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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Die Winde zu Keitum auf Sylt. 
unmittelbar voraufgehenden Stunden benutzt. Ueberall sind die Häufigkeits 
zahlen derjenigen Windstärken, denen die mittleren zunächst liegen, und der 
jenigen Gruppen, in welche die mittleren Windgeschwindigkeiten hineinfallen, 
fett gedruckt und die gröfsteu Häufigkeitszahlen durch ein Sternchen aus 
gezeichnet. Da es hier weniger auf eine Vergleichung der Jahreszeiten unter 
einander als auf den Gang der einzelnen Zahlenreihen selbst ankommt, erscheint 
eine Umrechnung auf Procente nicht erforderlich. 
Keitnm, 5 Jahre, 1879-80, 1883—85. 
Geschätzte Windstärken nach Beaufort. Täglich drei Beobachtungen. 
Anzahl der Beobachtungen der einzelnen Stärkegrade. 
0 
1 
2 
3 
4 
5 
6 
7 
8 
9 
10 
Mittel 
Winter 
61 
258 
259 
283* 
226 
138 
71 
37 
15 
7 
1 
3,0 
Frühling 
29 
273 
282 
356* 
217 
133 
61 
22 
2 
— 
— 
2,9 
Sommer 
46 
334* 
326 
329 
201 
102 
28 
10 
2 
2 
2,6 
Herbst 
29 
329* 
262 
315 
190 
133 
50 
31 
13 
3 
— 
2,8 
Jahr 
165 
1194 
1129 
1283* 
834 
506 
210 
100 
32 
12 
1 
2,8 
Windgeschwindigkeit, geordnet nach Gruppen von 1 m per Sek. Umfang. 
Anzahl der Beobachtungen der einzelnen Gruppen nach täglich drei Terminen. 
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Mitt. 
Winter 79 98 115 162* 139 144 133 110 114 89 47 48 25 17 12 7 8 3 3 — 2 5,93 
Frühling 52 99 132 153 181 186* 152 136 100 66 51 31 17 14 5 2 1 1 5,63 
Sommer 65 112 150 193* 188 ISO 134 125 98 54 39 8 9 5 3 1 1 1 5,08 
Herbst 59 123 139 162 163* 139 140 126 99 72 52 33 22 12 8 5 1 1 4 — 1 5,63 
Jahr 255 432 536 670 671* 649 559 497 411 281 189 120 73 48 28 15 11 6 7 — 3 5,57 
Diese Zusammenstellung bestätigt die obige Folgerung durchaus; der 
Abfall der Häufigkeitskurve von ihrem Scheitel ist nach der Richtung ab 
nehmender Stärken und Geschwindigkeiten viel weniger steil, als nach der 
entgegengesetzten Richtung, und zwar für alle Jahreszeiten. Die mittlere Wind 
geschwindigkeit ist keineswegs auch immer die am häufigsten beobachtete. 
Vergleicht man diese Tabellen mit den entsprechenden, auf die Lufttemperatur 
und die Regendichte bezüglichen („Met. Zeitschr.“, Band 4, Seite 428, 1887, 
Band 5, Soito 141 u. 230, 1888, und „Archiv der Deutschen Seewarte“, 1888, 
No. 6), so erkennt man auf den ersten Blick, eine wie sehr verschiedene Be 
deutung dem arithmetischen Mittel bei den verschiedenen meteorologischen 
Elementen zukommt. Es mag hier beiläufig bemerkt werden, dafs bei der 
Bewölkung die Verhältnisse wiederum ganz anders liegen; die mittlere Be 
wölkung fällt nämlich auf einen Grad, der relativ sehr selten beobachtet wird. 
Es bezieht sich dieses zunächst nur auf das Verhältnifs der einzelnen Beobach 
tungen zum allgemeinen Mittel. Nun aber gilt dasselbe Gesetz für die Be 
ziehungen der einzelnen Monatssummen des Niederschlags zu dem arithmetischen 
Mittel aus ihnen wie für die der Niederschlagsmengen der einzelnen Tage zur 
Regendichte, wenn auch abgeschwächt, und ähnliches für das Verhältnifs der 
täglichen Temperaturmittel zum Monatsmittel wie für die einzelnen Monatsmittel 
zum Gesammtmittel aus langjährigen Beobachtungen; man wird daher auch 
vermuthen, dafs sich die Mittelwerthe der Windgeschwindigkeit desselben Mo 
nats um das langjährige Mittel ähnlich gruppiren werden, wie die Einzel- 
beobachtuugen selbst, nur werden die Unterschiede der Abweichungen 
geringer sein. 
Durch Zusammenfassung der einzelnen Beobachtungen erhält man in der 
bekannten Weise die jährliche und die tägliche Periode der Windstärke. Drei 
tägliche Beobachtungen reichen zur Charakterisirung derselben zwar nicht aus, 
es empfiehlt sieh aber doch, wenn keine anderen Beobachtungen vorhanden 
sind, die jährliche Periode für die drei Termine besonders abzuleiten. Die 
Untersuchung der täglichen Periode und ihrer Aenderung im Laufe des Jahres 
auf Grund der stündlichen Anemometeraufzeichnungeu bietet das gröfste Interesse
	        
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