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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Die Winde zu Keitum auf Sylt. 
71 
Tabelle 2. 
Mittlere Windgeschwindigkeit zu Keitum. 
Meter per Sekunde. 
Jan. 
Febr. 
März 
April 
Mai 
Jillli 
Juli Aug. ! Sept. 
Okt. 
Nov. 
Dez. 
Jahr 
1879 
4,06 
5,77 
7,27 
5,78 
4,78 
5,00 
5,52 : 5,20 5,06 
5,33 
5,69 
4,93 
5,39 
1880 
3,59 
5,98 
4,84 
5,47 
5,13 
5,55 
4,52 I 3,88 4,37 
5,96 
7,10 
6,75 
5,26 
1883 
6,19 
6,78 
5,87 
5,44 
5,01 
4,78 
4,62 5,62 5,33 
5,71 
6,26 
5,29 
5,68 
1884 
7,51 
6,35 
5,23 
5,16 
5,23 
4,81 
4,30 3,14 4,92 
6,31 
4,73 
6,44 
5,34 
! 1885 
5,84 
599 
6,08 
5,29 
5,83 
5,73 
5,10 4,54 ! 4,98 
5,81 
4,77 
6,63 
5,55 
Mittel 
5,44* 
6,17 
5,86 
5,43 
5,20 
5,17 
4,81 4,48*, 4,93 
1 1 
5,82 
5,71 
6,01 
5,42 
Andererseits kommt den Maximalwerten der Windgeschwindigkeit die 
gröfste Sicherheit von allen Mittelwerten zu. Bildet man nämlich das Verhältnis 
der extremen mittleren Windgeschwindigkeiten für die einzelnen Monate (die 
relative Schwankung), so erhält man die folgende Reihe, welche das Gesagte 
bestätigt. 
Relative Schwankung der Monatsmittel der Windgeschwindigkeit. 
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Not. Dez. Jahr 
Max.: Min. 2,12 1,18 1,50 1,12 1,22 1,20 1,29 1,80 1,22 1,19 1,50 1,39 1,05 
Vergleicht man die jährliche Periode der Windgeschwindigkeit an der 
Nordsee mit der am westlichen Mittelmeer (Hann, 1. c. p. 31), so findet man, 
dafs hier das Hauptmaximum einen Monat später eintritt als dort. Auch das 
sekundäre Maximum tritt bei 4 Stationen von 6 am Mittelmeer um einen Monat 
später auf als bei uns. 
In den von uns in Betracht gezogenen fünf Jahren hat die mittlere 
monatliche Windgeschwindigkeit zwischen 7,15 (Jan. 1884) und 3,14 m p. Sek. 
(Aug. 1884) geschwankt. 
Gehen wir an die Betrachtung der täglichen Periode der Häufig 
keit der Winde, so finden wir dieselbe zu Keitum sehr wenig ausgeprägt. 
Durchweg erreichen alle Winde einmal am Morgen und einmal am Nachmittag 
einen gröfsten Werth der Häufigkeit, doch treten, wie gesagt, diese Extreme 
nicht sonderlich scharf hervor, und zwischen den Eintrittszeiten derselben zeigen 
sich bei den verschiedenen Winden keine deutlichen Beziehungen. Wüfsten wir 
nicht aus Hann’s Untersuchungen, dafs der Wind sich im Laufe des Tages 
mit der Sonne dreht, so dafs Vormittags die östlichen und Nachmittags die 
westlichen Winde das Maximum ihrer Häufigkeit zu erreichen pflegen, so würden 
wir dieses aus den Beobachtungen zu Keitum kaum schliefsen. Angedeutet ist 
dieses Verhalten hier allerdings auch, aber doch nur sehr schwach; damit es 
entschiedener hervortrete, bedarf es längerer Beobachtungen als fünf Jahre. 
Vielleicht hat das in der sehr maritimen Lage Keitums seinen Grund; es ist 
nicht unwahrscheinlich, dafs wie die tägliche Periode der Windgeschwindigkeit 
auf dem Ocean weit weniger scharf hervortritt, als an den Küsten und im 
Binnenlande, so auch die tägliche Drehung des Windes um so weniger intensiv 
ist, je maritimer der Beobachtungsort gelegen ist. Es wird also nöthig sein, 
an die bis jetzt vorliegenden Beobachtungen spätere Jahre anzuschliefsen, des 
halb habe ich auf eine Umrechnung der Häufigkeitszahlen in Procente verzichtet, 
und ich gebe in Tabelle 3 an, wie oft in jedem Stundonintervall die ver 
schiedenen Winde während der Jahreszeiten innerhalb fünf Jahren registrirt 
worden sind. Der Anschlufs späterer Beobachtungen wird dadurch sehr er 
leichtert, wogegen die Umrechnung in Procente die Uebersichtlichkeit nur wenig 
erhöht haben würde.
	        
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