Kleine Notizen.
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Kleine Notizen.
1. Gebrauch von Oel zur Beruhigung der See. Der Kommandant
S. M. Knbt. „Iltis“, Kapt.-Lieut. Ascher, berichtet, dafs während eines schweren
Sturmes am 2. und 3. September v. J. in der Japanischen See Versuche mit einem
an der Luvnock der blinden Raa angehängten Oelsack sehr befriedigende Resultate
ergaben. Eine von der blinden Raa bis achtern sich in einer Breite von etwa
10 m um das Schiff lagernde Oelschicht hielt jeden Brecher fern, so dafs trotz
der schweren See fast kein Wasser zu Luward überkam. Aufser einem Kutter-
Zurbaum, der beim Einsehwingen über Bord fiel, entstand kein Verlust; Ver
letzungen kamen nicht vor.
2. Treibende Schwimmer an der Westküste von Nord-Amerika.
(Notice to Mariners 45/953, Washington 1889). Im Sommer 1889 sind während
des Aufenthaltes des V. St. S. „ Thetis“ an der NW-Kiiste von Alaska, vom Kom
mandanten Lieutenant-Commander Charles H. Stockton eine gröfsere Anzahl
hölzerner Schwimmer ausgesetzt worden. Dieselben sind 0,6 m lang und 0,24 m
stark und haben an der Oberkante den Namen des Schiffes, das Datum der
Aussetzung und die Worte „for drift“.
An dem einen Ende dieser Schwimmer befindet sich eine durch einen
weichen Ilolzpflock geschlossene Höhlung, io welcher sich ein kupferner Cylinder
mit einem Zettel befindet, auf welchem der Fiuder des Schwimmers gebeten
wird, den Fundort und die Zeit aDzugeben. Diese Angaben sind entweder dem
Hydrographie Office zu Washington, dem nächsten Konsulat der Vereinigten
Staaten oder dem Kommandanten des Schiffes „Thetis“ zu übersenden.
Die Schwimmer bezwecken, die Richtung und die Stärke des Stromes an
der NW-Küste von Alaska festzustellen, und ist infolge dessen jede Nachricht
hierüber für die Schiffahrt im Allgemeinen von Werth.
3. Eis an der NW-Küste von Alaska. Nördliches Eismeer. (Notice
to Mariners 45/953, Washington 1889). Nach einem Berichte des Kommandanten
des V. St. S. „Thetis“, Lieutenant-Commander Charles H. Stockton, wurde
von dem Kap leg, an der NW-Küste von Alaska, nordwestwärts bis an das
Packeis gesteuert, welches am 6. September 1889 in 71°26'N-Br und 164° 35'
W-Lg augetroffen wurde. Während ein bis zwei Tage wurde längs der Kante
de3 Packeises nordwärts gesteuert und von dort nach der Insel Herold ab
gehalten. Auf dieser letzteren Route wurde kein Eis angetroffen.
4. Lootsenwesen zu Sulina. Donau-Mündung. Rumänien. (Kund
machung für Seefahrer 49/1401, Pola 1889). Nach einem Berichte des Komman
danten des österreichisch-ungarischen Schiffes „Taurus“, Linienschiffs-Lieut. Paul
Pott, befinden sich in Sulina 1 ) 75 Lootsen, welche direkt dem Hafen-Kapitanat
daselbst unterstehen. Von diesen sind 12 Lootsen ausschliefslich für den äufseren
Dienst, d. h. das Einlootsen der Schiffe in die SuL'wa-Mündung, bestimmt, und
kommen dieselben den Schiffen auf einem Lootsendampfer bis auf 3 Sin vor der
Mündung entgegen. Von den übrigen Lootsen besorgen 38 das Führen der
Dampfer und 25 Lootsen das Führen der Segelschiffe den Sulina-Arm bezw.
Donau-Strom aufwärts.
■) Black Sea Pilot, 1884 pag. 28-
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdrnckerei
Berlin, Kochstrafte 68—70.