Kleine Notizen.
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2. Bemerkung über die Ostküste von Upolu, Samoa-Inseln. Nach
einem . Berichte $. M. Kr.. „Sperber“, Kommandant Korv.-Kapt. Vo[s, stellte
sich bei der Ansteuerung der Ostküste von Upolw durch die genommenen
Peilungen heraus, dafs die gegenseitige Lage der Inseln beziehungsweise die
Küsten-Konturen der Hauptinsel auf der Karte Tit. XII, No. 162 (Br. K. 1730)
nicht ganz richtig verzeichnet sind. In gleicher Weise scheinen die Höhen-
angaben nicht richtig zu sein. Die Insel Nuutele, deren Höhe auf der Karte
mit 200 Fufs angegeben ist, ist in Wirklichkeit mehr wie doppelt so hoch. Der
in einem genau bekannten Abstande gemessene Höhenwinkel ergab eine Höhe
von 145,7 m.
3. Ueber die Stadt und Insel Zanzibar.') Da der ganze Handel des
der Insel gegenüberliegenden Festlandes sich in der Stadt Zanzibar vereinigt,
hat diese eine bedeutende Ausfuhr; besonders in Elfenbein, Kopal, Fellen,
Färberflechten, Gewürznelken und Gummi, Die Haupteinfuhr besteht aus: Perlen,
Draht, Zeug, Kanonen, Pulver, Spirituosen, Reis und KEisenwaaren sowie aus
Kohlen, Getreide, Baumwolle, Manufakturwaaren etc.
Im Jahre 1883 hat die Ausfuhr einen Werth von 1300000 Lstrl.
(26 000 000 Mark) und die Einfuhr 900000 Lstrl. (ca 1800000 M.) erreicht.
Im Jahre 1885 liefen 121 Schiffe von 92975 t Gehalt in den Hafen, hiervon
waren 61 britische Schiffe.
Alle Sorten von Geld sind im Verkehr, aber es wird im Allgemeinen nach
Dollars gerechnet. Das Goldgeld ist meistens amerikanisch, und das Silbergeld
besteht aus Rupien. Maria Theresia-Thaler sind gleichfalls im Verkehr. In-
disches Kupfergeld wird im Kleinhandel benutzt.
Den besten Theil des kultivirten Landes haben Araber im Besitz, welche
auf ca 4000 geschätzt werden. Die Banians oder Hindus (Eingeborene aus
Cutsch) sind die Haupthändler in Zanzibar und sind wohl die reichsten der
Stadt. Es leben ca 1000 Banians und ca 3000 Hindus daselbst. Der Rest der
Bevölkerung besteht aus Negern. Im Jahre 1886 wurde die Zahl der letzteren
auf ca 200 000 geschätzt, von welchen 80 bis 100000 in und bei der Stadt
lebten. Allmonatlich ist eine Verbindung (Postdampfer) mit Aden®), Bombay,
Kapstadt, Madagascar, Reunion und Mauritius. Die Ankunft und der Abgang
der Postdampfer hängt vom Monsun ab, Von England gehen die Briefe all-
wöchentlich nach Zanzibar, dieselben werden jedoch in Aden für den monat-
lichen Postdampfer gesammelt. Zanzibar steht in telegraphischer Verbindung
mit Aden, mit Kapstadt über Mozambique, Delagoa-Bucht und Natal,
Bei der Spitze Shangani befinden sich einige große Tanks zum Auf-
fangen des Regenwassers, Das Wasser aus der Stadt sollte man nicht benutzen,
da die Brunnen durch die Abgänge aus den Häusern meist verunreinigt sind.
Frischer Proviant und Kohlen sind zu haben, und kann man von letzteren in
24 Stunden ca 250 t einnehmen. Der Durchschnittspreis beträgt 45 sh per t.
Die Stadt Zanzibar®) hat ca 80 000 Einwohner, davon sind ca 85 Weiße.
Die Truppen des Sultans zerfallen in reguläre und irreguläre, erstere verrichten
gleichzeitig den Polizeidienst und sind aus Landeseingeborenen zusammengesetzt,
ca 2500 Mann. Die irregulären Truppen bestehen aus freiwilligen Arabern etc.,
diese haben keine stramme militärische Organisation; ihre Bewaffnung und Be-
kleidung ist gleich bunt, da sie beides selbst beschaffen müssen. Das Artillerie-
Material besteht aus sieben 9 cm Armstrong- und einigen gezogenen Rohren
anderer Sorten als VFeldgeschütz und aus alten Vorderladern verschiedenen
Kalibers als Festungsgeschütz. Das Marine-Material besteht aus der Korvette
„Glasgow“, der Yacht „Nyanza“ und 6 Dampfern. Die Korvette wird nur als
Hafenschiff benutzt.
Hafenabgaben sind in Zanzibar?) aufßser den gewöhnlichen Konsulats-
gebühren nicht zu entrichten. Der Tagelohn für Arbeitsleute beträgt 20 Pesa,
‘) Africa Pilot, Part III, London 1889, S. 360.
% a. a. O0. S. 373.
3) Oestr. Korvette „Frundsberg“, vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“ 1886 S. 208.
%) Hamburger Bark „Amanda & Elisabeth“, Kapt, F. Föh. durch die Seewarte in Hamburg,
zgl. „Ann. d. Hydr. etc.“ 1879, S. 464 etc.