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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Von Rio de Janeiro nach Valparaiso. 
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Am 10. Juni morgens wurde bei klarem, kaltem Wetter weiter gedampft, 
nach Isthmus-Bai. Die Passage bei Benouard- und Shoal-Insel bereitet keine 
Schwierigkeiten, seitdem auf Shoal-Insel die Bake errichtet ist (vgl. „Nachr. f, 
Seef.‘‘ 1889 No. 2329). Um 12% 15” wurde in Isthmus-Bai geankert. 
Am 11. Juni wurde die Fahrt durch den Victory-Pafs, die Collingwood- 
Strafse, den Ferquhar-Pafs und den Sarmiento-Kanal fortgesetzt. Das Wetter 
war klar und still geworden, so dafs die ganze grofsartige Scenerie der Strafse 
in schönster Beleuchtung lag. Kurz vor dem KEintreffen in Puerto Bueno wurde 
es nebelig, und nachdem um 3* 30"p der Anker gefallen war, wurde es völlig 
dick... Der Nebel hielt mit unveränderter Dichtigkeit bis zum 12. Juni 3" 30" p 
an, so dafs an eine Weiterfahrt nicht zu denken war. Als es nachmittags zeit- 
weilig etwas aufklarte, wurden Pfeifensignale gehört, und der Kosmosdampfer 
„Karnack“ kam kurz darauf in den Hafen, um in der Nähe S. M. S. „Alezandrine“ 
zu ankern. Er war morgens vom Molyneuzx-Sund, wo er die Nacht zu Anker 
gelegen hatte, bei klarem Wetter abgefahren, hatte im Innocentes-Kanal. den 
Nebel getroffen und sich nur in den helleren Augenblicken langsam vorwärts 
gehend, allmählich bis nach Puerto Bueno durchgefühlt, eine Leistung, die. nur 
bei ganz genauer Ortskenntnifs möglich ist. ; . 
Am 13. Juni morgens wurde .die Fahrt fortgesetzt. Es wehte ein frischer 
Nordwind, der sich im Concepcion-Kanal allmählich bis Stärke 8 und 9 steigerte, 
dazu regnete es ziemlich anhaltend. Es wurde viel Treibeis beobachtet, von Nord 
kommend, wahrscheinlich aus Penguin Inlet, das ganz voll Packeis lag, als es 
am nächsten Tage passirt wurde. Nach Einbiegen bei Kap Somerset schützten 
die hohen Berge derart, dafß absolute Stille und spiegelglattes Wasser eintrat, 
während draufsen der Wind in alter Stärke weiter wehte. Um 2* 45” p wurde im 
Charrua-Hafen geankert. Der Ankerplatz war so geschützt, dafs auch dort nichts 
von den draufsen herrschenden Winden gespürt wurde. 
Am 14. Juni wurde weitergedampft und bei unsichtigem und. nebeligem 
Wetter durch den Wide Channel gesteuert. Gegen 10*a hob sich der Nebel 
etwas, . so dafs die das Fahrwasser kennzeichnenden Landecken gut zu sehen 
waren. Durch Icy Reach, in dem kein Eis angetroffen wurde, und Grappler 
Reach wurde Indian Reach erreicht. Das Wetter war ganz klar geworden, und 
die Navigirung bot keinerlei Schwierigkeiten. Um 3% wurde im Eden-Hafen 
geankert. . 
Da das Passiren der English Narrows nur bei Stillwasser angerathen wird, 
so wurde am 15. Juni mit dem Ankerlichten bis 9% 30” a gewartet, um zur Zeit 
des Stillwassers, 11* 30” a, in den Engen zu sein. Als das Schiff bei der Mindful 
Shoal war, wurde das Pfeifen eines von Nord kommenden Dawpfers gehört, und 
einer chilenischen Regierungs-Verordnung gemäß gewartet, bis der entgegen- 
kommende Dampfer, „Totmes‘“ von der Kosmos-Linie, passirt war. Um 11® 45° 
wurden die Engen passirt und um 1* 30” im Gray-Hafen geankert, Der Enge 
des Hafens wegen mufste das Schiff vermoort werden. 
Am 16. Juni wurde die Fahrt fortgesetzt. Durch unklare Ketten beim 
Ankerlichten verspätete sich indessen die Abfahrt, so dafs der Messier-Kanal 
nicht mehr vor Dunkelwerden geklart werden konnte. Es mufste deswegen 
noch einmal im Island-Hafen (48° 3’ S-Br) geankert werden, wo das Schiff geger 
4% eintraf. Auch hier mufßlste wegen der Enge des Hafens vermoort und aufer- 
dem das Schiff durch nach Land genommene Leinen gegen Schwaien gesichert 
werden. Auf der Fahrt von Gray-Hafen nach Island-Hafen wurden zwei Kanoes 
mit Eingeborenen passirt, welche Felle zum Tausche anboten. 
Am 17., 7* 30” a, wurde Island-Hafen verlassen und durch ‚den Messier- 
Kanal seewärts gedampft. Im Golf von Peias wurde  Nordnordwestwind, 
Stärke 9 bis 10, getroffen und hohe See, so dafs das Schiff nur langsam Fahrt 
machte. Der heftige Wind hielt bis zum 18. Juni 8a an, in Verbindung mit 
einer sehr hohen Westdünung eine unangenehme Kreuzsee erzeugend, in der das 
Schiff schwer arbeitete. Im Laufe des Vormittags ging der Wind abflauend nach 
West, so dafs gereffte Marssegel gesetzt werden konnten und das Schiff mehr 
Fahrt machte. In der Nacht frischte der Wind wieder bis Stärke 8 auf, doch 
Haute er gegen Morgen wieder ab, allmählich bei schnell steigendem Barometer 
auf SW drehend.
	        
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