76
Die Winde zu Keitum auf Sylt.
Um nun die täglichen Aenderungen der Geschwindigkeit auch für die
einzelnen Winde zu prüfen, habe ich zunächst die während der einzelnen
Stundenintervalle in einem mittleren Winter- und in einem mittleren Sommer
monate von den verschiedenen Winden zurückgelegten Wege berechnet. Dabei
haben sich für die Windrichtungen unter einander nicht gröfsere Verschieden
heiten ergeben als bei der täglichen Periode der Häufigkeit; im Besondern hat
sich zwischen den Perioden der östlichen und der westlichen Winde kein durch
greifender Unterschied gezeigt. Auch eine Reduktion auf Hauptrichtungen hat
zu keinen besseren Resultaten geführt. Deutlich trat nur für den Sommer
hervor, dafs die Winde aus W bis N, diese Richtungen eingesehlossen, in den
Nachmittagsstunden gröfsere Wege zurücklegten als in den Morgenstunden.
Daher glaube ich auf eine ausführliche tabellarische Mittheilung dieser Rechuungs-
ergebnisse verzichten und mich darauf beschränken zu sollen, hier für Winter
(Dezember—Januar) und Sommer (Juni—August) die Mittelwerthe herzusetzen.
Die Zahlen der folgenden Reihen geben die Wege in Kilometern an, welche
die zugehörigen Winde während einer Tagesstunde im Laufe eines Monats
durehmessen haben. Diese Werthe W sind aus den Metersummen S für je
15 Monate erhalten durch
W~
1000 X 15 X 24 — U,U xb
Windwege in Kilometern während einer mittleren Tagesstunde im
Laufe eines Monats.
N NNE NE ENE E ESE SE SSE S SSW SW WSW W WNW NW NNW
W. 16,6 15,2 34,6 20,6 28,0 39,8 28,8 20,8 27,2 33,7 71,9 113,3 83,3 50,3 32,1 24,5
S. 26,4 13,0 13,7 87,1 18,3 260 12,1 8,5 9,6 13,1 38,2 83,6 63,3 58,8 77,2 60,0
Wie man sieht, sind die mittleren Windwege für die Winde zwischen
W über NW bis N im Sommer gröfser als im Winter, für die übrigen gilt mit
Ausnahme von ENE das Entgegengesetzte.
Ich bemerke hierzu, dafs sowohl für die Bestimmung der Windwege wie
auch der sogleich zu betrachtenden mittleren Windgeschwindigkeiten die
Registrirungen des Anemometers für jede Windrichtung nach ganzen Metern ge
ordnet wurden, und es sollte dann allen in dieselbe Gruppe fallenden Angaben
die mittlere Geschwindigkeit der betreffenden Gruppe beigelegt werden. So
umfafst z. B. die Gruppe 5 alle Registrirungen zwischen 5,00 und 5,99 m p. Sek.,
die Grenzen eingeschlossen; durch ein Versehen wurde aber der Gruppe statt
der mittleren Geschwindigkeit 5,495 der Werth 5,45 m p. Sek. beigelegt. Dieses
Versehen wurde leider erst bemerkt, als die Rechnung vollendet war, es schien
aber nicht nöthig, deshalb diese nochmals zu wiederholen, denn der begangene
Fehler ist kaum von Belang und jedenfalls kleiner als der durch die Ordnung
der Registrirungen nach Gruppen von je 1 m Umfang veranlafate.