hier aber eine ziemlich große Drehung der Schraube erfordern. Der Schlitten 
mit dem Mafsstabe wird an der cylindrischen Schiene durch zwei gegenüber- 
liegende Schrauben, von denen die eine in eine Nuthe eingreift, festgeklemmt 
und theils durch diese Schrauben theils durch aufgesetzte Gewichte mit Hülfe 
eines Niveaus während der Beobachtung genau horizontal gehalten. Die Be- 
obachtung geschah genau nach dem oben angegebenen Schema, und wurden die 
Deklinations-Variationen durch die photographische Registrirung geliefert. Da 
der Schlitten nicht mit einem Nonius versehen war, so wurde die Stellung des 
Magnets auf dem Mafsstabe dadurch bestimmt, dafs ein vertikaler Anschlag 
gegen beide Enden des Magnets geschoben und die Stellung der unteren Kante 
des Anschlages an der Skala abgelesen wurde, das Mittel aus beiden Ablesungen 
giebt den Skalentheil, über welchem die Mitte des Magnets liegt. 
‚Die freie Nadel hat eine Länge von 1,65 cm, also ist do == 1,575 cm und 
log ar = 9,67454. Da die Schiene von Messing und der Mafsstab von Holz 
ist, so haben wir die Ausdehnungskoefficienten « == 0,0000185 und ß = 0,000004 
anzunehmen, die Temperatur - Korrektion wird also für ko = 30 cm und 
ho = 21,93 cm = -+ 0,02556t. Es sei gestattet, beispielshalber eine Bestimmung 
der Poldistanz des Bifilarmagnets hier ausführlich mitzutheilen:
	        
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