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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Beiträge zur Navigirung im Schutzgebiete der Marscball- und Gilbert-Inseln. 
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Ujae- oder Katharine-Insel 1 ) liegt nach Findlay und in der Karte 
ca 10 bis 12 Sm zu südlich und östlich. Die Lagune ist sehr gefährlich zu 
befahren. Die Südpassage ist für Segelschiffe nur bei günstigem Winde be 
nutzbar, dagegen leicht aufzufinden und tiefer als der Nordeingang. 
Kwadjelinn- (Mentschikow-) I.*) Die in der Karte befindliche Be 
merkung betreffs des NW-Endes des Atolls ist richtig. 
Nemu- (Namu- oder Musquillo-) Inseln. * 3 ) Die Inselgruppe bildet 
nur eine Lagune. S. AL Knbt. „Eber“ ist von der Nordspitze bis zu der Süd 
spitze der Lagune gefahren. Die Lagune hat drei Eingänge, aufser dem in der 
Karte angegebenen noch einen dicht südlich der Boc&-Insel und den anderen 
uugefähr auf der Alitte der Entfornung von der Boci-Insel bis Anil. Allo drei 
Passagen sind für Segelschiffe schwer passirbar. 
Ailinglap Lap- (Kramtschenk-, Odia- oder Elmore-) Insel. 4 ) 
Es befindet sich eine Handelsstation auf dieser Insel. 
Jaluit- oder Bonliam-lnselu. 5 ) Die Form des Atolls ist in der Karte 
nicht richtig. Die Küste von der Südspitzo bis zur SO-Passage läuft, wie schon 
in diesen Annalen (1887 Seite 59) angegeben, in mehr N—S-licher Richtung. 
Dadurch wird die ganze Lagune schmaler, was auch der Wirklichkeit entspricht, 
denn die SW- und die SO-Passage liegen ca 7 Sm von einander entfernt, in 
der Karte dagegen ungefähr 11 Sm. Die nördliche Hälfte ist mehr mit Riffen 
besetzt als die südliche, erstere wird von Schiffen nicht befahren. Als Regel 
für das Navigiren iu der südlichen Hälfte kann dienen, dafs mau dort fahren 
kann, wo blaues Wasser ist; hellere Stellen sind zu vermeiden, da sie meisten- 
theils ganz flach sind. 
Auf dem Ankerplätze in der Nähe der amerikanischen Niederlassung 
befindet sich eine 5Vs m-Stelle, welche in der Linie „Riff mit Bake und Schuppen 
an der mittleren Brücke“ liegt. Die Angabe im Findlay, dafi das Nordriff 
des Ankerplatzes durch eine Tonne gekennzeichnet sei, ist falsch. Der Anker 
platz innerhalb des Riffes, welches durch eine Bake gekennzeichnet ist, ist eng. 
Alan mufs daher vermooren, und zwar am besten SW—NO, besonders in der 
Zeit vom Juni bis November, da dann mitunter heftige Westwinde auftreten, 
die eine unangenehme See verursachen. Aufserhalb des gekennzeichneten Riffes 
zu ankern, empfiehlt sich nicht wegen des tieferen Wassers und des dort 
herrschenden Stromes. Hat man das Südonde der Insel angesteuert, so ist der 
Kurs zur SO-Passage ungefähr mw. NNO. Steuert man das Atoll von Westen 
an, so liegt die SW-Einfahrt ca 7 Sm von Pinglap. Letztere selbst ist die 
westlichste Insel der Lagune und unterscheidet sich durch ihre Breite und 
Höhe von den umliegenden Inseln. Von da folgen nach Süden (exkl. Pinglap) 
sieben Inseln. Die letzte von diesen ist die gröfste. Nähert man sich der 
selben am Südende, so wird man bald den tiefen blauen Wasserstreifen, welcher 
sich im Zickzack durch die Riffe zieht und scharf begrenzt ist, als Einfahrt 
erkennen. Vom Südende kommend, liegt letztere nördlich der siebenten Insel 
von der die Südspitze der Lagune bildenden Insel Jaluit (letztere nicht mit 
gerechnet). Es ist hier Lootsenzwang. 
Ebon-Atoll oder Boston-Inseln. 6 ) Will man bei Dunkelheit das 
Atoll ansteuern, so vermeide man die Nordseite, da dort keine Inseln liegen, 
das Riff also schwer erkennbar ist. Iu der Lagune befinden sich verhältnifs- 
mäfsig wenig Riffe, welche leicht aufzufinden sind. Segelschiffe gehen sehr 
selten und dann nur mit raumem Winde in dieselbe, da die Einfahrt sehr schmal 
ist. Von der Alitte derselben zweigen sich zwei Durchfahrten nach Norden ab. 
Die üblichen Ankerplätze der Handelsschoner während des NE-Passats befinden 
sich in dem Eingänge unter dem Luv-Riffe, sind jedoch sehr klein und des 
starken Stromes wegen unsicher. Viele Fahrzeuge nehmen daher ihre Ladung 
unter Segel ein; auch ein Dampfschiff sollte es vermeiden, mit Springfluth oder 
nahe dieser Zeit in die Lagune zu laufen, sondern die Ebbe abwarten. In der 
l) a. a. O. pag. 964 und a. a. 0. pag. 93. 
*) a. a. O. pag. 964 und a. a. O. pag. 92. 
®) a. a. O. pag. 965 und a. a. O. pag. 91. 
*) a. a. O. pag. 966 und a. a. O. pag. 91. 
6 ) a. a. 0. pag. 966 und a. a. O. pag. 89. 
®) a. a. O. pag. 968 und a. a. O. pag. 87.
	        
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